Kunigunde Fischer (geb. Bachmeyer)

Parlament

1919
Verfassunggebende Landesversammlung der Republik Baden (SPD, Wahlkreis 3 Karlsruhe)

1921
Landtag der Republik Baden (SPD, Wahlkreis 5 Karlsruhe, ab 1929 Wahlkreis 13 Karlsruhe-Stadt)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

nach 1945 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Geburt 10.11.1882, Speikern (Neunkirchen am Sand)
Ehe Kaspar Fischer (1904)
Beruf Hausfrau
Kinder 1
Konfession Evangelisch
Verstorben 21.02.1967, Karlsruhe

Verfolgung

18.03.1933
Fischer wird am 18. März 1933 in »Schutzhaft« genommen und im Gefängnis in Karlsruhe inhaftiert. Dort wird sie am 31. März 1933 aus der Haft entlassen.

1933
Fischers Ehemann, der Buchdrucker Kaspar Fischer, verliert seine Anstellung bei der SPD-Zeitung »Volksfreund«. Zudem wird er vorübergehend verhaftet.

22.08.1944
Fischer wird am 22. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« verhaftet und im Gefängnis in Karlsruhe inhaftiert. Dort wird sie am 15. September 1944 aus der Haft entlassen.

Biografie

Tochter eines Mühlen- und Sägewerkbesitzers

1889
Volksschule in Ottensoos

Fischer engagiert sich in der Kinder- und Jugendfürsorge.

1909
Eintritt in die SPD, Vorsitzende der neu gegründeten Frauensektion der Karlsruher SPD

ab 1912
Mitglied im Armen- und Waisenrat in Karlsruhe

Leiterin der Kinderschutzkommission (sozialdemokratische Selbsthilfeeinrichtung) in Karlsruhe

1914
Mitglied des Karlsruher Kriegsfürsorge-Ausschusses

1919
Mitglied des Stadtrats in Karlsruhe

1921
Mitglied im Beirat der Hauptfürsorge für Kriegsopfer

1925
Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt in Karlsruhe

Engagement in der Tuberkulosefürsorge

nach 1945
Erneutes Engagement im sozialen Bereich

ab 1946
Zweite Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt in Karlsruhe

1946
Stadträtin in Karlsruhe

Rezeption

1957
Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

1965
Ehrenbürgerin der Stadt Karlsruhe

1966
Namenspatronin des Kunigunde-Fischer-Hauses (Altersheim) in Karlsruhe

2017
Namenspatronin des Kunigunde-Fischer-Wegs in Karlsruhe

Literatur

Schumacher 1995, S. 38.

Schröder 1995, S. 441.

Barbara Guttmann: »Zwischen Trümmern und Träumen«. Karlsruherinnen in Politik und Gesellschaft der Nachkriegszeit, Karlsruhe 1997, S. 16-21.

Weik 2003, S. 293.

Sibylle Peine: Ganz schön traditionsreich. Die Region entdecken und erleben, Karlsruhe 2010, S. 75-76.

Hochreuther 2012, S. 52-53.

Koch 2012, S. 120-121.

Heinrich Hauß: Führend in der sozialdemokratischen Frauenbewegung. »Eine wichtige Rolle in der Geschichte der Stadt Karlsruhe«, in: Badische Heimat, 97, 2017, 1, S. 121.