Emil (Leo) Martin

Parlament

1946
Verfassungsgebende Landesversammlung Württemberg-Baden (SPD, Wahlkreis 15 Heidenheim an der Brenz)

1946
Landtag Württemberg-Baden (SPD, Wahlkreis 15 Heidenheim an der Brenz, ab 1950 Wahlkreis 8 Heidenheim an der Brenz)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

nach 1945 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Geburt 10.09.1891, Straßburg
Ehe Elisabeth geb. Honold (1918)
Beruf Maschinenschlosser, Lagerist
Kinder 3
Konfession Freireligiös, später konfessionslos
Verstorben 10.09.1967, Heidenheim an der Brenz

Verfolgung

März 1933
Martin wird im März 1933 verhaftet und kurzzeitig in Ulm in »Schutzhaft« genommen.

08.05.1933
Martin ist Erster Bevollmächtigter des Gesamtverbands der Arbeitnehmer der öffentlichen Betriebe und des Personen- und Warenverkehrs in Heidenheim. Im Zuge der Gleichschaltung der Gewerkschaften wird er am 8. Mai 1933 aus dieser Stellung entlassen.

August 1933
Martin wird im August 1933 verhaftet und in Heidenheim in »Schutzhaft« genommen. Im September 1933 wird er aus der Haft entlassen.

30.06.1938
Martin ist Lagerarbeiter des Konsumvereins Heidenheim. Am 30. Juni 1938 wird er auf Anordnung der Deutschen Arbeitsfront (DAF) wegen politischer Unzuverlässigkeit entlassen. In der Folge wird Martin aus der Pensionskasse des Verbandes Deutscher Konsumvereine ausgeschlossen und verliert seine Pensionsansprüche.

Biografie

1898
Volksschule in Straßburg

Lehre als Maschinenschlosser bei der Reichsbahn in Straßburg

1913
Gewerkschaftsmitglied

1914
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg

1918
Schlosser bei der Württembergischen Cattun-Manufaktur in Heidenheim

1922
Mitglied der SPD

ab 1922
Vorsitzender des Arbeiter-Turnerbunds Heidenheim

August 1925
Lagerist beim Konsumverein Heidenheim

Mitglied im Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, ab 1930 Kameradschaftsführer

ab 1930
Erster Bevollmächtigter des Gesamtverbands der Arbeitnehmer der öffentlichen Betriebe und des Personen- und Warenverkehrs in Heidenheim

1931
Mitglied des Gemeinderats Heidenheim

Juli 1938
Tätigkeit als Hilfsarbeiter

1945
Mitbegründer und Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Heidenheim

1945
Zentrallagerhalter für das Gemeinschaftswerk Versorgungsring Heidenheim

1946
Mitglied des Gemeinderates Heidenheim

1946
Mitglied des Kreistags

1946
Vorsitzender der Spruchkammer Heidenheim

1956
Zweiter Stellvertreter des Heidenheimer Oberbürgermeisters

Rezeption

1962
Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

1965
Ehrenring der Stadt Heidenheim

Literatur

Heiner Kleinschmidt (Hrsg.): Heidenheim zwischen Hakenkreuz und Heidenkopf. Eine lokale Dokumentation zur Nazi-Zeit, Heidenheim 1983, S. 27, 55, 167.

Weik 2003, S. 96.

Kühnel 2009, S. 18, 26, 31.