Fritz Ulrich

Parlament

1919
Verfassunggebende Landesversammlung des freien Volksstaates Württemberg (SPD, Landesliste)

1920
Landtag des freien Volksstaates Württemberg (SPD, Wahlkreis Württemberg 6 Heilbronn-Neckarsulm)

1930
Reichstag (SPD, Wahlkreis 31 Württemberg)

1932
Landtag des freien Volksstaates Württemberg (SPD, Wahlverband Heilbronn-Neckarsulm)

1946
Vorläufige Volksvertretung Württemberg-Baden (Vertreter der Regierung)

1946
Verfassungsgebende Landesversammlung Württemberg-Baden (SPD, Wahlkreis 16 Heilbronn)

1946
Landtag Württemberg-Baden (SPD, Wahlkreis 16 Heilbronn, ab 1950 Wahlkreis 9 Heilbronn)

1952
Verfassungsgebende Landesversammlung Baden-Württemberg (SPD, Wahlkreis Heilbronn-Stadt)

1953
Landtag Baden-Württemberg (SPD, Wahlkreis Heilbronn-Stadt)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

nach 1945 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Geburt 12.02.1888, Schwaikheim
Ehe Berta geb. Winter (1913)
Beruf Schriftsetzer, Redakteur, Weingärtner, Landesminister
Kinder 2
Konfession Evangelisch
Verstorben 07.10.1969, Stuttgart

Verfolgung

Februar 1933
Im Februar 1933 durchsuchen die NS-Behörden zweimal Ulrichs Wohnung in Heilbronn.

10.03.1933
Ulrich ist Chefredakteur der SPD-Tageszeitung »Neckar-Echo« in Heilbronn. Am 10. März 1933 wird er im Zuge des Verbots der Zeitung von den NS-Behörden entlassen.

15.03.1933
Am 15. März 1933 wird Ulrich aus einer Sitzung des württembergischen Landtags heraus verhaftet. Nach Protesten aller Landtagsfraktionen (außer der NSDAP) wird er noch am gleichen Tag aus der Haft entlassen.

26.03.1933
Ulrich wird am 26. März 1933 verhaftet und in Frankfurt in »Schutzhaft« genommen. Am 8. April 1933 wird er aus der Haft entlassen.

10.04.1933
Ulrich wird am 10. April 1933 in Stuttgart verhaftet und im Landesgefängnis Heilbronn in »Schutzhaft« genommen. Am 11. Mai 1933 wird er in das Konzentrationslager Heuberg überstellt. Am 1. November 1933 wird Ulrich aus der Haft entlassen.

22.08.1944
Ulrich wird am 22. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« verhaftet und im Konzentrationslager Dachau in »Schutzhaft« genommen. Am 13. Oktober 1944 wird er aus der Haft entlassen.

Biografie

1895
Volksschule in Schwaikheim

1902
Lehre als Schriftsetzer und Drucker in Marbach am Neckar

1906
Tätigkeit als Schriftsetzer und Buchdrucker

1906
Eintritt in die Druckergewerkschaft

1907
Eintritt in die SPD und Mitbegründer des SPD-Ortsvereins in Schwaikheim

1908
Militärdienst in Ulm

Februar 1911
Redakteur der SPD-Zeitung »Schwäbische Tagwacht« in Stuttgart und der »Freien Presse« in Reutlingen

1912
Redakteur der SPD-Zeitung »Neckar-Echo« in Heilbronn

1914
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg

1934
Weingärtner in Heilbronn

Juni 1945
Landesdirektor der Innenverwaltung in Stuttgart

September 1945
Innenminister von Württemberg-Baden

1946
Mitglied des Landesvorstands der SPD in Württemberg-Baden bzw. Baden-Württemberg

1947
Stellvertretender Vorsitzender der SPD Württemberg-Baden

1952
Innenminister von Baden-Württemberg

Rezeption

1953
Ehrenbürger der Stadt Heilbronn

1953
Ehrenbürger der Gemeinde Schwaikheim

1956
Verfassungsmedaille in Gold des Landes Baden-Württemberg

Namenspatron der Fritz-Ulrich-Schule in Heilbronn

1988
Namenspatron der Fritz-Ulrich-Halle in Schwaikheim

Namenspatron des Fritz-Ulrich-Wegs in Stuttgart-Möhringen

Namenspatron des Fritz-Ulrich-Wegs in Schwaikheim

Benennung des Naturfreundehauses in Schwaikheim nach Fritz Ulrich

Literatur

Erich Rossmann: Ein Leben für Sozialismus und Demokratie, Stuttgart, Tübingen 1947, S. 79.

Wengerter und Minister. Fritz Ulrich. Vom Benjamin zum Alterspräsidenten, Stuttgart 1968.

Birgit Wiedmann-Kroll: Fritz Ulrich, in: Heilbronn. Sie machten Geschichte. Zwölf Porträts aus dem Leben und Wirken berühmter Heilbronner, Heilbronn 1977, S. 89-96.

Wolfgang Schmierer (Bearb.): Nachlaß Fritz Ulrich, Stuttgart 1988.

Margit Adamek (Red.): Fritz Ulrich. Zum hundertsten Geburtstag, Heilbronn 1989.

Christhard Schrenk: Fritz Ulrich. Zum 100. Geburtstag, in: Jahrbuch für schwäbisch-fränkische Geschichte, 32, 1992, S. 279-292.

Fritz Richert: Fritz Ulrich, in: Lebensbilder aus Baden-Württemberg, 18, 1994, S. 485-499.

Simon M. Haag: Der »tausendjährige« Wengerter. Fritz Ulrich, in: Heilbronner Köpfe, 2, Heilbronn, 1999, S. 173-190, 236-237.

Raberg 2001, S. 936-938.

Christhard Schrenk, Rolf Diefenbach: Fritz Ulrich, in: Baden-Württembergische Biographien, 3, 2002, S. 425-427.

Weik 2003, S. 151.