Friedrich Vortisch

Verfolgung
Vortisch ist Rechtsanwalt und vertritt bis 1939 Juden vor Gericht. Er wird deshalb wiederholt von der nationalsozialistischen Wochenzeitung »Der Stürmer« diffamiert und erhält Drohbriefe.
Herbst 1940
Wegen seiner »politischen Unzuverlässigkeit« verweigern die NS-Behörden Vortisch im Herbst 1940 die Zulassung als Fachanwalt für Steuerrecht.
Februar 1942
Die NS-Behörden untersagen Vortisch im Februar 1942 aufgrund seiner »politischen Unzuverlässigkeit« den Grenzübertritt in die Schweiz.
Biografie
Sohn eines Rechtsanwalts
1905
Volksschule
1908
Gymnasium in Lörrach
1918
Studium der Rechtswissenschaft in Freiburg und Leipzig
Mitglied der studentischen Verbindung Albingia Freiburg
1922
Rechtsreferendariat unter anderem in Wolfach, Lörrach, Mannheim, Freiburg und Konstanz
Herbst 1922
Erstes juristisches Staatsexamen
Herbst 1924
Zweites juristisches Staatsexamen in Karlsruhe
1925
Tätigkeit als Anwalt in der Kanzlei seines Vaters Friedrich Vortisch sen.
Juli 1933
Auslandsreise in die Schweiz
1935
Nach dem Tod des Vaters Eröffnung einer eigenen Kanzlei mit Partner Paul Reerink
August 1939
Auslandsreise in die Schweiz
1939
Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg
1943
Erneuter Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg
1948
Mitbegründer der FDP
Rezeption
1988
Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg
Literatur
Paul Feuchte: Verfassungsgeschichte von Baden-Württemberg, Stuttgart 1983, S. 65, 83.
Walter Jung: Friedrich Vortisch, in: Unser Lörrach, 23, 1992, S. 191-192.
Weik 2003, S. 154.
Angela Borgstedt: Badische Juristen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus, in: Badische Juristen im Widerstand 1933-1945, hrsg. von Angela Borgstedt, Konstanz 2004, S. 12.
Dokumente
Politische Beurteilung Friedrich Vortischs
Am 12. Juli 1940 erstellte die NSDAP-Kreisleitung in Lörrach eine politische Beurteilung Vortischs, in der sie diesen als »unsterblichen Demokraten« und »'Grüss Gott' Sager« charakterisierte.