Ernst Rösch

Verfolgung
18.03.1933
Rösch wird am 18. März 1933 verhaftet und im Gerichtsgefängnis Lörrach in »Schutzhaft« genommen. Am 19. April 1933 wird er aus der Haft entlassen. Hintergrund von Röschs Verhaftung ist die sogenannte »Nußbaum-Affäre«. (Der badische Landtagsabgeordnete Christian Daniel Nußbaum erschoss am 17. März 1933 zwei Polizisten, die ihn in »Schutzhaft« nehmen wollten. Die nationalsozialistische Regierung Badens nutzte den Vorfall für ein verschärftes Vorgehen gegen die Arbeiterbewegung und verhaftete zahlreiche badische Landtagsabgeordnete der SPD und der KPD.)
27.11.1935
Als die Stadtmusik Lörrach im Lörracher Schützenhaus bei einer Veranstaltung das »Horst-Wessel-Lied« spielt, weigert sich Rösch, die Hand zum »Hitlergruß« zu heben. Er wird deshalb am 27. November 1935 verhaftet und im Gerichtsgefängnis Lörrach inhaftiert. Am 7. Dezember 1935 wird Rösch aus der Haft entlassen.
Biografie
Sohn eines Kaufmanns
1874
Volksschule in Haagen
1882
Lehre als Buchdrucker und Schriftsetzer in Schopfheim
Wanderschaft als Buchdrucker
1890
Eintritt in den Buchdruckerverband
1893
Eintritt in die SPD
ab 1893
Tätigkeit als Schriftsetzer in Lörrach
Langjähriges Vorstandsmitglied der SPD in Baden
Mitglied des Vorstandes des Buchdruckerverbands in Lörrach
November 1904
Redakteur und Geschäftsführer der »Arbeiterzeitung« in Lörrach
1905
Mitglied der badischen Ständeversammlung
1912
Erfolglose Kandidatur für den Reichstag
1919
Schriftführer der verfassunggebenden Landesversammlung der Republik Baden
1919
Erfolglose Kandidatur für die Deutsche Nationalversammlung
nach 1930
Tätigkeit bei der Buchdruckerei Friedrich Reinhard AG in Basel
nach 1945
Beteiligt an der Neugründung der SPD in Lörrach
Rezeption
1948
Ehrenbürger der Gemeinde Haagen
Literatur
Groß 1933, S. 163.
Hubert Bernnat: 125 Jahre Arbeiterbewegung im Dreiländereck. Die Geschichte der Lörracher SPD von den Anfängen 1868 bis zur Nachkriegszeit 1948, Lörrach 1993, S. 67.
Schröder 1995, S. 683.
Weik 2003, S. 300.