Franz Wiedemeier

Verfolgung
1933
Die Gestapo durchsucht 1933 mehrfach Wiedemeiers Wohnung und beschlagnahmt dort Unterlagen.
23.06.1933
Wiedemeier ist Gauvorstand der katholischen Arbeitervereine in den Gauen Württemberg und Hohenzollern. Am 23. Juni 1933 wird er im Zuge der Gleichschaltung der Gewerkschaften und unter dem Vorwurf der Veruntreuung aus dieser Stellung entlassen.
22.08.1933
Wiedemeier legt am 22. August 1933 unter dem Druck der NSDAP - wie einige andere Ratsmitglieder auch - sein Mandat als Mitglied des Ulmer Gemeinderats nieder.
23.08.1944
Wiedemeier wird am 23. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« verhaftet und in »Schutzhaft« genommen. Am 28. Oktober 1944 wird er aus der Haft entlassen.
Biografie
Volksschule in Steinheim
1904
Ausbildung zum Tischler
1908
Eintritt in die christlichen Gewerkschaften
1908
Tätigkeit als Tischler
1914
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg, eingesetzt an der Westfront
ab 1919
Wohnhaft in Ulm
bis 1933
Gewerkschaftssekretär des Zentralverbands christlicher Fabrik- und Transportarbeiter in Ulm
In den 1920er-Jahren Eintritt in die Zentrumspartei
1928
Gauvorstand der katholischen Arbeitervereine in den Gauen Württemberg und Hohenzollern
ab 1919
Mitglied des Vorstands der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) in Ulm
nach 1933
Arbeitslos
ab 1933
Mitglied des Reichsluftschutzbunds, ab 1939 Luftschutzwart auf Anweisung der Polizei
ab 1945
Verwaltungsdirektor der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK) in Ulm
Mitbegründer der CDU in Ulm
1946
Mitglied des Gemeinderats in Ulm
1954
Stellvertretender Landesvorsitzender der CDU Baden-Württemberg
Rezeption
1954
Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
1964
Bürgermedaille der Stadt Ulm
1978
Namenspatron der Franz-Wiedemeier-Straße in Ulm
Literatur
Schumacher 1991, S. 558-559.
Frank Raberg: Franz Wiedemeier. Ein christlicher Demokrat in der Landes- und Parteipolitik des deutschen Südwestens, in: Ulm und Oberschwaben, 50, 1996, S. 243-306.
Frank Raberg: Franz Wiedemeier, in: Baden-Württembergische Biographien, 3, 2002, S. 454-457.
Weik 2003, S. 159.
Frank Raberg: Biographisches Lexikon für Ulm und Neu-Ulm 1802-2009, Ostfildern 2010, S. 467-468.
Marie-Kristin Hauke, Thomas Vogel: Erinnern in Ulm. Demokratischer Neubeginn nach 1945. Auseinandersetzungen um den Nationalsozialismus, Ulm 2014, S. 33.