Dr. h.c. Emil Kraus

Parlament

1919
Verfassunggebende Landesversammlung der Republik Baden (SPD, Wahlkreis 2 Freiburg)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

nach 1945 -
Geburt 29.05.1893, Konstanz
Ehe Hermine geb. Meckle (1919)
Beruf Gewerkschaftsangestellter, Steuerberater, Bürgermeister
Kinder 2
Konfession Römisch-katholisch
Verstorben 07.09.1972, Mainz

Verfolgung

Juli 1933
Kraus ist Bürgermeister von Mainz. Im Juli 1933 wird er auf Grundlage der hessischen Verordnung zur Sicherung der Verwaltung der Gemeinden außer Dienst gesetzt. Kraus versucht erfolglos, sich gegen die Außerdienstsetzung zu wehren, und verweist auf seine parteipolitische Unabhängigkeit und seinen Austritt aus der SPD im Dezember 1932. Am 29. März 1934 erfolgt Kraus' endgültige Entlassung auf der Grundlage des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums.

Biografie

Volksschule in Konstanz

Gymnasium in Konstanz

Studium der Rechtswissenschaften, der Volkswirtschaft, der Literaturwissenschaften und der Philosophie in München, Berlin, Freiburg im Breisgau und Marburg

1914
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg

1915
Promotion an der Universität Marburg über das Thema »Der Systemgedanke bei Kant und Fichte«

1918
Eintritt in die SPD

November 1918
Mitglied im Arbeiter- und Soldatenrat in Freiburg im Breisgau

ab 1919
Redakteur der »Volkszeitung« in Heidelberg

1922
Geschäftsführer des Zentralverbandes der Angestellten (ZDA)

1925
Bürgermeister von Kehl am Rhein

1929
Beigeordneter der Stadt Mainz, zuständig für das Personal- und Wohlfahrtswesen

1931
Bürgermeister der Stadt Mainz

Dezember 1932
Nach parteiinternen Streitigkeiten tritt Kraus aus der SPD aus.

ab 1933
Tätigkeit als Steuerberater in Mainz

1941
Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg als Oberfeldwebel in der Luftwaffe

August 1945
Oberbürgermeister von Mainz, zunächst von der französischen Militärregierung ernannt, ab 15. September 1946 gewählt

Mitbegründer und zeitweise Leiter des Städteverbands Rheinland-Pfalz

April 1949
Oberbürgermeister der Stadt Frankenthal in der Pfalz

Rezeption

Namenspatron des Emil-Kraus-Wegs in Mainz

Ehrendoktor der Universität Mainz

Literatur

Peter Heil: Nicht nur Frankenthaler Oberbürgermeister. Zum 100. Geburtstag von Oberbürgermeister Dr. Dr. h.c. Emil Kraus, in: Frankenthal einst und jetzt, 1993, 2, S. 35-41.

Wilhelm Huber: Das Mainz-Lexikon. 3600 Stichworte zu Stadt, Geschichte, Kultur, Persönlichkeiten, Mainz 2002, S. 139.

Weik 2003, S. 298.

Frank Teske: Emil Kraus (1893-1972). Oberbürgermeister der Stadt Mainz und Gründungsvorsitzender der Vereinigung »Freunde der Universität Mainz«, in: Ut omnes unum sint. Gründungspersönlichkeiten der Johannes Gutenberg-Universität, hrsg. von Michael Kißener und Helmut Mathy, 2, Stuttgart 2006, S. 63-78.

Susanne Asche (Hrsg.): Die Straße der Demokratie. Revolution, Verfassung und Recht, Karlsruhe 2007, S. 199.