Josef Andre

Parlament

1919
Verfassunggebende Landesversammlung des freien Volksstaates Württemberg (Zentrumspartei, Landesliste)

1919
Deutsche Nationalversammlung (Zentrumspartei, Wahlkreis 31/32 Württemberg)

1920
Landtag des freien Volksstaates Württemberg (Zentrumspartei, Landesliste)

1920
Reichstag (Zentrumspartei, Wahlkreis 34 Württemberg, ab 1924 Wahlkreis 31 Württemberg)

1946
Vorläufige Volksvertretung Württemberg-Baden (Vertreter der Regierung)

1946
Verfassunggebende Landesversammlung Württemberg-Baden (CDU, Wahlkreis 12 Schwäbisch Gmünd)

1946
Landtag Württemberg-Baden (CDU, Wahlkreis 12 Schwäbisch Gmünd)

Partei vor 1933 Deutsche Zentrumspartei

nach 1945 -
Geburt 16.02.1879, Schramberg
Erste Ehe
Maria Balbina geb. Faist (1906)
Zweite Ehe
Anna Maria geb. Kuhn verh. Schnell (1946)
Beruf Schreiner, Gewerkschaftssekretär, Regierungsrat, Behördenleiter, Minister
Kinder 6
Konfession Römisch-katholisch
Verstorben 15.03.1950, Stuttgart

Verfolgung

01.07.1933
Andre ist Präsident der württembergischen Landesversicherungsanstalt. Am 1. Juli 1933 wird er aus politischen Gründen aus diesem Amt entlassen. Als rechtliche Grundlage der Entlassung dient das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums.

26.07.1944
Andre wird (aufgrund des missglückten Attentats auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944) am 26. Juli 1944 in Schramberg verhaftet und im Gefängnis in der Stuttgarter Hospitalstraße in »Schutzhaft« genommen. Nach der Zerstörung des Gefängnisses wird Andre für ca. acht Tage in einen Tiefbunker am Stuttgarter Schlossplatz gebracht. Anschließend wird er in das Konzentrationslager Welzheim und danach in das Arbeitslager Aistaig bei Oberndorf am Neckar überstellt. Am 31. Oktober 1944 wird Andre aus der Haft entlassen.

Biografie

1885
Volksschule in Schramberg

Schreinerlehre in Schramberg

1898
Tätigkeit als Möbelschreiner in Stuttgart

1903
Eintritt in den Christlichen Holzarbeiterverband

1904
Arbeitersekretär beim württembergischen Landesverband katholischer Arbeiter- und Arbeiterinnenvereine in Stuttgart

1907
Mitglied der württembergischen Landstände

Mai 1916
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg im Rekrutendepot Urach

Juni 1926
Regierungsrat beim württembergischen Landesgewerbeamt in Stuttgart

Umfangreiche publizistische Tätigkeit, darunter partei- und sozialpolitische Broschüren, außerdem Herausgeber der »Württembergischen Zentrumskorrespondenz« sowie der »Schwäbischen Arbeiterzeitung«

Juli 1928
Präsident der württembergischen Landesversicherungsanstalt

September 1934
Rechtsberater des Caritasverbands Württemberg

September 1945
Mitbegründer der Christlich-Sozialen Volkspartei (CSVP) Nordwürttemberg (ab Januar 1946 CDU), später Landesvorsitzender der CDU Nordwürttemberg

September 1945
Staatsminister im württemberg-badischen Ministerium für Wirtschaft

Juni 1946
Minister zur besonderen Verwendung in Württemberg-Baden

1947
Ruhestand

Rezeption

Namenspatron der Josef-Andre-Straße in Schramberg

Literatur

Schumacher 1991, S. 26.

Franz Fehrenbacher: Josef Andre (1879-1950). Ein Schramberger in höchsten Staats- und Parteiämtern, in: D’ Kräz. Beiträge zur Geschichte der Stadt und Raumschaft Schramberg, 12, 1992, S. 45-55.

Haunfelder 1999, S. 293.

Raberg 2001, S. 11-14.

Weik 2003, S. 14.

Jörg Leist: Erinnerungen an die Verhaftung meines Großvaters Josef Andre, in: D' Kräz. Beiträge zur Geschichte der Stadt und Raumschaft Schramberg, 30, 2010, S. 30-32.

Frank Engehausen: Josef Andre, in: Württembergische Biographien, 2, 2011, S. 3-6.

Dokumente

Eidestattliche Erklärung von Hilde Rodewald

Im Rahmen des Wiedergutmachungsverfahrens von Josef Andre gab seine Tochter Hilde Rodewald 1950 eine eidesstattliche Erklärung ab. In dieser berichtet sie von der Verhaftung ihres Vaters am 26. Juli 1944 und von den Schwierigkeiten der Familie, ihn in der Haft zu besuchen.