Arend Braye

Verfolgung
18.08.1933
Braye ist Gewerkschaftssekretär des Einheitsverbands der freien Eisenbahn-Gewerkschaften in Haltingen. Im Zuge der Gleichschaltung der Gewerkschaften durch die NS-Behörden wird er am 18. August 1933 aus dieser Stellung entlassen.
22.08.1944
Braye wird am 22. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« in »Schutzhaft« genommen. Zunächst ist er im Gerichtsgefängnis Lörrach inhaftiert. Ab dem 23. August 1944 befindet er sich im Konzentrationslager Natzweiler und ab dem 4. September 1944 im Konzentrationslager Dachau. Dort wird er am 24. September 1944 aus der Haft entlassen.
Biografie
1905
Lehre als Schlosser bei der Reichsbahn in Karlsruhe
ab 1908
Gewerkschaftsmitglied
Besuch von Abendkursen der Volkshochschule in Karlsruhe
1910
Militärdienst in Mülhausen im Elsass
1912
Eintritt in die SPD
1913
Tätigkeit als Lokomotivheizer in Haltingen
Vorsitzender des SPD-Ortsvereins in Haltingen
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg
1919
Mitglied des Gemeinderats in Haltingen
Oktober 1919
Gewerkschaftssekretär beim Einheitsverband der freien Eisenbahn-Gewerkschaften (Ortsgruppe Lörrach-Basel mit Sitz in Haltingen)
August 1933
Arbeitslos
Kontakte zu deutschen Emigranten in Basel
April 1935
Tätigkeit als Werbeagent bei der Basler Lebensversicherung
Dezember 1935
Tätigkeit als Lagerverwalter
10.07.1945
Bürgermeister in Haltingen, zunächst von der französischen Militärregierung ernannt, ab 1946 gewählt
05.12.1948
Bürgermeister von Lörrach, ab 1955 Oberbürgermeister
Rezeption
1963
Namenspatron der Arend-Braye-Straße in Lörrach
1995
Namenspatron des Arend-Braye-Wegs in Weil am Rhein
Literatur
Rößler 1949, S. 105.
Hubert Bernnat: Die Schlosser Arend Braye und Wilhelm Schellenberg. Zwei gegensätzliche Persönlichkeiten der 40er-Jahre, in: W Perspektive Weil, 1, 1997, S. 56-61.
Kühnel 2009, S. 71, 75, 88, 109.
Weik 2003, S. 25.
Siegfried Mielke, Stefan Heinz: Eisenbahngewerkschafter im NS-Staat. Verfolgung, Widerstand, Emigration 1933-1945, Berlin 2017, S. 337-338, 419-420.