Franz Geiler

Parlament

1919
Verfassunggebende Landesversammlung der Republik Baden (SPD, Wahlkreis 2 Freiburg)

1933
Landtag der Republik Baden (SPD)

1946
Beratende Landesversammlung Baden (SPD)

1947
Landtag Baden (SPD, Wahlkreis 7 Freiburg-Stadt)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

nach 1945 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Geburt 14.06.1879, Nesselried (Appenweier)
Erste Ehe
Dorothea geb. Wolf (1901)
Zweite Ehe
Anna Katharina geb. Weber (1946)
Beruf Schuhmacher, Gewerkschaftsfunktionär, Bürgermeister
Kinder 3
Konfession Römisch-katholisch
Verstorben 14.08.1948, Freiburg im Breisgau

Verfolgung

16.03.1933
Geiler wird am 16. März 1933 während einer Sitzung des Freiburger Stadtrats verhaftet und in »Schutzhaft« genommen. Grund für die Verhaftung ist ein Flugblatt, das er nach der Reichstagswahl vom 5. März 1933 als Gewerkschaftsangestellter an Gewerkschaftsmitglieder verschickte (Gesamtverband der Arbeitnehmer öffentlicher Betriebe und des Personen- und Warenverkehrs in Freiburg). Geiler wird zunächst in Freiburg und dann im Konzentrationslager Ankenbuck inhaftiert. Am 22. Dezember 1933 wird er aus der Haft entlassen.

01.06.1933
Geiler ist Geschäftsführer des Gesamtverbands der Arbeitnehmer öffentlicher Betriebe und des Personen- und Warenverkehrs in Freiburg im Breisgau. Am 1. Juni 1933 wird er im Zuge der Gleichschaltung der Gewerkschaften durch die NS-Behörden entlassen. Zudem wird Geiler seine von der Stadt Freiburg gemietete Wohnung gekündigt.

22.08.1944
Geiler wird am 22. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« in »Schutzhaft« genommen. Er wird zunächst in Freiburg inhaftiert. Ab dem 27. August 1944 befindet er sich in der Untersuchungshaftanstalt Karlsruhe. Am 6. September 1944 wird er aus der Haft entlassen.

Biografie

1885
Volksschule in Nesselried

1892
Lehre als Schuhmacher in Offenburg

1893
Gewerbeschule

1899
Eintritt in die SPD

Wanderschaft als Schuhmacher

1902
Vorsitzender des Gewerkschaftskartells in Straßburg

Tätigkeit als Schuhmachergeselle

1906
Gemeinderat in Straßburg

1906
Arbeitersekretär in Straßburg

1911
Arbeitersekretär in Plauen im Vogtland

ab 1913
Redakteur bei der »Mühlhauser Volkszeitung« (Elsass)

1914
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg

1918
Soldatenrat

1919
Ausweisung aus dem Elsass

1919
Redakteur der »Freien Presse« in Lüdenscheid (Westfalen)

ab 1920
Angestellter des Gemeinde- und Staatsarbeiterverbands in Freiburg

ab 1922
Stadtrat in Freiburg

1930
Angestellter beim Gesamtverband der Arbeitnehmer öffentlicher Betriebe und des Personen- und Warenverkehrs in Freiburg

Juni 1933
Arbeitslos

Februar 1934
Selbstständige Tätigkeit als Schuhmacher

ab Mai 1945
Vorsitzender des Antifa-Ausschusses in Freiburg

November 1945
Bürgermeister der Stadt Freiburg, zunächst von der französischen Militärregierung ernannt, ab September 1946 gewählt

Vorsitzender der SPD in Freiburg

Rezeption

Namenspatron des Franz-Geiler-Platzes in Freiburg im Breisgau

Namenspatron der Rue Geiler in Straßburg

Literatur

Schumacher 1995, S. 46.

Schröder 1995, S. 459-460.

Kühnel 2002, S. 71, 75.

Weik 2003, S. 48, 293.

Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (Hrsg.): Der Freiheit verpflichtet. Gedenkbuch der deutschen Sozialdemokratie im 20. Jahrhundert, Berlin 2013, S. 170.

Dokumente

Besuchserlaubnis des Gerichtsgefängnisses in Freiburg

Geilers Schwiegervater Franz Maenner erhielt am 24. August 1944 die Erlaubnis, den in »Schutzhaft« genommen Geiler für zehn Minuten zu sprechen.