Hans (Johann Gustav) Dürr

Parlament

1929
Landtag der Republik Baden (SPD, Wahlkreis 8 Emmendingen-Lahr)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

nach 1945 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Geburt 28.03.1880, Mainbernheim
Ehe Mina geb. Riezinger (1904)
Beruf Buchbinder, Gewerkschaftsfunktionär
Kinder Kinderlos
Konfession Evangelisch
Verstorben 18.07.1952, Lahr (Schwarzwald)

Verfolgung

13.03.1933
Dürr wird am 13. März 1933 »wegen des Verdachts der staatsfeindlichen Betätigung« in Lahr in »Schutzhaft« genommen. Am 8. April 1933 wird er aus der Haft entlassen.

Mai 1933
Dürr ist hauptamtlich badischer Bezirksleiter des Buchbinderverbands. Im Zuge der Auflösung der Gewerkschaften verliert er im Mai 1933 seine Anstellung.

03.06.1936
Dürr wird am 3. Juni 1936 in Lahr in Untersuchungshaft genommen. Ihm wird Vorbereitung zum Hochverrat vorgeworfen. Am 25. August 1936 wird er ohne Anklage aus der Haft entlassen.

22.08.1944
Dürr wird am 22. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« verhaftet und im Konzentrationslager Natzweiler und im Konzentrationslager Dachau (Außenlager Allach) inhaftiert. Am 20. Oktober 1944 wird er aus der Haft entlassen.

Biografie

1886
Volksschule in Hohenfeld

1894
Buchbinderlehre und Besuch der Gewerbeschule in Marktbreit

Tätigkeit als Buchbinder

1901
Vorsitzender der Filiale Fürth und des Gauvorstands Nordbayern des Buchbinderverbands

1904
Versichertenvertreter beim Schiedsgericht für die Arbeiterversicherung Mittelfranken

1908
Vorsitzender der Filiale des Buchbinderverbands in Stuttgart

1910
Versichertenvertreter beim Oberversicherungsamt Stuttgart

1912
Hilfssekretär im Arbeitersekretariat Stuttgart

Juni 1914
Hauptamtlicher Bezirksleiter des Buchbinderverbands für Baden mit Sitz in Lahr

April 1915
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg

1918
Vorsitzender der SPD in Lahr

November 1918
Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrats in Lahr

1919
Versichertenvertreter beim Oberversicherungsamt Freiburg im Breisgau

1919
Erfolglose Kandidatur für den Reichstag

1919
Stadtrat in Lahr

1922
Erneut Stadtrat bzw. Mitglied des Bürgerausschusses in Lahr

November 1945
Geschäftsführer der SPD in Lahr

Literatur

Schröder 1995, S. 418.

Schumacher 1995, S. 29.

Christl Wickert (Red.): Der Freiheit verpflichtet. Gedenkbuch der deutschen Sozialdemokratie im 20. Jahrhundert, Marburg 2000, S. 82-83.

Weik 2003, S. 292.

Michael Braun: Der Badische Landtag 1918-1933, Düsseldorf 2009, S. 424.

Dokumente

Entlassungsschein des Konzentrationslagers Dachau

Dürr wurde am 20. Oktober 1944 - nach rund zwei Monaten - aus der »Schutzhaft« des Konzentrationslagers Dachau entlassen.