Karl Fichtner

Parlament

1920
Verfassunggebende Landesversammlung der Republik Baden (SPD, Wahlkreis IV Mannheim)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

nach 1945 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Geburt 26.02.1875, Weinheim
Ehe Elisabetha geb. Gumb (1898)
Beruf Schlosser, Gastwirt, Bademeister
Kinder 3
Konfession Evangelisch
Verstorben 01.03.1959, Weinheim

Verfolgung

18.03.1933
Fichtner ist beamteter Bademeister im Volks- und Schülerbad der Friedrichschule in Weinheim. Am 18. März 1933 wird er aus politischen Gründen zunächst beurlaubt und am 30. Juni 1933 schließlich aus dem Staatsdienst entlassen. Die rechtliche Grundlage dafür bietet das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums. Am 2. Dezember 1933 beschließt der Weinheimer Stadtrat, Fichtner wieder in den Dienst der Stadt zu übernehmen, allerdings nicht mehr als Beamter, sondern nur noch als Angestellter. Fichtner ist in der Folge ab 24. Januar 1934 als Maschinist im städtischen Wasserwerk, ab 30. Januar 1934 im städtischen Gaswerk tätig. Am 1. April 1940 geht er in den Ruhestand.

Biografie

Sohn eines Schlossers

1881
Volksschule in Weinheim

1889
Lehre als Maschinenschlosser und Besuch der Gewerbeschule in Weinheim

1893
Eintritt in die Gewerkschaft

1895
Militärdienst

1898
Eintritt in die SPD

1899
Vorsitzender der Filiale des Deutschen Metallarbeiter-Verbands (DMV) in Weinheim

Tätigkeit als Maschinenschlosser

1906
Mitglied des Bürgerausschusses in Weinheim

1908
Vorsitzender des Medizinal-Verbands Weinheim

1910
Mitglied des Gemeinderats in Weinheim

Juni 1910
Gastwirt in Weinheim

August 1916
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg

1918
Vorsitzender der SPD in Weinheim

Juli 1919
Stellvertreter des Bürgermeisters in Weinheim

April 1925
Beamteter Bademeister im Volks- und Schülerbad der Friedrichschule in Weinheim

1927
Vorsitzender der Filiale des Verbands der Gemeindebeamten und Angestellten in Weinheim

Januar 1934
Kurzzeitig Maschinist im städtischen Wasserwerk, dann im städtischen Gaswerk in Weinheim

Literatur

Schröder 1995, S. 437.

Weik 2003, S. 293.

Dokumente

Schreiben Karl Fichtners an den badischen Innenminister

Fichtner richtete am 8. August 1933 ein Gesuch an den badischen Innenminister. Er bat darum, seine Entlassung als Bademeister zurückzunehmen bzw. die volle Auszahlung seine Ruhegehalts zu verfügen (nach § 6 des Gesetzes zur Wiederhestellung des Berufsbeamtentums).