Dr. Edmund Kaufmann

Parlament

1929
Landtag der Republik Baden (Zentrumspartei, Wahlkreis 2 Konstanz)

1950
Landtag Württemberg-Baden (CDU, Landesliste)

1952
Verfassungsgebende Landesversammlung Baden-Württemberg (FDP/DVP, Landesliste)

1953
Landtag Baden-Württemberg (FDP/DVP, Landesliste)

Partei vor 1933 Deutsche Zentrumspartei

nach 1945 Demokratische Volkspartei (DVP)
Freie Demokratische Partei (FDP)
Geburt 13.02.1893, Sandhausen
Erste Ehe
Elisabeth geb. Gsell (1919)
Zweite Ehe
Elisabeth geb. Helffrich (1942)
Beruf Bürgermeister, Ministerialdirektor, Finanzminister
Kinder 7
Konfession Römisch-katholisch
Verstorben 21.11.1953, Stuttgart

Verfolgung

05.05.1933
Kaufmann ist Bürgermeister der Stadt Singen (Hohentwiel). Am 5. Mai 1933 wird er aus politischen Gründen entlassen. Die rechtliche Grundlage dafür bietet das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums. Kaufmanns Ruhegeld wird von der Stadt Singen zeitweise nicht ausgezahlt.

Juni 1933
Die Stadt Singen stellt im Juni 1933 Strafanzeige gegen Kaufmann wegen angeblicher Anstiftung zur Untreue im Bürgermeisteramt. Das Untersuchungsverfahren wird am 24. Oktober 1933 vom Landgericht Konstanz ergebnislos eingestellt.

Dezember 1933
Im Dezember 1933 leiten die NS-Behörden ein Dienststrafverfahren gegen Kaufmann ein, das vermutlich im Januar 1936 endgültig niedergeschlagen wird.

Biografie

Sohn eines Postverwalters

1899
Volksschule

1903
Gymnasium in Wertheim

1912
Studium der Astronomie in Heidelberg

1914
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg als Flieger

1918
Studium der Volkswirtschaft an der Handelshochschule Mannheim

1919
Promotion in Heidelberg

1923
Bürgermeister der Stadt Singen (Hohentwiel)

1933
Arbeitslos und Gelegenheitsarbeiten

1935
Buchhändler in Mainz

1936
Kaufmann verfasst und verschickt unter dem Pseudonym »Michael Teutonicus« mehrere Briefe, in denen er die NS-Kirchenpolitik anprangert, darunter ein Brief an Joseph Goebbels vom 28. Mai 1937. Die Briefe werden unter anderem von der ausländischen Presse zitiert.

März 1941
Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg bei der Luftwaffe

Mitbegründer der CDU in Rheinland-Pfalz

1946
Oberregierungsrat in Mainz

März 1946
Landesdirektor für Wirtschaft, Ernährung und Verkehr in Karlsruhe

Juni 1946
Ministerialdirektor im württemberg-badischen Wirtschaftsministerium in Stuttgart

August 1947
Hauptreferent für Wirtschaft und stellvertretender Generalsekretär des Exekutivrats des Vereinigten Wirtschaftsgebiets

April 1948
Stellvertretender Direktor der Verwaltung für Wirtschaft des Vereinigten Wirtschaftsgebiets

Februar 1949
Finanzminister des Landes Württemberg-Baden

Januar 1951
Präsident des Landesbezirks Baden

1951
Präsident des Badischen Sparkassen- und Giroverbandes

1952
Übertritt zur DVP

April 1952
Als Staatssekretär Mitglied der Regierung Reinhold Maier

Rezeption

1949
Ehrenbürger der Stadt Boxberg

Literatur

Paul Kopf: Edmund Kaufmann und der Brief des »Michael Teutonicus« von 1937 an Goebbels, in: Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte, 56, 1997, S. 357-373.

Paul Feuchte: Edmund Kaufmann, in: Baden-Württembergische Biographien, 2, 1999, S. 251-254.

Weik 2003, S. 73.

Dieter Thoma: Dr. Edmund Kaufmann. Boxberger Ehrenbürger in der 1. Landesregierung von Baden-Württemberg, in: Mein Boxberg, 46, 2012, S. 68-69.

Dieter Thoma: Ein guter Freund der Stadt Boxberg. Mit Dr. Edmund Kaufmann gehörte ein Boxberger Ehrenbürger der ersten Landesregierung von Baden-Württemberg an, in: Unser Land. Heimatkalender für Neckartal, Odenwald, Bauland und Kraichgau, 2013, S. 247-248.