Georg Mall

Parlament

1946
Beratende Landesversammlung Baden (DemP)

Partei vor 1933 Deutsche Demokratische Partei (DDP)

nach 1945 Demokratische Partei (DemP)
Freie Demokratische Partei (FDP)
Geburt 03.09.1878, Donaueschingen
Ehe Helene geb. Haag
Beruf Architekt, Bauunternehmer
Kinder 3
Konfession Evangelisch
Verstorben 12.12.1956, Donaueschingen

Verfolgung

27.03.1933
Mall ist Mitglied im Gemeinderat Donaueschingen. Dort wird am 27. März 1933 ein Antrag eingebracht, Reichspräsident Paul von Hindenburg und Reichskanzler Adolf Hitler die Donaueschinger Ehrenbürgerschaft zu verleihen. Mall stimmt gegen den Antrag mit dem Hinweis, man vergebe keine Ehrungen vor Taten. Ab diesem Zeitpunkt wird Mall die Teilnahme an Sitzungen des Gemeinderats verweigert.

06.07.1938
Mall ist Bauunternehmer und äußert sich am 6. Juli 1938 kritisch vor seinen Angestellten über Hermann Göring, den Reichsbeauftragten für den Vierjahresplan. Zeugenaussagen zufolge soll Mall gesagt haben: »Der Göring mit seinem fetten Ranzen, mit seinem Vierjahresplan, der meint, vor ihm soll alles auf dem Bauch kriechen. Wenn er sagt, wir sind Arschlöcher, dann sind wir alle Arschlöcher.« Daraufhin stellt die NSDAP-Kreisleitung 30. Juli 1938 Strafanzeige gegen Mall wegen eines Vergehens gegen das »Heimtückegesetz« (Gesetz gegen heimtückische Angriffe auf Staat und Partei und zum Schutz der Parteiuniformen). Die Staatsanwaltschaft stellt das Untersuchungsverfahren jedoch am 7. September 1938 ein, da beide Zeugen vorbestraft sind und ihre Aussagen zu einer Anklageerhebung nicht ausreichen.

Biografie

Sohn eines Bauunternehmers

Realschule in Donaueschingen

Studium der Architektur an der Technischen Hochschule Karlsruhe

ab 1897
Mitglied der Burschenschaft Arminia Karlsruhe

Tätigkeit in der Schweiz, Italien (Beteiligung am Bau des Grandhotels in Gardone am Gardasee) und in Kiel (Beteiligung am Bau des Rathauses in Kiel)

1907
Nach dem Tod des Vaters Übernahme des väterlichen Betriebs und Leitung der Schwarzwälder Ziegelwerke

Mitarbeit an der architektonischen Neugestaltung Donaueschingens (Ausführung des Baus des Donaueschinger Rathauses)

1910
Mitglied im Gemeinderat von Donaueschingen

1913
Vorsitz der Gesellschaft der Musikfreunde Donaueschingen

1914
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg

1920
Kreisrat des Kreises Villingen

In der Weimarer Republik Eintritt in die DDP

Dezember 1939
Kriegsdient im Zweiten Weltkrieg in der Wehrmacht als Major und Bataillonskommandeur

1945
Mitglied des Gemeinderats und Beigeordneter in Donaueschingen

1946
Eintritt in die Demokratische Partei (ab 1948 FDP Südbaden)

1946
Kreisrat im Kreis Villingen

1946
Vizepräsident des badischen Landtags

1946
Beirat der Industrie- und Handelskammer Konstanz

Rezeption

1948
Ehrenpräsident der Gesellschaft der Musikfreunde Donaueschingen

1953
Ehrenbürger von Donaueschingen

Literatur

Lorenz Honold: Der Mann an der Basis der Kommunalmusikfeste. Erinnerungen an den Donaueschinger Architekten und Kommunalpolitiker Georg Mall (1878-1956), in: Almanach Schwarzwald-Baar-Kreis, 4,1980, S. 166-169.

Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft, 1/4, Heidelberg 2000, S. 18-19.

Weik 2003, S. 96.

Kühnel 2009, S. 54.