Karl Ebert

Verfolgung
01.07.1933
Ebert wird am 1. Juli 1933 in Oranienburg von SA-Hilfspolizisten verhaftet und in »Schutzhaft« genommen. Zunächst wird er in das Gebäude der SA-Führung von Berlin-Brandenburg in der Berliner Voßstraße gebracht. Anschließend wird er in das Berliner Konzentrationslager Columbia-Haus überstellt. Im Dezember 1933 wird Ebert aus der Haft entlassen.
September 1933
Ebert ist Leiter der Optik-Elektro-Photo-Abteilung in einem Wertheim-Warenhaus in Berlin. Im September 1933 wird er aus politischen Gründen entlassen.
Biografie
Sohn des Reichspräsidenten Friedrich Ebert
Mittelschule in Berlin
1913
Lehre als Optiker in Berlin
1917
Eintritt in die SPD
1918
Kriegs- bzw. Militärdienst
Tätigkeit als Optiker in Berlin
1927
Meisterprüfung als Optiker, anschließend Eröffnung eines eigenen Optikergeschäfts in Berlin
1929
Leiter der Optik-Elektro-Photo-Abteilung in einem Wertheim-Warenhaus in Berlin
ab September 1933
Arbeitslos
1940
Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg an der West- und der Ostfront
1945
Kurzzeitig in US-amerikanischer Kriegsgefangenschaft
Dezember 1945
Berufung als Leiter des Besatzungsamts in Heidelberg
November 1946
Berufung als Leiter des Straßenverkehrsamts in Heidelberg, ab 19. Januar 1948 stellvertretender Leiter
September 1949
Leiter des Einwohnermelde- und Passamts in Heidelberg
Juni 1956
Leiter des Leihamts in Heidelberg
1962
Berufung zum Gemeinderichter in Heidelberg
1967
Ruhestand
Literatur
Kurt Hiller: Schutzhäftling 231, in: Die neue Weltbühne, 4, 1935, S. 104-107.
Kurt Schilde, Johannes Tuchel: Columbia-Haus. Berliner Konzentrationslager 1933-1936, Berlin 1990, S. 153.
Schumacher 1991, S. 268.
Walter Mühlhausen, Bernd Braun (Hrsg.): Friedrich Ebert und seine Familie. Private Briefe 1909-1924, München 1992, S. 29-30.
Friederike Reutter: Heidelberg 1945-1949. Zur politischen Geschichte einer Stadt in der Nachkriegszeit, Heidelberg 1994, S. 175.
Weik 2003, S. 39.
Karoline Georg, Kurt Schilde, Johannes Tuchel: »Warum schweigt die Welt?!« Häftlinge im Berliner Konzentrationslager Columbia-Haus 1933 bis 1936, Berlin 2013, S. 50-51.