Gustav (Karl Adolf) Köhler

Parlament

1924
Landtag des freien Volksstaates Württemberg (KPD, Wahlverband Stuttgart-Stadt)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD)
Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)

nach 1945 -
Geburt 05.09.1885, Stendal
Ehe Pauline Luise geb. Kußmaul
Beruf Mechaniker, Parteifunktionär
Kinder 1
Konfession Konfessionslos
Verstorben 20.08.1952, Stuttgart

Verfolgung

13.03.1933
Köhler ist Gauleiter des Internationalen Bunds der Kriegs- und Arbeitsopfer. Am 12. März 1933 ist er in dieser Eigenschaft in Balingen, um im Gasthaus beim Güterbahnhof eine Mitgliederversammlung durchzuführen. Am darauffolgenden Tag wird er morgens vor seiner Abreise verhaftet und in »Schutzhaft« genommen. Er bleibt bis zum 30. April 1945 ohne Gerichtsverfahren zwölf Jahre lang an verschiedenen Orten in Haft: ab 13. März 1933 im Oberamtsgefängnis Blaubeuren, ab 20. März 1933 im Konzentrationslager Heuberg, ab 8. Oktober 1933 im Garnisonsarrest in Ulm, ab 28. Dezember 1933 im Konzentrationslager Oberer Kuhberg in Ulm, ab 11. Juli 1935 im Konzentrationslager Dachau, ab 27. September 1939 im Konzentrationslager Flossenbürg, ab 2. März 1940 erneut im Konzentrationslager Dachau. Ab dem 23. Februar 1945 erhält Köhler vermutlich im Rahmen einer Vernehmung oder einer Verhandlung vorübergehenden »Hafturlaub«. Ab dem 9. März 1945 ist Köhler erneut im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Zuletzt wird er in das Außenlager Utting verlegt, wo er bis zum 30. April 1945 in Haft bleibt.

Biografie

Volksschule

Lehre als Mechaniker

vor 1914
Eintritt in die SPD

Verbandsangestellter in Stuttgart

Mechaniker in Ulm

1919
Mitglied der USPD

ab 1920
Eintritt in die KPD

ab 1920
Vorstandsmitglied des genossenschaftlichen Vereins Arbeiterpresse

1924
KPD-Sekretär und hauptamtlicher Organisationsleiter für den KPD-Bezirk Württemberg

ab 1927
Hauptamtlicher KPD-Funktionär für den Bereich Schwarzwald, später für Ulm und Oberschwaben

1928
Erfolglose Kandidatur für den Reichstag

1932
Gauleiter der KPD Württemberg mit Sitz in Stuttgart

Gauleiter des Internationalen Bunds der Kriegs- und Arbeitsopfer

1946
Berichterstatter im Ministerium des Inneren Württemberg-Baden

Literatur

Edith Höpfner: Stuttgarter Arbeiterbewegung. Zwischen Republik und Faschismus, Stuttgart 1984, S. 18.

Schumacher 1995, S. 84.

Thomas Kurz: Feindliche Brüder im deutschen Südwesten. Sozialdemokraten und Kommunisten in Baden und Württemberg von 1928 bis 1933, Berlin 1996, S. 55, 135-138.

Markus Kienle: Das Konzentrationslager Heuberg bei Stetten am Kalten Markt, Ulm 1998, S. 106-107, 172.

Raberg 2001, S. 457.

Weber Herbst 2008, S. 466.