Julius Helmstädter

Verfolgung
Mitte März 1933
Um einer Verhaftung durch die NS-Behörden zu entgehen, flieht Helmstädter Mitte März 1933 vorübergehend aus Edingen. Er findet zunächst Unterschlupf bei seinem Sohn Fritz in Stuttgart, dann bei seiner Tochter Hermine in Mannheim, schließlich bei Verwandten in Heppenheim und bei seiner Schwester in Maudach.
02.08.1933
Helmstädter wird am 2. August 1933 in Edingen verhaftet und in Mannheim in Untersuchungshaft genommen. Am 20. August 1933 wird er aus der Haft entlassen.
23.08.1944
Helmstädter wird am 23. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« verhaftet und zunächst im Gefängnis in Mannheim inhaftiert. Am 26. August 1944 wird er in das Konzentrationslager Dachau verlegt (Häftlingsnummer 29844). Dort stirbt Helmstädter am 11. Februar 1945 unter ungeklärten Umständen.
Biografie
Sohn eines Zigarrenmachers
1886
Volksschule
Lehre und Tätigkeit als Maurer in Edingen (bei Mannheim)
1907
Mitbegründer des SPD-Ortsvereins in Edingen
1907
Vorsitzender der SPD in Edingen
1912
Mitglied des Gemeinderats in Edingen, später zugleich Stellvertreter des Bürgermeisters
1914
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg
1919
Mitglied des Bezirksrats in Schwetzingen
1929
Erfolglose Kandidatur für den badischen Landtag
Rezeption
1949
Gedenkstein auf dem Friedhof in Edingen
Literatur
Jörg Schadt, Wolfgang Schmierer: Die SPD in Baden-Württemberg und ihre Geschichte. Von den Anfängen der Arbeiterbewegung bis heute, Stuttgart 1979, S. 32.
Schumacher 1995, S. 62.
Schröder 1995, S. 499.
Ein Sozialdemokrat, der sich nicht verleugnen ließ, in: Rhein-Neckar-Zeitung, 9. April 2005.
Peter Kaiser: Der Landkreis Mannheim im Nationalsozialismus, Heidelberg 2009, S. 143.
Kurt Stenzel: Julius Helmstädter. Ein großer Demokrat, in: Bausteine zur Ortsgeschichte Edingen-Neckarhausen, 2011, S. 83-89.
Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (Hrsg.): Der Freiheit verpflichtet. Gedenkbuch der deutschen Sozialdemokratie im 20. Jahrhundert, Berlin 2013, S. 223.