Joseph Engelhardt

Verfolgung
März 1933
Engelhardt ist Bürgermeister von Nußbach. Nach Berichten von Zeitzeugen ziehen vermutlich im März 1933 SA-Männer vor das Wohnhaus von Engelhardt und fordern ihn auf, die Rathausschlüssel herauszugeben. Engelhardt wirft die Schlüssel angeblich wortlos aus dem Fenster. Am 23. März 1933 wird Engelhardt schließlich von den NS-Behörden als Bürgermeister beurlaubt und wenige Tage später abgesetzt.
13.09.1944
Engelhardt wird am 13. September 1944, als er gerade auf dem Feld Klee holen will, verhaftet und in das Gefängnis in Offenburg gebracht. Aufgrund seines Alters wird er nach einem Tag Haft wieder entlassen.
Biografie
1878
Volksschule in Nußbach
1892
Militärdienst beim Infanterieregiment Nr. 113 in Freiburg im Breisgau
Landwirt in Nußbach
1898
Ratschreiber der Gemeinde Nußbach
1909
Bürgermeister der Gemeinde Nußbach
1913
Mitglied der badischen Ständeversammlung
1919
Mitglied der Kreisversammlung
Vorstandsmitglied des Bezirksbauernvereins Oberkirch
Aufsichtsratsmitglied des Bezirksobstbauernvereins Oberkirch
Dezember 1928
Mitbegründer und Aufsichtsratsvorsitzender der Bezirkswinzergenossenschaft Oberkirch
Rezeption
Ehrenbürger der Gemeinde Nußbach
Literatur
Nußbachs Ehrenbürger Joseph Engelhardt. Der verdiente Altbürgermeister und ehem. Landtagsabgeordnete im 80. Lebensjahr verstorben, in: Renchtal-Zeitung, 18. Dezember 1951.
Ein aufrechter badischer Politiker und Volksmann, in: Renchtal-Zeitung, 10. Februar 1972.
De zämmegflickt Landrat, in: Acher-Rench-Zeitung, 5. Januar 1980.
Heiner G. Huber: Nußbach im Renchtal. Die Geschichte eines tausendjährigen Dorfes, Oberkirch 1994, S. 200-202, 231, 239, 242, 246, 255, 270.
Weik 2003, S. 293.
Michael Kitzing: Für den christlichen und sozialen Volksstaat. Die Badische Zentrumspartei in der Weimarer Republik. Düsseldorf 2013, S. 425.