Emil Limbeck

Parlament

1960
Landtag Baden-Württemberg (SPD, Wahlkreis Mannheim-Land I)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

nach 1945 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Geburt 12.10.1909, Ketsch
Ehe Ludwina geb. Weick (1935)
Beruf Möbellackierer
Kinder 2
Konfession Römisch-katholisch
Verstorben 15.11.1978, Ketsch

Verfolgung

21.04.1936
Limbeck bezieht 1934 und 1935 die illegale SPD-Zeitung »Sozialistische Aktion«, wobei er jeweils ein bis zwei Exemplare der Zeitung erhält und möglicherweise weiterverteilt. Am 21. April 1936 wird Limbeck deswegen verhaftet und zunächst in Mannheim inhaftiert. Am 12. November 1936 wird er in das Gerichtsgefängnis Karlsruhe überstellt. Am 22. Dezember 1936 verurteilt das Oberlandesgericht Karlsruhe Limbeck wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu 15 Monaten Haft. Am 30. Dezember 1936 wird Limbeck nach Bruchsal und am 4. Januar 1937 nach Schwäbisch Hall verlegt. Dort wird er am 22. Juli 1937 aus der Haft entlassen.

Biografie

Volksschule in Ketsch

Lehre als Möbellackierer

Gewerkschaftsmitglied sowie Mitglied der Sozialistischen Arbeiter-Jugend (SAJ)

Mitglied der SPD

vor 1930
Tätigkeit als Möbellackierer

ab 1930
Arbeitslos

1935
Vorübergehende Anstellung bei der Gartenmöbel- und Rollladenfabrik Eduard Hoffmann in Mannheim

Nach der Entlassung aus der Haft bei verschiedenen Firmen als Aushilfsarbeiter tätig, unter anderem in Seckenheim und Ketsch

Dienstverpflichtet als Hilfsarbeiter am Westwall tätig

1939
Erneut tätig für die Gartenmöbel- und Rollladenfabrik Eduard Hoffmann in Mannheim

ab 1940
Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg, 1941 während des Afrika-Feldzugs schwer verwundet

1945
Angestellter der Gemeinde Ketsch

1945
Vorsitzender der SPD Ketsch

Kreisrat im Landkreis Mannheim, dort Vorsitzender der SPD-Fraktion

Rezeption

1978
Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg

Literatur

Peter Haungs (Hrsg.): Wahlkampf als Ritual? Studien zur Bundestagswahl von 1969 im Wahlkreis Heidelberg-Mannheim/Land, Meisenheim 1974, S. 90.

Erich Matthias/Hermann Weber: Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Mannheim, Mannheim 1984, S. 178, 197, 491.

Weik 2003, S. 92.

Frank-Uwe Betz: Widerstand und Verfolgung zur NS-Zeit im Raum Schwetzingen, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, 155, 2007, S. 481-482, 502.

Dokumente

Auszug aus der Anklageschrift gegen Emil Limbeck

Limbeck wurde am 22. Dezember 1936 vor dem Oberlandesgericht Karlsruhe wegen Vorbereitung zum Hochverrat angeklagt. Er hatte 1934 und 1935 die illegale SPD-Zeitung »Sozialistische Aktion« bezogen und möglicherweise weiterverteilt.