Hermann (Robert) Dietrich

Verfolgung
1939
Als ehemaliger Reichsminister erhält Dietrich statt einer Ministerpension Übergangsbezüge. Diese werden 1939 durch die NS-Behörden gestrichen.
1941
Dietrich ist Aufsichtsratsvorsitzender der Trick Zellstoffabrik in Kehl. 1941 wird er aus politischen Gründen abgesetzt.
August 1944
Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 fürchtet Dietrich aufgrund seiner Kontakte zu Carl Friedrich Goerdeler, verhaftet zu werden. Er flieht deshalb vermutlich im August 1944 kurzfristig in die Schweiz.
Biografie
1888
Gymnasium in Lörrach
1897
Studium der Rechtswissenschaft, Nationalökonomie und Geschichte in Heidelberg
1905
Zweites juristisches Staatsexamen
1905
Tätigkeit bei den Bezirksämtern Karlsruhe und Offenbach
1906
Tätigkeit als Stadtrechtsrat in Karlsruhe
1908
Bürgermeister von Kehl
1911
Mitglied der badischen Ständeversammlung
1914
Oberbürgermeister von Konstanz
1918
Badischer Minister für auswärtige Angelegenheiten
1918
Begründer und Vorsitzender der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) in Baden
1922
Übersiedlung nach Berlin
1928
Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft
1930
Reichswirtschaftsminister
1930
Reichsfinanzminister und Stellvertreter des Reichskanzlers
1930
Mitbegründer und Vorsitzender der Deutschen Staatspartei (DStP)
1933
Tätigkeit als Rechtsanwalt in Berlin, später Übersiedelung nach Allensbach am Bodensee (Dietrich unterstützt unter anderem durch Arisierung bedrohte jüdische Unternehmer beim Verkauf und der Umorganisation ihrer Betriebe.)
nach 1945
Mitbegründer der FDP
1946
Sonderbevollmächtigter für Ernährung und Landwirtschaft im Länderrat der US-Zone
1947
Direktor des Verwaltungsamts für Ernährung und Landwirtschaft im britischen und US-Besatzungsgebiet
Literatur
Alex Möller: Hermann Dietrich - deutscher Politiker, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, 88, 1979, S. 363-379.
Wilhelm Mechler: Hermann Dietrich, in: Die Ortenau, 60, 1980, S. 51-64.
Gerhard Kaller: Hermann Robert Dietrich, in Badische Biographien, 1, 1982, S. 94-97.
Joachim Sturm: Zum Aufenthalt Hermann Dietrichs in der Schwarzwaldgemeinde Gütenbach, in: Schwarzwald-Baar-Kreis: Almanach, 15, 1991, S. 111-115.
Hubert Mäntele: Hermann Robert Dietrich. Ein Sohn des Schwarzwaldes und ein bedeutender Staatsmann, in: Die Geschichte von Simonswald, hrsg. von Gerhard A. Auer, Simonswald 2003, S. 247-248.
Jürgen Frölich: He served the German people well. Der politische Weg Hermann Dietrichs vom badischen Nationalliberalen zum baden-württembergischen Freien Demokraten, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, 114, 2005, S. 619-640.
Hans-Georg Merz: Bedeutende badische Politiker des 20. Jahrhunderts, in: Baden - 200 Jahre Großherzogtum, hrsg. von Paul-Ludwig Weinacht, Freiburg im Breisgau 2008, S. 227-253.
Desiderius Meier: Hermann Dietrich. Bürger der Weimarer Republik, in: Jahrbuch zur Liberalismus-Forschung, 24, 2012, S. 193-203.