Gotthilf (Jakob) Bayh

Verfolgung
1933
Bayh wird Anfang 1933 verhaftet und in Stuttgart, Rottenburg sowie im Konzentrationslager Heuberg inhaftiert. Am 8. Februar 1934 verurteilt das Landgericht Stuttgart Bayh zu 14 Monaten Haft wegen Untreue als Vorsitzender des Stuttgarter Selbstbauvereins Eigenes Heim. Unklar ist, ob und inwieweit das Urteil einen politischen Hintergrund hat. Bayh bleibt vermutlich bis 1935 in Haft.
Juli 1933
Bayh ist Angestellter des Städtischen Gaswerks in Stuttgart. Am 21. Juli 1933 wird er aus politischen Gründen als Kraftfahrer zum Städtischen Kraftfahramt Stuttgart versetzt. Am 25. Juli 1933 erfolgt Bayhs Entlassung aus dem Dienst der Stadt Stuttgart.
28.08.1944
Bayh wird am 28. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« verhaftet und im KZ Dachau inhaftiert. Am 13. September 1944 wird er aus der Haft entlassen.
Biografie
Ausbildung zum Schmied
1909
Eintritt in die SPD
ab 1910
Wohnhaft in Stuttgart
ab September 1914
Arbeiter im Dienst der Stadt Stuttgart
1915
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg als Unteroffizier, Teilnahme bei Kämpfen im Oberelsass, in Lothringen, in der Ukraine und im Don-Gebiet
Betriebsratsvorsitzender des Städtischen Gaswerks Stuttgart
1928
Mitglied im Stadtrat der Stadt Stuttgart
1930
Vorsitzender des Selbstbauvereins Eigenes Heim in Stuttgart
Mai 1946
Gemeinschaftlicher Bürgermeister der Gemeinden Steinberg, Asperglen und Unterschlechtbach (heute alle zu Rudersberg)
April 1948
Gemeinschaftlicher Bürgermeister der Gemeinden Schmiden (heute zu Fellbach) und Steinberg (heute zu Rudersberg)
1954
Bürgermeister der Gemeinde Schmiden (heute zu Fellbach)
Rezeption
1952
Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
1962
Ehrenbürger der Gemeinde Schmiden
Namenspatron der Gotthilf-Bayh-Straße in Schmiden-Fellbach
Literatur
Kurt Leipner (Hrsg.): Chronik der Stadt Stuttgart 1933-1945, Stuttgart 1982, S. 18, 97.
Walter Nachtmann: Karl Strölin. Stuttgarter Oberbürgermeister im »Führerstaat«, Tübingen, Stuttgart 1995, S. 94, 364-365.
Weik 2003, S. 18.