Jakob Treffeisen

Verfolgung
März 1933
Treffeisen wird im März 1933 verhaftet und in Freiburg in »Schutzhaft« genommen. Am 5. April 1933 wird er aus der Haft entlassen.
31.01.1934
Am 31. Januar 1934 wird Treffeisen in Freiburg in Untersuchungshaft genommen, weil er der Vorbereitung zum Hochverrat verdächtigt wird. Am 10. Februar 1934 wird er ohne Anklage aus der Untersuchungshaft entlassen.
04.10.1936
Treffeisen wird am 4. Oktober 1936 durch die Gestapo Freiburg verhaftet und in Freiburg und später in Stuttgart in »Schutzhaft« genommen. Er wird der illegalen Tätigkeit für die KPD verdächtigt und der Vorbereitung zum Hochverrat angeklagt. Am 23. April 1937 spricht das Oberlandesgericht Stuttgart Treffeisen frei. Treffeisen wird jedoch nicht aus der Haft entlassen, sondern bleibt auf Anweisung der Gestapo in »Schutzhaft«. Am 24. April 1937 wird er in das Konzentrationslager Kislau überstellt. Ab dem 8. Februar 1938 befindet er sich im Konzentrationslager Dachau und ab dem 27. September 1939 im Konzentrationslager Flossenbürg. Von dort kehrt er vermutlich am 6. März 1940 in das Konzentrationslager Dachau zurück. Dort wird er im Mai 1945 aus der Haft befreit.
Biografie
Volksschule
Lehre als Schlosser
Tätigkeit als Schlosser
1913
Militärdienst
1914
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg
1918
Französische Kriegsgefangenschaft
1920
Eintritt in die KPD, dort Vorsitzender der KPD Freiburg und Unterbezirksleiter
1927
Mitglied des Bürgerausschusses in Freiburg, Aufgabe des Amtes aus gesundheitlichen Gründen
ab 1945
Leiter der Stelle für Hilfe für Opfer des Nationalsozialismus in Freiburg
ab 1945
Stadtrat in Freiburg
Mitglied des Untersuchungsausschusses zur Entnazifizierung in Freiburg
nach 1945
Gründungsmitglied der KPD Baden
Mitglied der Antifaschistischen Aktion (Antifa) in Freiburg
nach 1945
Tätigkeit im Ministerium für Wirtschaft und Finanzen des Landes Baden bzw. Baden-Württembergs
Literatur
Reinhard Grohnert: Die Entnazifizierung in Baden 1945-1949. Konzeptionen und Praxis der »Epuration« am Beispiel eines Landes der französischen Besatzungszone, Stuttgart 1991, S. 99-100.
Heiko Haumann, Hans Schadek (Hrsg.): Geschichte der Stadt Freiburg. Von der badischen Herrschaft bis zur Gegenwart, 3, Stuttgart 1992, S. 388, 406.
Edgar Wolfrum, Peter Fäßler, Reinhard Grohnert: Krisenjahre und Aufbruchszeit. Alltag und Politik im französisch besetzten Baden 1945-1949, München 1996, S. 123.
Weik 2003, S. 149.
Kühnel 2009, S. 54.
Dokumente
Schutzhaftbefehl gegen Jakob Treffeisen
Am 23. April 1937 sprach das Oberlandesgericht Stuttgart den inhaftierten Treffeisen vom Vorwurf der Vorbereitung zum Hochverrat frei. Treffeisen wurde nach dem Urteil jedoch nicht entlassen, sondern sofort in »Schutzhaft« genommen. Hierzu erließ das badische Geheime Staatspolizeiamt am 24. März 1937 einen Schutzhaftbefehl gegen Treffeisen.