Gustav Fimpel

Parlament

1951
Landtag Baden (SPD, Landesliste)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

nach 1945 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Geburt 26.06.1895, Gutach
Ehe Maria geb. Weisser (1937)
Beruf Zimmermann, Bürgermeister
Kinder Kinderlos
Konfession Römisch-katholisch
Verstorben 26.04.1965, Hornberg

Verfolgung

06.03.1933
Fimpel wird am 6. März 1933 abends im Gasthaus »Krone« in Hornberg in »Schutzhaft« genommen. Er wird zunächst im Gefängnis Wolfach inhaftiert. Ab dem 10. Mai 1933 befindet sich Fimpel im Konzentrationslager Ankenbuck (frühes Konzentrationslager in einem Hofgut zwischen Donaueschingen und Bad Dürrheim). Am 1. Oktober 1933 wird er aus der Haft entlassen.

Februar 1935
Fimpel wird im Februar 1935 vorübergehend im Gefängnis Wolfach inhaftiert. Vorgeworfen wird ihm, er habe »durch staatsfeindliche Betätigung die öffentliche Sicherheit und Ordnung unmittelbar gefährdet«. Hintergrund des Vorwurfs ist eine allgemeine Weihnachtsfeier, die am 23. Dezember 1934 auf dem Hornberger Postplatz stattfindet. Während der Feier wird das »Horst-Wessel-Lied« gesungen. Statt der richtigen Zeile »Die Fahne hoch!« habe Fimpel »Die Pfanne hoch!« gesungen.

20.03.1935
Fimpel wird am 20. März 1935 verhaftet und im Gefängnis Wolfach inhaftiert. Im April 1935 wird er in das Konzentrationslager Kislau überstellt. Dort wird er am 21. Mai 1935 entlassen. Im Zuge seiner Entlassung muss er eine Loyalitätserklärung abgeben und sich verpflichten, »alles zu vermeiden, was auch nur den Anschein einer illegalen Handlung der Regierung gegenüber erwecken könnte.«

Biografie

Volksschule

1918
Eintritt in die SPD

Mitglied des Gemeinderats Hornberg

Vorsitzender des SPD-Ortsvereins in Hornberg

In seiner Freizeit ist Fimpel als Ringer aktiv.

1929
Tätigkeit als Zimmermann in Hornberg

September 1939
Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg, am 14. Dezember 1939 aus Altersgründen zurückgestellt

Dezember 1939
Vorarbeiter bei einer Steingutfabrik in Hornberg

1945
Bürgermeister von Hornberg, zunächst von der französischen Militärregierung ernannt, ab 1946 gewählt

ab 1946
Mitglied des Kreistags und des Kreisrats Wolfach

Erster Vorsitzender des Südbadischen Schwerathletikverbands

Rezeption

1952
Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Namenspatron der Gustav-Fimpel-Straße in Hornberg

Literatur

Edgar Wolfrum: Französische Besatzungspolitik und deutsche Sozialdemokratie. Politische Neuansätze in der »vergessenen Zone« bis zur Bildung des Südweststaates 1945-1952, Düsseldorf 1991, S. 189.

Edgar Wolfrum, Peter Fässler, Reinhard Grohnert: Krisenjahre und Aufbruchszeit. Alltag und Politik im französisch besetzten Baden 1945-1949, München 1996, S. 112-113.

Ursula Krause-Schmitt (Red.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Baden-Württemberg II, Regierungsbezirke Freiburg und Tübingen, 5, 2, Frankfurt am Main 1997, S. 95.

Weik 2003, S. 44.

Trotz Widerstand kam die Diktatur, in: Schwarzwälder Bote, 9. Dezember 2013.

Dokumente

Schutzhaftbefehl gegen Gustav Fimpel

Am 8. Februar 1935 wurde ein Schutzhaftbefehl gegen Fimpel erlassen. Er hatte im Dezember 1934 bei einer Weihnachtsfeier auf dem Hornberger Postplatz während der ersten Strophe des Horst-Wessel-Liedes statt »Die Fahne hoch!« »Die Pfanne hoch!« gerufen.