Karl Fichtner

Verfolgung
18.03.1933
Fichtner ist beamteter Bademeister im Volks- und Schülerbad der Friedrichschule in Weinheim. Am 18. März 1933 wird er aus politischen Gründen zunächst beurlaubt und am 30. Juni 1933 schließlich aus dem Staatsdienst entlassen. Die rechtliche Grundlage dafür bietet das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums. Am 2. Dezember 1933 beschließt der Weinheimer Stadtrat, Fichtner wieder in den Dienst der Stadt zu übernehmen, allerdings nicht mehr als Beamter, sondern nur noch als Angestellter. Fichtner ist in der Folge ab 24. Januar 1934 als Maschinist im städtischen Wasserwerk, ab 30. Januar 1934 im städtischen Gaswerk tätig. Am 1. April 1940 geht er in den Ruhestand.
Biografie
Sohn eines Schlossers
1881
Volksschule in Weinheim
1889
Lehre als Maschinenschlosser und Besuch der Gewerbeschule in Weinheim
1893
Eintritt in die Gewerkschaft
1895
Militärdienst
1898
Eintritt in die SPD
1899
Vorsitzender der Filiale des Deutschen Metallarbeiter-Verbands (DMV) in Weinheim
Tätigkeit als Maschinenschlosser
1906
Mitglied des Bürgerausschusses in Weinheim
1908
Vorsitzender des Medizinal-Verbands Weinheim
1910
Mitglied des Gemeinderats in Weinheim
Juni 1910
Gastwirt in Weinheim
August 1916
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg
1918
Vorsitzender der SPD in Weinheim
Juli 1919
Stellvertreter des Bürgermeisters in Weinheim
April 1925
Beamteter Bademeister im Volks- und Schülerbad der Friedrichschule in Weinheim
1927
Vorsitzender der Filiale des Verbands der Gemeindebeamten und Angestellten in Weinheim
Januar 1934
Kurzzeitig Maschinist im städtischen Wasserwerk, dann im städtischen Gaswerk in Weinheim
Literatur
Schröder 1995, S. 437.
Weik 2003, S. 293.
Dokumente
Schreiben Karl Fichtners an den badischen Innenminister
Fichtner richtete am 8. August 1933 ein Gesuch an den badischen Innenminister. Er bat darum, seine Entlassung als Bademeister zurückzunehmen bzw. die volle Auszahlung seine Ruhegehalts zu verfügen (nach § 6 des Gesetzes zur Wiederhestellung des Berufsbeamtentums).