Josef Heid

Verfolgung
17.03.1933
Heid wird am 17. März 1933 in »Schutzhaft« genommen. Er ist zunächst im Bezirksgefängnis Villingen inhaftiert. Ab 29. Mai 1933 befindet er sich im Konzentrationslager Heuberg. Am 28. Juni 1933 wird er entlassen und in Villingen unter Hausarrest gestellt.
03.06.1933
Heid ist Revisionsinspektor beim Bezirksamt Villingen. Am 3. Juni 1933 verfügt das badische Innenministerium seine Entlassung. Die rechtliche Grundlage dafür bietet das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums. Heid wird seine Entlassung am 13. Juni 1933 - während seiner Haft im Konzentrationslager Heuberg - mitgeteilt.
06.09.1933
Am Abend des 6. September 1933 kommt eine empörte Menge vor dem Wohnhaus Heids zusammen. Heid steht zu diesem Zeitpunkt unter Hausarrest und befindet sich mit seinen beiden Söhnen in seiner Wohnung, seine Ehefrau ist hingegen im Krankenhaus in Villingen zur Entbindung des gemeinsamen Sohnes Dieter. Die Menge ruft Drohungen gegen Heid und wirft Steine. Einige Personen aus der Menge versuchen, mit Leitern in Heids Wohnung im ersten Stockwerk zu klettern. Heid wird nach Eintreffen der Polizei in »Schutzhaft« genommen und im Bezirksgefängnis in Villingen inhaftiert. Am 1. Oktober 1933 wird Heid entlassen und mit seiner Familie aus der Stadt Villingen ausgewiesen. Er siedelt daraufhin nach Bruchsal über.
Ende August 1944
Heid wird am 22. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« verhaftet und im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Dort stirbt er am 21. Dezember 1944 - angeblich an einer Lungenentzündung.
Biografie
Volksschule
ab 1895
Gymnasium
Zwei Jahre Privatstudium an einer Beamtenhochschule
1900
Eintritt in die SPD
1901
Inspizient im Dienst der Badischen Inneren Verwaltung, Anwärter zum mittleren Verwaltungsdienst
1903
Prüfung als Verwaltungsaktuar
Tätigkeit bei mehreren badischen Bezirksämtern
Dezember 1903
Ernennung zum Beamten
Juli 1914
Ernennung zum Revisor
April 1920
Ernennung zum Oberrevisor (Oberinspektor)
ab 1921
Revisionsinspektor beim Bezirksamt Villingen
ab 1922
Stadtverordneter in Villingen
Mitglied des Kreisrats in Villingen
Vorsitzender der SPD in Villingen
Vorsitzender des Villinger Mieterschutzvereins
1933
Tätigkeit für einzelne Gemeinden im Kreis Bruchsal
1942
Kriegsaushilfe beim Domänenamt Bruchsal
Rezeption
Namenspatron des Heid-Platzes in Villingen-Schwenningen (dort auch eine Gedenktafel für Heid)
Namenspatron der Josef-Heid-Straße in Bruchsal
Namenspatron der Josef-Heid-Straße in Kraichtal
»Stolperstein« (Gedenkstein) vor dem Ständehaus in Karlsruhe
Literatur
Heinz Lörcher: Josef Heid. Ein Opfer des Nationalsozialismus, in: Schwarzwald-Baar-Kreis Almanach, 13, 1989, S. 82-85.
Alexia K. Haus: Bruchsal und der Nationalsozialismus. Geschichte einer nordbadischen Stadt in den Jahren 1918-1940, Ubstadt-Weiher 2001, S. 143-145.
Weik 2003, S. 295.