Jakob Ritter

Parlament

1921
Landtag der Republik Baden (KPD, ab 1927 fraktionslos, Landesliste)

1946
Landtag Württemberg-Baden (KPD, Wahlkreis 21 Mannheim-Land)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD)
Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)
Leninbund
Sozialistische Arbeiterpartei (SAP)

nach 1945 Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)
Geburt 26.06.1886, Mannheim
Erste Ehe
Emma geb. Hasenather (1913)
Zweite Ehe
Auguste geb. Herzog (1951)
Beruf Metallarbeiter, Gewerkschafts- und Parteifunktionär
Kinder 3
Konfession Römisch-katholisch, später konfessionslos
Verstorben 11.10.1951, Mannheim

Verfolgung

27.09.1934
Ritter ist 1933 und 1934 in Mannheim illegal für die Sozialistische Arbeiterpartei (SAP) tätig. Er trifft sich mit anderen Parteimitgliedern, schreibt Briefe und beteiligt sich an der Verbreitung der SAP-Zeitschrift »Das Banner«. Am 27. September 1934 wird er deshalb in Untersuchungshaft genommen und im Gefängnis in Mannheim inhaftiert. Am 17. April 1935 wird Ritter ins Gefängnis nach Karlsruhe verlegt. Am 28. Mai 1935 verurteilt das Oberlandesgericht Karlsruhe Ritter wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft. Auch nach Verbüßung seiner Haftstrafe bleibt Ritter - vermutlich auf Anordnung der Gestapo - bis 1940 weiter in Haft. Ritter ist an folgenden Orten inhaftiert: ab dem 12. Mai 1935 in Bruchsal, ab dem 18. Mai 1936 in Ludwigsburg, ab dem 28. Mai 1937 im Konzentrationslager Kislau, ab dem 2. April 1938 im Konzentrationslager Flossenbürg, ab dem 2. März 1940 im Konzentrationslager Dachau, ab dem 19. März 1940 in Bruchsal, ab dem 22. März 1940 in Karlsruhe, ab dem 27. April 1940 in Bruchsal. Dort wird Ritter am 3. Juni 1940 aus der Haft entlassen.

August 1944
Die NS-Behörden beabsichtigen, Ritter im August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« zu verhaften. Er kann jedoch untertauchen und sich so einer Festnahme entziehen.

Biografie

Sohn eines Arbeiters

1892
Volksschule

ab 1900
Tätigkeit als Schuster und Hausbursche

1905
Mitglied der SPD

ab 1908
Tätigkeit als Hechler (Beruf in der Textil-Flachs-Industrie) in Mannheim, München und Karlsruhe

1908
Werkmeister in Dresden

Mitbegründer der Arbeiterjugendbewegung in Mannheim

ab 1911
Metallarbeiter in Mannheim

Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg

1917
Mitglied der USPD

1920
Mitglied der KPD

1921
Parteisekretär der KPD

1921
Mitglied im Zentralausschuss der KPD

1924
Erneut Mitglied im Zentralausschuss der KPD

1924
Organisationsleiter des KPD-Bezirks Baden

1927
Mitglied des Leninbunds

1927
Gewerkschaftssekretär des Deutschen Industriearbeiterverbands

1932
Mitglied der SAP

1945
Mitbegründer der KPD in Mannheim

1945
Organisationsleiter des KPD-Bezirks Baden

19.08.1947
Ritter legt aus Protest gegen die Politik der KPD sein Landtagsmandat nieder und tritt als Organisationsleiter des KPD-Bezirks Baden zurück. Er bleibt jedoch Mitglied der KPD.

Mai 1948
Beigeordneter der Stadt Mannheim

Literatur

Brach 1984, S. 100-101.

Erich Matthias, Hermann Weber (Hrsg.): Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Mannheim, Mannheim 1984, S. 212, 225-226.

Schumacher 1995, S. 129.

Weik 2003, S. 118.

Weber Herbst 2008, S. 735.

Kühnel 2009, S. 26.

Dokumente

Haftbefehl gegen Jakob Ritter

Am 28. September 1934 erließ das Amtsgericht Mannheim einen Haftbefehl gegen Ritter wegen dessen KPD-Tätigkeit.