Fritz Eiche

Parlament

1947
Landtag Baden (KPD, Landesliste)

Partei vor 1933 Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)

nach 1945 Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)
Geburt 09.08.1902, Gresgen (Zell im Wiesental)
Ehe Amalie geb. Dietsche (1935)
Beruf Weber, Gewerkschafts- und Parteifunktionär
Kinder 3
Konfession Konfessionslos
Verstorben 26.11.1967, Basel

Verfolgung

07.08.1933
Eiche befindet sich wegen seiner KPD-Tätigkeit von Oktober 1931 bis zum 6. August 1933 in Rastatt in Festungshaft. Am 7. August 1933, dem Tag nach seiner Haftentlassung, wird Eiche von den NS-Behörden verhaftet und in »Schutzhaft« genommen. Ein Teil seiner Bücher und Zeitschriften wird beschlagnahmt. Zunächst ist Eiche im Konzentrationslager Heuberg inhaftiert, ab dem 21. Dezember 1933 befindet er sich im Konzentrationslager Kislau. Am 7. April 1934 wird Eiche aus der Haft entlassen. Auf Anordnung des Lagerkommandanten des Konzentrationslagers Kislau muss er sich die folgenden sechs Monate täglich auf der Polizeibehörde in Zell melden.

31.08.1936
Eiche wird am 31. August 1936 im Gefängnis in Lörrach in Untersuchungshaft genommen. Er soll im Zusammenhang mit anhängigen Verfahren gegen andere KPD-Mitglieder wegen Vorbereitung zum Hochverrat angeklagt werden. Eiche wird jedoch am 6. Oktober 1936 freigelassen, weil ihn die anderen Angeklagten nicht belasten.

Biografie

Volks- und Fortbildungsschule

Lehre als Weber

Weber in Seidenfabriken und Webereien in Zell und Tiengen

Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg

Mitglied des Gemeinderats in Zell

1923
Eintritt in die KPD

Mitglied der Revolutionären Gewerkschafts-Opposition (RGO), der Roten Hilfe und der Internationalen Arbeiterhilfe

September 1923
Beteiligung am »Oberbadischen Aufstand« (kommunistische Aufstände, die in Lörrach und anderen badischen Orten angesichts der Wirtschaftskrise ausbrachen)

Dezember 1924
Der Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik verurteilt Eiche wegen Begünstigung und Vergehens gegen das Sprengstoffgesetz zu einer Gefängnisstrafe von fünf Monaten.

Januar 1931
Besuch der KPD-Parteischule in Berlin-Fichtenau

Leiter der Jugendabteilung der KPD in Mannheim

ab Mai 1931
Organisationsvolontär in der KPD-Bezirksleitung Baden-Pfalz

Juli 1931
Vorübergehende Tätigkeit als Redakteur bei der »Arbeiter-Zeitung« in Mannheim

September 1931
Vorübergehend Leiter des KPD-Unterbezirks Lörrach

Hilfsarbeiter im Büro der Revolutionären Gewerkschafts-Opposition (RGO)

Oktober 1931
Eiche wird wegen seiner KPD-Tätigkeit in Rastatt in Festungshaft genommen. Am 3. Juni 1932 wird er wegen staatsfeindlicher Aktivitäten und wegen des Verteilens nicht genehmigter Flugblätter zu einem Jahr und neun Monaten Festungshaft verurteilt.

ab 1941
Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg

nach 1945
Mitglied des Gemeinderats und des Kreisrats in Zell

Tätigkeit als Sekretär der Textilgewerkschaft

nach 1956
Nach dem Verbot der KPD ist Eiche als Angehöriger der Unabhängigen Wählervereinigung Mitglied des Gemeinderats in Zell.

Literatur

Frieda Faller, Emil Faller: Wir trugen die Last, bis sie zerbrach. Ein deutscher Briefwechsel 1933-1938, Freiburg im Breisgau 1983, S. 52.

Max Faulhaber: »Aufgegeben haben wir nie.« Erinnerungen aus einem Leben in der Arbeiterbewegung, Marburg 1988, S. 347.

Edgar Wolfrum: Französische Besatzungspolitik und deutsche Sozialdemokratie. Politische Neuansätze in der »vergessenen Zone« bis zur Bildung des Südweststaates 1945-1952, Düsseldorf 1991, S. 236-237.

Jens Ulrich Klocksin: Kommunisten im Parlament. Die KPD in Regierungen und Parlamenten der westdeutschen Besatzungszonen und der Bundesrepublik Deutschland (1945-1956), Bonn 1994, S. 128.

Ursula Krause-Schmitt (Red.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Baden-Württemberg II, Regierungsbezirke Freiburg und Tübingen, 5, 2, Frankfurt am Main 1997, S. 84.

Weik 2003, S. 40.