Frieda Unger (geb. Eckert, verh. Haas)

Parlament

1921
Landtag der Republik Baden (USPD, ab 1922 KPD, Landesliste)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD)
Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)

nach 1945 Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)
Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)
Geburt 09.07.1888, Schopfheim
Erste Ehe
Karl Unger (1910)
Zweite Ehe
Max Haas (1927)
Beruf Verkäuferin, Verbandsfunktionärin
Kinder 4
Konfession Konfessionslos
Verstorben 12.04.1975, Berlin (DDR)

Verfolgung

Oktober 1937
Frieda Unger ist im kommunistischen Widerstand gegen das NS-Regime aktiv. Sie trifft sich in ihrer Wohnung mit Gesinnungsgenossen, unterstützt die Rote Hilfe und verteilt illegale Flugblätter. Im Oktober 1937 wird sie zusammen mit ihrem Ehemann Max Haas von der Gestapo verhaftet. Unger wird zunächst zwei bis drei Monate in einem Polizeigefängnis in »Schutzhaft« genommen und verbringt dann zwei weitere Monate in Untersuchungshaft in Berlin-Moabit. Da Unger und ihrem Ehemann keine illegalen Tätigkeiten nachgewiesen werden können, werden beide Anfang 1938 aus der Haft entlassen.

Biografie

Tochter eines Steinhauermeisters, wächst nach dem frühen Tod der Eltern bei ihrer Großmutter auf

Volksschule

Lehre als Verkäuferin

Verkäuferin in einem Gemischtwarenladen und in einem Warenhaus in Schopfheim

1904
Dienstmädchen in Basel

1911
Eintritt in die SPD

1915
Wohnhaft in Lahr

1918
Eintritt in die USPD

1919
Stadtverordnete in Lahr

1922
Eintritt in die KPD

1923
Beteiligung an einem Umsturzplan in Mittelbaden mit dem Ziel, eine Räterepublik einzuführen. In der Folge Untersuchungshaft vom November 1923 bis zum Frühjahr 1924 (Freigang für die Sitzungen des badischen Landtags). 1926 Verurteilung durch das Reichsgericht Leipzig wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu zweieinhalb Jahren Haft. Strafhaft im Gefängnis in Bruchsal bis 1927.

ab 1931
Wohnhaft in Berlin-Neukölln, dort Tätigkeit im Zentralverband der Arbeitsinvaliden

1945
In der sowjetischen Besatzungszone Abteilungsleiterin im Zentralvorstand Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB), dort für Frauenfragen zuständig

1948
Bundesvorstand des Demokratischen Frauenbunds Deutschland (DFD)

bis 1958
Leiterin einer Wohnbezirksgruppe der Nationalen Front in Berlin-Johannisthal

Rezeption

1968
Vaterländischer Verdienstorden in Silber der DDR

Literatur

Renate Liessem-Breinlinger: Die Lahrer Hungerunruhen, in: Geroldsecker Land, 17, 1975, S. 141-160.

Gabriele Bohnert: Frieda Unger, in: Der Storchenturm, 7, 1992, S. 20-21.

Renate Liessem-Breinlinger: Frieda Unger. Die Lahrer Rosa Luxemburg, in: Frauen im deutschen Südwesten, hrsg. von Birgit Knorr, Stuttgart 1993, S. 222-229.

Schumacher 1995, S. 166.

Sabine Steiniger: Frieda Unger. Die »Rosa Luxemburg von Lahr«, in: Lauter Frauen. Aufgespürt in Baden-Württemberg, hrsg. vom Südwestrundfunk, Stuttgart 2000, S. 168-172.

Weik 2003, S. 303.

Frank Raberg: Frieda Unger. In: Momente. Beiträge zur Landeskunde von Baden-Württemberg, 1, 2005, S. 22.

Thorsten Mietzner: Frieda Unger oder ein Versuch über Grautöne, in: Geroldsecker Land, 49, 2007, S. 132-140.

Weber Herbst 2008, S. 958.

Heiner A. Baur: Mit der Sozialdemokratie gebrochen. Frieda Unger-Haas, die badische Rosa Luxemburg, ihre Wurzeln liegen in Schopfheim, Schopfheim Jahrbuch, 24, 2008, S. 39-41.

Dorothea Keuler: Provokante Weibsbilder. Historische Skandale aus Baden und Württemberg, Tübingen 2011, S. 180-195.

Hochreuther 2012, S. 63.