Fritz Fleck

Verfolgung
17.03.1933
Fleck wird am 17. März 1933 in »Schutzhaft« genommen. Zunächst befindet er sich einige Tage im Amtsgerichtsgefängnis Oberndorf, dann wird er in das Konzentrationslager Heuberg überstellt. Dort wird er am 12. Juli 1933 aus der Haft entlassen. Nach seiner Entlassung steht Fleck unter Polizeiaufsicht, er muss sich täglich bei den Behörden melden.
Juni 1933
Fleck ist Gewerkschaftssekretär beim Tuttlinger Ortsausschuss des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbunds. Im Juni 1933 wird er im Zuge der Auflösung der Gewerkschaften aus dieser Stellung entlassen.
22.08.1944
Fleck wird am 22. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« im Amtsgerichtsgefängnis Tuttlingen in »Schutzhaft« genommen. Am 30. August 1944 wird er aus der Haft entlassen.
Biografie
Volksschule in Reutlingen und Ehingen
Lehre als Werkzeugdreher bei der Firma Daimler in Stuttgart
1904
Mitglied einer sozialistischen Jugendorganisation in Stuttgart-Untertürkheim
1908
Eintritt in den Deutschen Metallarbeiter-Verband (DMV)
1910
Militärdienst
1912
Eintritt in den Deutschen Arbeiter-Sängerbund und den Verein Naturfreunde
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg
1919
Eintritt in den Arbeiter-Radfahrerbund Solidarität
1919
Mitglied des Gemeinderats in Reutlingen
1919
Mitglied der USPD
1920
Eintritt in die SPD
1920
Hauptamtlicher Geschäftsführer des Deutschen Metallarbeiter-Verbands (DMV) in Reutlingen
1923
Hauptamtlicher Gewerkschaftssekretär beim Tuttlinger Ortsausschuss des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbunds (ADGB)
1924
Mitbegründer des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold in Tuttlingen
1933
Arbeitslos
1934
Provisionsvertreter für die Badenia Weinkellerei
1937
Fleck arbeitet zeitweise in Bad Ischl bei seinem Bruder Hans Fleck, der als Mechanikermeister tätig ist.
September 1940
Tätigkeit als Terminsachbearbeiter bei den Chironwerken Tuttlingen
April 1945
Stellvertretender Bürgermeister von Tuttlingen, kommissarisch ernannt durch die französische Militärregierung
1946
Beauftragter der französischen Militärregierung zur Gründung des Gewerkschaftsbunds Südwürttemberg-Hohenzollern
1946
Wahl zum Vorsitzenden des Hauptausschusses der Arbeiterwohlfahrt für Südwürttemberg-Hohenzollern
Mai 1946
Bürgermeister von Tuttlingen, kommissarisch ernannt durch die französische Militärregierung
Februar 1947
Wahl zum Ersten Vorsitzenden des Gewerkschaftsbunds Südwürttemberg-Hohenzollern
1950
Leiter des Bezirks Südwürttemberg-Hohenzollern des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB)
1955
Ruhestand
Rezeption
2011
Namenspatron des Fritz-Fleck-Wegs in Tuttlingen
Literatur
Marliese Allgaier-Schutzbach: Tuttlinger Arbeiterbewegung 1932-1945, in: Nationalsozialismus in Tuttlingen, hrsg. von der Stadt Tuttlingen, Tuttlingen 1986, S. 83-94.
Kühnel 2002, S. 53, 58.
Weik 2003, S. 45.
Straßen erinnern an NS-Widerstand, in: Gränzbote, 14. März 2011.
Eugenia Flemmer: Fritz Fleck, in: »Seid wachsam, dass über Deutschland nie wieder die Nacht hereinbricht«. Gewerkschafter in Konzentrationslagern 1933-1945, hrsg. von Siegfried Mielke, Günter Morsch, Berlin 2011, S. 58-63.