Kunigunde Fischer (geb. Bachmeyer)

Verfolgung
18.03.1933
Fischer wird am 18. März 1933 in »Schutzhaft« genommen und im Gefängnis in Karlsruhe inhaftiert. Dort wird sie am 31. März 1933 aus der Haft entlassen.
1933
Fischers Ehemann, der Buchdrucker Kaspar Fischer, verliert seine Anstellung bei der SPD-Zeitung »Volksfreund«. Zudem wird er vorübergehend verhaftet.
22.08.1944
Fischer wird am 22. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« verhaftet und im Gefängnis in Karlsruhe inhaftiert. Dort wird sie am 15. September 1944 aus der Haft entlassen.
Biografie
Tochter eines Mühlen- und Sägewerkbesitzers
1889
Volksschule in Ottensoos
Fischer engagiert sich in der Kinder- und Jugendfürsorge.
1909
Eintritt in die SPD, Vorsitzende der neu gegründeten Frauensektion der Karlsruher SPD
ab 1912
Mitglied im Armen- und Waisenrat in Karlsruhe
Leiterin der Kinderschutzkommission (sozialdemokratische Selbsthilfeeinrichtung) in Karlsruhe
1914
Mitglied des Karlsruher Kriegsfürsorge-Ausschusses
1919
Mitglied des Stadtrats in Karlsruhe
1921
Mitglied im Beirat der Hauptfürsorge für Kriegsopfer
1925
Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt in Karlsruhe
Engagement in der Tuberkulosefürsorge
nach 1945
Erneutes Engagement im sozialen Bereich
ab 1946
Zweite Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt in Karlsruhe
1946
Stadträtin in Karlsruhe
Rezeption
1957
Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
1965
Ehrenbürgerin der Stadt Karlsruhe
1966
Namenspatronin des Kunigunde-Fischer-Hauses (Altersheim) in Karlsruhe
2017
Namenspatronin des Kunigunde-Fischer-Wegs in Karlsruhe
Literatur
Schumacher 1995, S. 38.
Schröder 1995, S. 441.
Barbara Guttmann: »Zwischen Trümmern und Träumen«. Karlsruherinnen in Politik und Gesellschaft der Nachkriegszeit, Karlsruhe 1997, S. 16-21.
Weik 2003, S. 293.
Sibylle Peine: Ganz schön traditionsreich. Die Region entdecken und erleben, Karlsruhe 2010, S. 75-76.
Hochreuther 2012, S. 52-53.
Koch 2012, S. 120-121.
Heinrich Hauß: Führend in der sozialdemokratischen Frauenbewegung. »Eine wichtige Rolle in der Geschichte der Stadt Karlsruhe«, in: Badische Heimat, 97, 2017, 1, S. 121.