Emil (Leo) Martin

Verfolgung
März 1933
Martin wird im März 1933 verhaftet und kurzzeitig in Ulm in »Schutzhaft« genommen.
08.05.1933
Martin ist Erster Bevollmächtigter des Gesamtverbands der Arbeitnehmer der öffentlichen Betriebe und des Personen- und Warenverkehrs in Heidenheim. Im Zuge der Gleichschaltung der Gewerkschaften wird er am 8. Mai 1933 aus dieser Stellung entlassen.
August 1933
Martin wird im August 1933 verhaftet und in Heidenheim in »Schutzhaft« genommen. Im September 1933 wird er aus der Haft entlassen.
30.06.1938
Martin ist Lagerarbeiter des Konsumvereins Heidenheim. Am 30. Juni 1938 wird er auf Anordnung der Deutschen Arbeitsfront (DAF) wegen politischer Unzuverlässigkeit entlassen. In der Folge wird Martin aus der Pensionskasse des Verbandes Deutscher Konsumvereine ausgeschlossen und verliert seine Pensionsansprüche.
Biografie
1898
Volksschule in Straßburg
Lehre als Maschinenschlosser bei der Reichsbahn in Straßburg
1913
Gewerkschaftsmitglied
1914
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg
1918
Schlosser bei der Württembergischen Cattun-Manufaktur in Heidenheim
1922
Mitglied der SPD
ab 1922
Vorsitzender des Arbeiter-Turnerbunds Heidenheim
August 1925
Lagerist beim Konsumverein Heidenheim
Mitglied im Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, ab 1930 Kameradschaftsführer
ab 1930
Erster Bevollmächtigter des Gesamtverbands der Arbeitnehmer der öffentlichen Betriebe und des Personen- und Warenverkehrs in Heidenheim
1931
Mitglied des Gemeinderats Heidenheim
Juli 1938
Tätigkeit als Hilfsarbeiter
1945
Mitbegründer und Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Heidenheim
1945
Zentrallagerhalter für das Gemeinschaftswerk Versorgungsring Heidenheim
1946
Mitglied des Gemeinderates Heidenheim
1946
Mitglied des Kreistags
1946
Vorsitzender der Spruchkammer Heidenheim
1956
Zweiter Stellvertreter des Heidenheimer Oberbürgermeisters
Rezeption
1962
Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
1965
Ehrenring der Stadt Heidenheim
Literatur
Heiner Kleinschmidt (Hrsg.): Heidenheim zwischen Hakenkreuz und Heidenkopf. Eine lokale Dokumentation zur Nazi-Zeit, Heidenheim 1983, S. 27, 55, 167.
Weik 2003, S. 96.
Kühnel 2009, S. 18, 26, 31.