Gustav (Karl Adolf) Köhler

Verfolgung
13.03.1933
Köhler ist Gauleiter des Internationalen Bunds der Kriegs- und Arbeitsopfer. Am 12. März 1933 ist er in dieser Eigenschaft in Balingen, um im Gasthaus beim Güterbahnhof eine Mitgliederversammlung durchzuführen. Am darauffolgenden Tag wird er morgens vor seiner Abreise verhaftet und in »Schutzhaft« genommen. Er bleibt bis zum 30. April 1945 ohne Gerichtsverfahren zwölf Jahre lang an verschiedenen Orten in Haft: ab 13. März 1933 im Oberamtsgefängnis Blaubeuren, ab 20. März 1933 im Konzentrationslager Heuberg, ab 8. Oktober 1933 im Garnisonsarrest in Ulm, ab 28. Dezember 1933 im Konzentrationslager Oberer Kuhberg in Ulm, ab 11. Juli 1935 im Konzentrationslager Dachau, ab 27. September 1939 im Konzentrationslager Flossenbürg, ab 2. März 1940 erneut im Konzentrationslager Dachau. Ab dem 23. Februar 1945 erhält Köhler vermutlich im Rahmen einer Vernehmung oder einer Verhandlung vorübergehenden »Hafturlaub«. Ab dem 9. März 1945 ist Köhler erneut im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Zuletzt wird er in das Außenlager Utting verlegt, wo er bis zum 30. April 1945 in Haft bleibt.
Biografie
Volksschule
Lehre als Mechaniker
vor 1914
Eintritt in die SPD
Verbandsangestellter in Stuttgart
Mechaniker in Ulm
1919
Mitglied der USPD
ab 1920
Eintritt in die KPD
ab 1920
Vorstandsmitglied des genossenschaftlichen Vereins Arbeiterpresse
1924
KPD-Sekretär und hauptamtlicher Organisationsleiter für den KPD-Bezirk Württemberg
ab 1927
Hauptamtlicher KPD-Funktionär für den Bereich Schwarzwald, später für Ulm und Oberschwaben
1928
Erfolglose Kandidatur für den Reichstag
1932
Gauleiter der KPD Württemberg mit Sitz in Stuttgart
Gauleiter des Internationalen Bunds der Kriegs- und Arbeitsopfer
1946
Berichterstatter im Ministerium des Inneren Württemberg-Baden
Literatur
Edith Höpfner: Stuttgarter Arbeiterbewegung. Zwischen Republik und Faschismus, Stuttgart 1984, S. 18.
Schumacher 1995, S. 84.
Thomas Kurz: Feindliche Brüder im deutschen Südwesten. Sozialdemokraten und Kommunisten in Baden und Württemberg von 1928 bis 1933, Berlin 1996, S. 55, 135-138.
Markus Kienle: Das Konzentrationslager Heuberg bei Stetten am Kalten Markt, Ulm 1998, S. 106-107, 172.
Raberg 2001, S. 457.
Weber Herbst 2008, S. 466.