Fritz Ulrich

Verfolgung
Februar 1933
Im Februar 1933 durchsuchen die NS-Behörden zweimal Ulrichs Wohnung in Heilbronn.
10.03.1933
Ulrich ist Chefredakteur der SPD-Tageszeitung »Neckar-Echo« in Heilbronn. Am 10. März 1933 wird er im Zuge des Verbots der Zeitung von den NS-Behörden entlassen.
15.03.1933
Am 15. März 1933 wird Ulrich aus einer Sitzung des württembergischen Landtags heraus verhaftet. Nach Protesten aller Landtagsfraktionen (außer der NSDAP) wird er noch am gleichen Tag aus der Haft entlassen.
26.03.1933
Ulrich wird am 26. März 1933 verhaftet und in Frankfurt in »Schutzhaft« genommen. Am 8. April 1933 wird er aus der Haft entlassen.
10.04.1933
Ulrich wird am 10. April 1933 in Stuttgart verhaftet und im Landesgefängnis Heilbronn in »Schutzhaft« genommen. Am 11. Mai 1933 wird er in das Konzentrationslager Heuberg überstellt. Am 1. November 1933 wird Ulrich aus der Haft entlassen.
22.08.1944
Ulrich wird am 22. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« verhaftet und im Konzentrationslager Dachau in »Schutzhaft« genommen. Am 13. Oktober 1944 wird er aus der Haft entlassen.
Biografie
1895
Volksschule in Schwaikheim
1902
Lehre als Schriftsetzer und Drucker in Marbach am Neckar
1906
Tätigkeit als Schriftsetzer und Buchdrucker
1906
Eintritt in die Druckergewerkschaft
1907
Eintritt in die SPD und Mitbegründer des SPD-Ortsvereins in Schwaikheim
1908
Militärdienst in Ulm
Februar 1911
Redakteur der SPD-Zeitung »Schwäbische Tagwacht« in Stuttgart und der »Freien Presse« in Reutlingen
1912
Redakteur der SPD-Zeitung »Neckar-Echo« in Heilbronn
1914
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg
1934
Weingärtner in Heilbronn
Juni 1945
Landesdirektor der Innenverwaltung in Stuttgart
September 1945
Innenminister von Württemberg-Baden
1946
Mitglied des Landesvorstands der SPD in Württemberg-Baden bzw. Baden-Württemberg
1947
Stellvertretender Vorsitzender der SPD Württemberg-Baden
1952
Innenminister von Baden-Württemberg
Rezeption
1953
Ehrenbürger der Stadt Heilbronn
1953
Ehrenbürger der Gemeinde Schwaikheim
1956
Verfassungsmedaille in Gold des Landes Baden-Württemberg
Namenspatron der Fritz-Ulrich-Schule in Heilbronn
1988
Namenspatron der Fritz-Ulrich-Halle in Schwaikheim
Namenspatron des Fritz-Ulrich-Wegs in Stuttgart-Möhringen
Namenspatron des Fritz-Ulrich-Wegs in Schwaikheim
Benennung des Naturfreundehauses in Schwaikheim nach Fritz Ulrich
Literatur
Erich Rossmann: Ein Leben für Sozialismus und Demokratie, Stuttgart, Tübingen 1947, S. 79.
Wengerter und Minister. Fritz Ulrich. Vom Benjamin zum Alterspräsidenten, Stuttgart 1968.
Birgit Wiedmann-Kroll: Fritz Ulrich, in: Heilbronn. Sie machten Geschichte. Zwölf Porträts aus dem Leben und Wirken berühmter Heilbronner, Heilbronn 1977, S. 89-96.
Wolfgang Schmierer (Bearb.): Nachlaß Fritz Ulrich, Stuttgart 1988.
Margit Adamek (Red.): Fritz Ulrich. Zum hundertsten Geburtstag, Heilbronn 1989.
Christhard Schrenk: Fritz Ulrich. Zum 100. Geburtstag, in: Jahrbuch für schwäbisch-fränkische Geschichte, 32, 1992, S. 279-292.
Fritz Richert: Fritz Ulrich, in: Lebensbilder aus Baden-Württemberg, 18, 1994, S. 485-499.
Simon M. Haag: Der »tausendjährige« Wengerter. Fritz Ulrich, in: Heilbronner Köpfe, 2, Heilbronn, 1999, S. 173-190, 236-237.
Raberg 2001, S. 936-938.
Christhard Schrenk, Rolf Diefenbach: Fritz Ulrich, in: Baden-Württembergische Biographien, 3, 2002, S. 425-427.
Weik 2003, S. 151.