Franz Geiler

Verfolgung
16.03.1933
Geiler wird am 16. März 1933 während einer Sitzung des Freiburger Stadtrats verhaftet und in »Schutzhaft« genommen. Grund für die Verhaftung ist ein Flugblatt, das er nach der Reichstagswahl vom 5. März 1933 als Gewerkschaftsangestellter an Gewerkschaftsmitglieder verschickte (Gesamtverband der Arbeitnehmer öffentlicher Betriebe und des Personen- und Warenverkehrs in Freiburg). Geiler wird zunächst in Freiburg und dann im Konzentrationslager Ankenbuck inhaftiert. Am 22. Dezember 1933 wird er aus der Haft entlassen.
01.06.1933
Geiler ist Geschäftsführer des Gesamtverbands der Arbeitnehmer öffentlicher Betriebe und des Personen- und Warenverkehrs in Freiburg im Breisgau. Am 1. Juni 1933 wird er im Zuge der Gleichschaltung der Gewerkschaften durch die NS-Behörden entlassen. Zudem wird Geiler seine von der Stadt Freiburg gemietete Wohnung gekündigt.
22.08.1944
Geiler wird am 22. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« in »Schutzhaft« genommen. Er wird zunächst in Freiburg inhaftiert. Ab dem 27. August 1944 befindet er sich in der Untersuchungshaftanstalt Karlsruhe. Am 6. September 1944 wird er aus der Haft entlassen.
Biografie
1885
Volksschule in Nesselried
1892
Lehre als Schuhmacher in Offenburg
1893
Gewerbeschule
1899
Eintritt in die SPD
Wanderschaft als Schuhmacher
1902
Vorsitzender des Gewerkschaftskartells in Straßburg
Tätigkeit als Schuhmachergeselle
1906
Gemeinderat in Straßburg
1906
Arbeitersekretär in Straßburg
1911
Arbeitersekretär in Plauen im Vogtland
ab 1913
Redakteur bei der »Mühlhauser Volkszeitung« (Elsass)
1914
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg
1918
Soldatenrat
1919
Ausweisung aus dem Elsass
1919
Redakteur der »Freien Presse« in Lüdenscheid (Westfalen)
ab 1920
Angestellter des Gemeinde- und Staatsarbeiterverbands in Freiburg
ab 1922
Stadtrat in Freiburg
1930
Angestellter beim Gesamtverband der Arbeitnehmer öffentlicher Betriebe und des Personen- und Warenverkehrs in Freiburg
Juni 1933
Arbeitslos
Februar 1934
Selbstständige Tätigkeit als Schuhmacher
ab Mai 1945
Vorsitzender des Antifa-Ausschusses in Freiburg
November 1945
Bürgermeister der Stadt Freiburg, zunächst von der französischen Militärregierung ernannt, ab September 1946 gewählt
Vorsitzender der SPD in Freiburg
Rezeption
Namenspatron des Franz-Geiler-Platzes in Freiburg im Breisgau
Namenspatron der Rue Geiler in Straßburg
Literatur
Schumacher 1995, S. 46.
Schröder 1995, S. 459-460.
Kühnel 2002, S. 71, 75.
Weik 2003, S. 48, 293.
Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (Hrsg.): Der Freiheit verpflichtet. Gedenkbuch der deutschen Sozialdemokratie im 20. Jahrhundert, Berlin 2013, S. 170.