Franz Wiedemeier

Parlament

1930
Reichstag (Zentrumspartei, Wahlkreis 31 Württemberg)

1946
Vorläufige Volksvertretung Württemberg-Baden (Vertreter der CDU)

1946
Verfassungsgebende Landesversammlung Württemberg-Baden (CDU, Wahlkreis 25 Ulm)

1946
Landtag Württemberg-Baden (CDU, Wahlkreis 25 Ulm, ab 1950 Wahlkreis 15 Ulm)

1952
Verfassungsgebende Landesversammlung Baden-Württemberg (CDU, Landesliste)

1953
Landtag Baden-Württemberg (CDU, Landesliste, ab 1956 Wahlkreis Ulm)

Partei vor 1933 Deutsche Zentrumspartei

nach 1945 -
Geburt 01.05.1890, Steinheim an der Murr
Ehe Maria geb. Klotzbücher (1914)
Beruf Tischler, Gewerkschaftssekretär
Kinder 3
Konfession Römisch-katholisch
Verstorben 08.09.1970, Ulm

Verfolgung

1933
Die Gestapo durchsucht 1933 mehrfach Wiedemeiers Wohnung und beschlagnahmt dort Unterlagen.

23.06.1933
Wiedemeier ist Gauvorstand der katholischen Arbeitervereine in den Gauen Württemberg und Hohenzollern. Am 23. Juni 1933 wird er im Zuge der Gleichschaltung der Gewerkschaften und unter dem Vorwurf der Veruntreuung aus dieser Stellung entlassen.

22.08.1933
Wiedemeier legt am 22. August 1933 unter dem Druck der NSDAP - wie einige andere Ratsmitglieder auch - sein Mandat als Mitglied des Ulmer Gemeinderats nieder.

23.08.1944
Wiedemeier wird am 23. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« verhaftet und in »Schutzhaft« genommen. Am 28. Oktober 1944 wird er aus der Haft entlassen.

Biografie

Volksschule in Steinheim

1904
Ausbildung zum Tischler

1908
Eintritt in die christlichen Gewerkschaften

1908
Tätigkeit als Tischler

1914
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg, eingesetzt an der Westfront

ab 1919
Wohnhaft in Ulm

bis 1933
Gewerkschaftssekretär des Zentralverbands christlicher Fabrik- und Transportarbeiter in Ulm

In den 1920er-Jahren Eintritt in die Zentrumspartei

1928
Gauvorstand der katholischen Arbeitervereine in den Gauen Württemberg und Hohenzollern

ab 1919
Mitglied des Vorstands der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) in Ulm

nach 1933
Arbeitslos

ab 1933
Mitglied des Reichsluftschutzbunds, ab 1939 Luftschutzwart auf Anweisung der Polizei

ab 1945
Verwaltungsdirektor der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) in Ulm

Mitbegründer der CDU in Ulm

1946
Mitglied des Gemeinderats in Ulm

1954
Stellvertretender Landesvorsitzender der CDU Baden-Württemberg

Rezeption

1954
Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

1964
Bürgermedaille der Stadt Ulm

1978
Namenspatron der Franz-Wiedemeier-Straße in Ulm

Literatur

Schumacher 1991, S. 558-559.

Frank Raberg: Franz Wiedemeier. Ein christlicher Demokrat in der Landes- und Parteipolitik des deutschen Südwestens, in: Ulm und Oberschwaben, 50, 1996, S. 243-306.

Frank Raberg: Franz Wiedemeier, in: Baden-Württembergische Biographien, 3, 2002, S. 454-457.

Weik 2003, S. 159.

Frank Raberg: Biographisches Lexikon für Ulm und Neu-Ulm 1802-2009, Ostfildern 2010, S. 467-468.

Marie-Kristin Hauke, Thomas Vogel: Erinnern in Ulm. Demokratischer Neubeginn nach 1945. Auseinandersetzungen um den Nationalsozialismus, Ulm 2014, S. 33.