Friedrich Vortisch

Parlament

1946
Beratende Landesversammlung Baden (DP)

1947
Landtag Baden (DP, Wahlkreis 5 Lörrach)

1952
Verfassungsgebende Landesversammlung Baden-Württemberg (FDP/DVP, Landesliste)

1953
Landtag Baden-Württemberg (FDP/DVP, Landesliste)

Partei vor 1933 Deutsche Demokratische Partei (DDP)
Deutsche Staatspartei (DStP)

nach 1945 Demokratische Volkspartei (DVP)
Freie Demokratische Partei (FDP)
Geburt 05.03.1899, Lörrach
Ehe Ethel geb. Freiin Pergler von Perglas (1928)
Beruf Rechtsanwalt
Kinder 4
Konfession Evangelisch
Verstorben 22.09.1991, Lörrach

Verfolgung

Vortisch ist Rechtsanwalt und vertritt bis 1939 Juden vor Gericht. Er wird deshalb wiederholt von der nationalsozialistischen Wochenzeitung »Der Stürmer« diffamiert und erhält Drohbriefe.

Herbst 1940
Wegen seiner »politischen Unzuverlässigkeit« verweigern die NS-Behörden Vortisch im Herbst 1940 die Zulassung als Fachanwalt für Steuerrecht.

Februar 1942
Die NS-Behörden untersagen Vortisch im Februar 1942 aufgrund seiner »politischen Unzuverlässigkeit« den Grenzübertritt in die Schweiz.

Biografie

Sohn eines Rechtsanwalts

1905
Volksschule

1908
Gymnasium in Lörrach

1918
Studium der Rechtswissenschaft in Freiburg und Leipzig

Mitglied der studentischen Verbindung Albingia Freiburg

1922
Rechtsreferendariat unter anderem in Wolfach, Lörrach, Mannheim, Freiburg und Konstanz

Herbst 1922
Erstes juristisches Staatsexamen

Herbst 1924
Zweites juristisches Staatsexamen in Karlsruhe

1925
Tätigkeit als Anwalt in der Kanzlei seines Vaters Friedrich Vortisch sen.

Juli 1933
Auslandsreise in die Schweiz

1935
Nach dem Tod des Vaters Eröffnung einer eigenen Kanzlei mit Partner Paul Reerink

August 1939
Auslandsreise in die Schweiz

1939
Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg

1943
Erneuter Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg

1948
Mitbegründer der FDP

Rezeption

1988
Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg

Literatur

Paul Feuchte: Verfassungsgeschichte von Baden-Württemberg, Stuttgart 1983, S. 65, 83.

Walter Jung: Friedrich Vortisch, in: Unser Lörrach, 23, 1992, S. 191-192.

Weik 2003, S. 154.

Angela Borgstedt: Badische Juristen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus, in: Badische Juristen im Widerstand 1933-1945, hrsg. von Angela Borgstedt, Konstanz 2004, S. 12.

Dokumente

Politische Beurteilung Friedrich Vortischs

Am 12. Juli 1940 erstellte die NSDAP-Kreisleitung in Lörrach eine politische Beurteilung Vortischs, in der sie diesen als »unsterblichen Demokraten« und »'Grüss Gott' Sager« charakterisierte.

Antisemitischer Drohbrief gegen Friedrich Vortisch

Weil er als Rechtsanwalt Juden vor Gericht vertrat, erhielt Vortisch antisemitische Drohbriefe.