Dr. Karl Person

Parlament

1929
Landtag der Republik Baden (Zentrumspartei, Wahlkreis 6 Freiburg-Stadt)

1946
Beratende Landesversammlung Baden (BCSV/CDU)

1947
Landtag Baden (BCSV/CDU, Wahlkreis 7 Freiburg-Stadt)

Partei vor 1933 Deutsche Zentrumspartei

nach 1945 Badische Christlich-Soziale Volkspartei (BCSV)
Geburt 12.05.1887, Ringsheim
Ehe Lina geb. Nico (1913)
Beruf Lehrer, Schulleiter
Kinder 5
Konfession Römisch-katholisch
Verstorben 08.07.1956, Freiburg im Breisgau

Verfolgung

April 1934
Person ist Lehrer am Realgymnasium in Freiburg im Breisgau. Im April 1934 wird er durch die NS-Behörden an die Helmholtz-Oberrealschule in Karlsruhe strafversetzt.

31.01.1935
Am 31. Januar 1935 reicht die NSDAP-Gauleitung Baden beim badischen Kultusministerium eine Beschwerde über Person ein. Die Gauleitung wirft ihm vor, bei der nationalsozialistischen »Eintopfspende« nur 30 Pfennig gespendet zu haben. Person muss sich daraufhin beim badischen Kultusministerium rechtfertigen, das am 7. März 1935 sein Verhalten missbilligt.

26.04.1935
Person wird am 26. April 1935 im badischen Kultusministerium verhört. Ihm werden weltanschauliche Äußerungen im Geografie-Unterricht vorgeworfen. In der Folge wird Person der Unterricht in den Fächern Geschichte, Erdkunde und Biologie entzogen. Er darf nur noch Mathematik und Physik unterrichten.

Biografie

1893
Volksschule

1897
Realgymnasium in Ettenheim

1906
Studium der Mathematik und der Naturwissenschaften an den Universitäten Freiburg und Heidelberg

1911
Staatsexamen und Promotion zum Dr. phil. nat. in Heidelberg

1911
Lehrer in Bruchsal, Mannheim, Heidelberg und Donaueschingen

1914
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg

1919
Lehrer am Realgymnasium in Freiburg, ab 1920 als Professor

ab April 1934
Lehrer an der Helmholtz-Oberrealschule in Karlsruhe

1936
Regionalgeschichtliche Veröffentlichungen in der »Herbolzheimer Zeitung«

März 1940
Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg, anschließend Kriegsgefangenschaft

1945
Oberstudiendirektor und Leiter des Kepler-Gymnasiums in Freiburg im Breisgau

1945
Mitbegründer und erster Vorstand der BCSV

1947
Präsident des badischen Landtags

Rezeption

1933
Päpstlicher Orden des heiligen Gregor des Großen

1952
Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Namenspatron der Karl-Person-Schule in Ringsheim

Literatur

Hubert Kewitz: In memorian Dr. Karl Person. Zur Erinnerung an den letzten badischen Landtagspräsidenten, in: Die Ortenau, 67, 1987, S. 47-50.

Herbert Wiedemann: Gedenkblatt für Dr. Karl Person, in: Geroldsecker Land, 30, 1988, S. 44-50.

Wolf Middendorff: Landtagspräsident Dr. Karl Person, in: Freiburger Almanach, 47, 1996, S. 83-86.

Kühnel 2002, S. 72, 75.

Weik 2003, S. 110.

Michael Kitzing: Karl Person, in: Baden-Württembergische Biographien, 4, 2007, S. 259-261.