Josef Heid

Parlament

1929
Landtag der Republik Baden (SPD, Wahlkreis 9 Villingen-Wolfach)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

nach 1945 -
Geburt 17.11.1882, Stühlingen
Erste Ehe
Sofie geb. Sorn ()
Zweite Ehe
Anna geb. Höpfinger (1928)
Beruf Beamter
Kinder 3
Konfession Konfessionslos
Verstorben 21.12.1944, KZ Dachau

Verfolgung

17.03.1933
Heid wird am 17. März 1933 in »Schutzhaft« genommen. Er ist zunächst im Bezirksgefängnis Villingen inhaftiert. Ab 29. Mai 1933 befindet er sich im Konzentrationslager Heuberg. Am 28. Juni 1933 wird er entlassen und in Villingen unter Hausarrest gestellt.

03.06.1933
Heid ist Revisionsinspektor beim Bezirksamt Villingen. Am 3. Juni 1933 verfügt das badische Innenministerium seine Entlassung. Die rechtliche Grundlage dafür bietet das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums. Heid wird seine Entlassung am 13. Juni 1933 - während seiner Haft im Konzentrationslager Heuberg - mitgeteilt.

06.09.1933
Am Abend des 6. September 1933 kommt eine empörte Menge vor dem Wohnhaus Heids zusammen. Heid steht zu diesem Zeitpunkt unter Hausarrest und befindet sich mit seinen beiden Söhnen in seiner Wohnung, seine Ehefrau ist hingegen im Krankenhaus in Villingen zur Entbindung des gemeinsamen Sohnes Dieter. Die Menge ruft Drohungen gegen Heid und wirft Steine. Einige Personen aus der Menge versuchen, mit Leitern in Heids Wohnung im ersten Stockwerk zu klettern. Heid wird nach Eintreffen der Polizei in »Schutzhaft« genommen und im Bezirksgefängnis in Villingen inhaftiert. Am 1. Oktober 1933 wird Heid entlassen und mit seiner Familie aus der Stadt Villingen ausgewiesen. Er siedelt daraufhin nach Bruchsal über.

Ende August 1944
Heid wird am 22. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« verhaftet und im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Dort stirbt er am 21. Dezember 1944 - angeblich an einer Lungenentzündung.

Biografie

Volksschule

ab 1895
Gymnasium

Zwei Jahre Privatstudium an einer Beamtenhochschule

1900
Eintritt in die SPD

1901
Inspizient im Dienst der Badischen Inneren Verwaltung, Anwärter zum mittleren Verwaltungsdienst

1903
Prüfung als Verwaltungsaktuar

Tätigkeit bei mehreren badischen Bezirksämtern

Dezember 1903
Ernennung zum Beamten

Juli 1914
Ernennung zum Revisor

April 1920
Ernennung zum Oberrevisor (Oberinspektor)

ab 1921
Revisionsinspektor beim Bezirksamt Villingen

ab 1922
Stadtverordneter in Villingen

Mitglied des Kreisrats in Villingen

Vorsitzender der SPD in Villingen

Vorsitzender des Villinger Mieterschutzvereins

1933
Tätigkeit für einzelne Gemeinden im Kreis Bruchsal

1942
Kriegsaushilfe beim Domänenamt Bruchsal

Rezeption

Namenspatron des Heid-Platzes in Villingen-Schwenningen (dort auch eine Gedenktafel für Heid)

Namenspatron der Josef-Heid-Straße in Bruchsal

Namenspatron der Josef-Heid-Straße in Kraichtal

»Stolperstein« (Gedenkstein) vor dem Ständehaus in Karlsruhe

Literatur

Heinz Lörcher: Josef Heid. Ein Opfer des Nationalsozialismus, in: Schwarzwald-Baar-Kreis Almanach, 13, 1989, S. 82-85.

Alexia K. Haus: Bruchsal und der Nationalsozialismus. Geschichte einer nordbadischen Stadt in den Jahren 1918-1940, Ubstadt-Weiher 2001, S. 143-145.

Weik 2003, S. 295.

Dokumente

Schreiben des Konzentrationslagers Dachau

Am 25. Dezember 1944 teilte das Konzentrationslager Dachau Anna Heid mit, dass ihr Ehemann am 21. Dezember 1944 verstorben war. Eine genaue Todesursache nannte das Schreiben nicht.