Gotthilf (Jakob) Bayh

Parlament

1950
Landtag Württemberg-Baden (SPD, Wahlkreis 16 Waiblingen)

1952
Verfassunggebende Landesversammlung Baden-Württemberg (SPD, Wahlkreis Waiblingen I)

1953
Landtag Baden-Württemberg (SPD, Wahlkreis Waiblingen I)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

nach 1945 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Geburt 09.09.1888, Kaisersbach
Ehe Amalie Auguste Martha geb. Zündorf (1911)
Beruf Schmied, Bürgermeister
Kinder 5
Konfession Evangelisch
Verstorben 12.01.1969, Stuttgart

Verfolgung

1933
Bayh wird Anfang 1933 verhaftet und in Stuttgart, Rottenburg sowie im Konzentrationslager Heuberg inhaftiert. Am 8. Februar 1934 verurteilt das Landgericht Stuttgart Bayh zu 14 Monaten Haft wegen Untreue als Vorsitzender des Stuttgarter Selbstbauvereins Eigenes Heim. Unklar ist, ob und inwieweit das Urteil einen politischen Hintergrund hat. Bayh bleibt vermutlich bis 1935 in Haft.

Juli 1933
Bayh ist Angestellter des Städtischen Gaswerks in Stuttgart. Am 21. Juli 1933 wird er aus politischen Gründen als Kraftfahrer zum Städtischen Kraftfahramt Stuttgart versetzt. Am 25. Juli 1933 erfolgt Bayhs Entlassung aus dem Dienst der Stadt Stuttgart.

28.08.1944
Bayh wird am 28. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« verhaftet und im KZ Dachau inhaftiert. Am 13. September 1944 wird er aus der Haft entlassen.

Biografie

Ausbildung zum Schmied

1909
Eintritt in die SPD

ab 1910
Wohnhaft in Stuttgart

ab September 1914
Arbeiter im Dienst der Stadt Stuttgart

1915
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg als Unteroffizier, Teilnahme bei Kämpfen im Oberelsass, in Lothringen, in der Ukraine und im Don-Gebiet

Betriebsratsvorsitzender des Städtischen Gaswerks Stuttgart

1928
Mitglied im Stadtrat der Stadt Stuttgart

1930
Vorsitzender des Selbstbauvereins Eigenes Heim in Stuttgart

Mai 1946
Gemeinschaftlicher Bürgermeister der Gemeinden Steinberg, Asperglen und Unterschlechtbach (heute alle zu Rudersberg)

April 1948
Gemeinschaftlicher Bürgermeister der Gemeinden Schmiden (heute zu Fellbach) und Steinberg (heute zu Rudersberg)

1954
Bürgermeister der Gemeinde Schmiden (heute zu Fellbach)

Rezeption

1952
Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

1962
Ehrenbürger der Gemeinde Schmiden

Namenspatron der Gotthilf-Bayh-Straße in Schmiden-Fellbach

Literatur

Kurt Leipner (Hrsg.): Chronik der Stadt Stuttgart 1933-1945, Stuttgart 1982, S. 18, 97.

Walter Nachtmann: Karl Strölin. Stuttgarter Oberbürgermeister im »Führerstaat«, Tübingen, Stuttgart 1995, S. 94, 364-365.

Weik 2003, S. 18.