Karl Gengler

Parlament

1919
Verfassunggebende Landesversammlung des freien Volksstaates Württemberg (Zentrumspartei, Landesliste)

1920
Landtag des freien Volksstaates Württemberg (Zentrumspartei, Wahlverband Württemberg X Aalen-Ellwangen-Neresheim, ab 1924 Wahlverband Württemberg Aalen-Ellwangen-Gaildorf-Neresheim)

1946
Beratende Landesversammlung Württemberg-Hohenzollern (CDU)

1947
Landtag Württemberg-Hohenzollern (CDU, Wahlkreis Rottweil)

1949
Deutscher Bundestag (CDU, Wahlkreis 192 Rottweil-Tuttlingen)

Partei vor 1933 Deutsche Zentrumspartei

nach 1945 -
Geburt 08.10.1886, Hagenau (Elsass)
Ehe Anna geb. Mäder (1913)
Beruf Flaschner, Gewerkschaftsfunktionär
Kinder 2
Konfession Römisch-katholisch
Verstorben 09.10.1974, Rottweil

Verfolgung

Juni 1933
Gengler ist Gewerkschaftsfunktionär und tätig als südwestdeutscher Bezirksleiter des Christlichen Metallarbeiterverbands, württemberg-hohenzollerischer Landesvorsitzender der Christlichen Gewerkschaften und Vorstandsmitglied der Landesversicherungsanstalt Württemberg. Im Zuge der Gleichschaltung der Gewerkschaften wird er Mitte 1933 von den NS-Behörden aufgefordert, seine gewerkschaftliche Tätigkeit im Rahmen der neu gegründeten Deutschen Arbeitsfront (DAF) fortzusetzen. Gengler weigert sich jedoch. Er wird daraufhin im Juni 1933 aus seinen Ämtern entlassen. Ferner weigert sich die Deutsche Arbeitsfront, seine Pension zu zahlen. Seine Pensionsansprüche werden erst 1941 nach einer längeren Auseinandersetzung anerkannt.

nach 1933
Gengler wird von den NS-Behörden unter Polizeiaufsicht gestellt.

April 1935
Gengler zieht im April 1935 nach Köln und gründet dort eine Musikschule. Diese wird 1944 auf Anordnung der Reichsmusikkammer geschlossen, um Arbeitskräfte für den Kriegseinsatz zu beschaffen.

Biografie

1893
Volksschule in Hagenau

1901
Lehre als Flaschner in Hagenau und an der Gewerbeschule in Baden-Baden

1904
Eintritt in den Christlichen Metallarbeiterverband und die Zentrumspartei

1904
Flaschner- und Klempnergeselle in Baden-Baden, Hagenau und Mainz

1908
Militärdienst

Sekretär des Christlichen Metallarbeiterverbands in Duisburg, ab 1911 in Pforzheim

August 1910
Bezirksleiter des Christlichen Metallarbeiterverbands für Südwestdeutschland mit Sitz in Stuttgart

Landesvorsitzender der Christlichen Gewerkschaften in Württemberg-Hohenzollern

1914
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg

1921
Vorstandsmitglied der Landesversicherungsanstalt Württemberg als Vertreter der Versicherten

Februar 1934
Übernahme eines Unfallschutzbüros in München

April 1935
Gründer und Leiter einer Musikschule in Köln

Oktober 1944
Angestellter bei der Firma Matthias Hohner AG in Trossingen (Sachbearbeiter für Betriebsstatistik)

1945
Leiter der Allgemeinen Ortskrankenkasse in Rottweil

1946
Mitglied des geschäftsführenden Vorstands der Gewerkschaften und Mitbegründer der CDU in Württemberg-Hohenzollern

1946
Präsident der Beratenden Landesversammlung Württemberg-Hohenzollern

1947
Präsident des Landtags Württemberg-Hohenzollern

1947
Präsident des Landesarbeitsamts Württemberg-Hohenzollern

1957
Vorsitzender des CDU-Kreisverbands Rottweil

1958
Vorsitzender des Landeskuratoriums Unteilbares Deutschland

1961
Landesvorsitzender der Sozialausschüsse der christlich-demokratischen Arbeitnehmer

Rezeption

1952
Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

1955
Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

1966
Großes Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Literatur

Werner Kessl: Karl Gengler. Christlich-demokratische Politik aus sozialer Verantwortung. Ein Lebensbild, Rottweil 1986.

Werner Kessl: Christ, Gewerkschaftler und Politiker. Vor 100 Jahren wurde der »Arbeiterführer« Karl Gengler geboren, in: Katholisches Sonntagsblatt, 1986, 40, S. 10.

Schumacher 1995, S. 47.

Schumacher 2000, S. 121.

Raberg 2001, S. 256-258.

Horst Ferdinand: Karl Gengler, in: Baden-Württembergische Biographien, 3, 2002, S. 96-100.

Kühnel 2002, S. 53, 58.

Weik 2003, S. 49.