Arend Braye

Parlament

1946
Beratende Landesversammlung Baden (SPD)

1947
Landtag Baden (SPD, Wahlkreis 5 Lörrach)

1952
Verfassunggebende Landesversammlung Baden-Württemberg (SPD, Wahlkreis Lörrach)

1953
Landtag Baden-Württemberg (SPD, Wahlkreis Lörrach)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

nach 1945 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Geburt 03.11.1890, Grüppenbühren (Ganderkesee)
Ehe Ida geb. Lehmann (1920)
Beruf Schlosser, Gewerkschaftssekretär, Bürgermeister
Kinder Kinderlos
Konfession Evangelisch, später konfessionslos
Verstorben 23.08.1960, Haltingen (Weil am Rhein)

Verfolgung

18.08.1933
Braye ist Gewerkschaftssekretär des Einheitsverbands der freien Eisenbahn-Gewerkschaften in Haltingen. Im Zuge der Gleichschaltung der Gewerkschaften durch die NS-Behörden wird er am 18. August 1933 aus dieser Stellung entlassen.

22.08.1944
Braye wird am 22. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« in »Schutzhaft« genommen. Zunächst ist er im Gerichtsgefängnis Lörrach inhaftiert. Ab dem 23. August 1944 befindet er sich im Konzentrationslager Natzweiler und ab dem 4. September 1944 im Konzentrationslager Dachau. Dort wird er am 24. September 1944 aus der Haft entlassen.

Biografie

1905
Lehre als Schlosser bei der Reichsbahn in Karlsruhe

ab 1908
Gewerkschaftsmitglied

Besuch von Abendkursen der Volkshochschule in Karlsruhe

1910
Militärdienst in Mülhausen im Elsass

1912
Eintritt in die SPD

1913
Tätigkeit als Lokomotivheizer in Haltingen

Vorsitzender des SPD-Ortsvereins in Haltingen

Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg

1919
Mitglied des Gemeinderats in Haltingen

Oktober 1919
Gewerkschaftssekretär beim Einheitsverband der freien Eisenbahn-Gewerkschaften (Ortsgruppe Lörrach-Basel mit Sitz in Haltingen)

August 1933
Arbeitslos

Kontakte zu deutschen Emigranten in Basel

April 1935
Tätigkeit als Werbeagent bei der Basler Lebensversicherung

Dezember 1935
Tätigkeit als Lagerverwalter

10.07.1945
Bürgermeister in Haltingen, zunächst von der französischen Militärregierung ernannt, ab 1946 gewählt

05.12.1948
Bürgermeister von Lörrach, ab 1955 Oberbürgermeister

Rezeption

1963
Namenspatron der Arend-Braye-Straße in Lörrach

1995
Namenspatron des Arend-Braye-Wegs in Weil am Rhein

Literatur

Rößler 1949, S. 105.

Hubert Bernnat: Die Schlosser Arend Braye und Wilhelm Schellenberg. Zwei gegensätzliche Persönlichkeiten der 40er-Jahre, in: W Perspektive Weil, 1, 1997, S. 56-61.

Kühnel 2009, S. 71, 75, 88, 109.

Weik 2003, S. 25.

Siegfried Mielke, Stefan Heinz: Eisenbahngewerkschafter im NS-Staat. Verfolgung, Widerstand, Emigration 1933-1945, Berlin 2017, S. 337-338, 419-420.

Dokumente

Entlassungsschein des Konzentrationslagers Dachau

Braye wurde er am 24. September 1944 - nach etwa einem Monat Haft - aus der »Schutzhaft« des Konzentrationslagers Dachau entlassen.