Fritz Fleck

Parlament

1946
Beratende Landesversammlung Württemberg-Hohenzollern (SPD)

1947
Landtag Württemberg-Hohenzollern (SPD, Landesliste)

Partei vor 1933 Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD)
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

nach 1945 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Geburt 19.11.1890, Calw
Erste Ehe
Frida Mathilde geb. Hartenstein (1914)
Zweite Ehe
Klara geb. Vogler (1939)
Beruf Werkzeugdreher, Gewerkschaftsfunktionär
Kinder 5
Konfession Konfessionslos
Verstorben 09.10.1966, Tuttlingen

Verfolgung

17.03.1933
Fleck wird am 17. März 1933 in »Schutzhaft« genommen. Zunächst befindet er sich einige Tage im Amtsgerichtsgefängnis Oberndorf, dann wird er in das Konzentrationslager Heuberg überstellt. Dort wird er am 12. Juli 1933 aus der Haft entlassen. Nach seiner Entlassung steht Fleck unter Polizeiaufsicht, er muss sich täglich bei den Behörden melden.

Juni 1933
Fleck ist Gewerkschaftssekretär beim Tuttlinger Ortsausschuss des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbunds. Im Juni 1933 wird er im Zuge der Auflösung der Gewerkschaften aus dieser Stellung entlassen.

22.08.1944
Fleck wird am 22. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« im Amtsgerichtsgefängnis Tuttlingen in »Schutzhaft« genommen. Am 30. August 1944 wird er aus der Haft entlassen.

Biografie

Volksschule in Reutlingen und Ehingen

Lehre als Werkzeugdreher bei der Firma Daimler in Stuttgart

1904
Mitglied einer sozialistischen Jugendorganisation in Stuttgart-Untertürkheim

1908
Eintritt in den Deutschen Metallarbeiter-Verband (DMV)

1910
Militärdienst

1912
Eintritt in den Deutschen Arbeiter-Sängerbund und den Verein Naturfreunde

Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg

1919
Eintritt in den Arbeiter-Radfahrerbund Solidarität

1919
Mitglied des Gemeinderats in Reutlingen

1919
Mitglied der USPD

1920
Eintritt in die SPD

1920
Hauptamtlicher Geschäftsführer des Deutschen Metallarbeiter-Verbands (DMV) in Reutlingen

1923
Hauptamtlicher Gewerkschaftssekretär beim Tuttlinger Ortsausschuss des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbunds (ADGB)

1924
Mitbegründer des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold in Tuttlingen

1933
Arbeitslos

1934
Provisionsvertreter für die Badenia Weinkellerei

1937
Fleck arbeitet zeitweise in Bad Ischl bei seinem Bruder Hans Fleck, der als Mechanikermeister tätig ist.

September 1940
Tätigkeit als Terminsachbearbeiter bei den Chironwerken Tuttlingen

April 1945
Stellvertretender Bürgermeister von Tuttlingen, kommissarisch ernannt durch die französische Militärregierung

1946
Beauftragter der französischen Militärregierung zur Gründung des Gewerkschaftsbunds Südwürttemberg-Hohenzollern

1946
Wahl zum Vorsitzenden des Hauptausschusses der Arbeiterwohlfahrt für Südwürttemberg-Hohenzollern

Mai 1946
Bürgermeister von Tuttlingen, kommissarisch ernannt durch die französische Militärregierung

Februar 1947
Wahl zum Ersten Vorsitzenden des Gewerkschaftsbunds Südwürttemberg-Hohenzollern

1950
Leiter des Bezirks Südwürttemberg-Hohenzollern des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB)

1955
Ruhestand

Rezeption

2011
Namenspatron des Fritz-Fleck-Wegs in Tuttlingen

Literatur

Marliese Allgaier-Schutzbach: Tuttlinger Arbeiterbewegung 1932-1945, in: Nationalsozialismus in Tuttlingen, hrsg. von der Stadt Tuttlingen, Tuttlingen 1986, S. 83-94.

Kühnel 2002, S. 53, 58.

Weik 2003, S. 45.

Straßen erinnern an NS-Widerstand, in: Gränzbote, 14. März 2011.

Eugenia Flemmer: Fritz Fleck, in: »Seid wachsam, dass über Deutschland nie wieder die Nacht hereinbricht«. Gewerkschafter in Konzentrationslagern 1933-1945, hrsg. von Siegfried Mielke, Günter Morsch, Berlin 2011, S. 58-63.

Dokumente

Bescheinigung der Polizei Tuttlingen

Die Polizei Tuttlingen bescheinigte Fritz Fleck 1946 im Rahmen seines Entnazifizierungsverfahrens, dass er 1933 und 1944 verhaftet wurde.