Prof. Kurt Angstmann

Parlament

1946
Landtag Württemberg-Baden (SPD, Wahlkreis 3 Mannheim, ab 1950 Wahlkreis 22 Mannheim-Stadt)

1952
Verfassunggebende Landesversammlung Baden-Württemberg (SPD, Wahlkreis Mannheim-Stadt)

1953
Landtag Baden-Württemberg (SPD, Wahlkreis Mannheim-Stadt I)

Partei vor 1933 -
nach 1945 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Geburt 30.06.1915, Mannheim
Ehe Anneliese geb. Trumpfheller (1945)
Beruf Kaufmann, Lehrer, Minister
Kinder 3
Konfession Römisch-katholisch
Verstorben 12.02.1978, Heidelberg

Verfolgung

1935
Wegen seines Engagements in der Sozialistischen Arbeiter-Jugend (SAJ) wird Angstmann nach dem Abitur 1935 von den NS-Behörden nicht zum Studium zugelassen. Er besucht deshalb die höhere Handelsschule und beginnt eine kaufmännische Lehre bei der Zellstofffabrik Waldhof in Mannheim.

1944
Nach eigenen Angaben wird Angstmann 1944 wegen des Hörens ausländischer Radiosendern denunziert und von der Gestapo verhört.

März 1945
Im März 1945 wird Angstmann vermutlich aus politischen Gründen als Hilfsarbeiter dienstverpflichtet und in ein Lager in Sachsen in der Nähe von Zittau gebracht.

Biografie

Sohn eines Arbeiters

1921
Volksschule in Mannheim

1926
Oberrealschule mit Handelsrealschule, später Tulla-Oberrealschule in Mannheim

1932
Eintritt in die Sozialistische Arbeiter-Jugend (SAJ)

1933
Eintritt in den Sozialistischen Schülerbund

1935
Höhere Handelsschule und kaufmännische Lehre bei der Zellstofffabrik Waldhof in Mannheim

1938
Kaufmannsgehilfenbrief

1938
Reichsarbeitsdienst und Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg

1941
Leiter einer Kontingentabteilung der Zellstofffabrik Waldhof in der Hauptverwaltung in Berlin

1945
Eintritt in die SPD

1945
Ausbildungslehrgang an einer Hochschule für Lehrerbildung in Mannheim

1946
Lehrer an verschiedenen Mannheimer Volksschulen

1956
Dozent an der Ingenieursschule in Mannheim, ab 1969 als Professor

1966
Finanzminister des Landes Baden-Württemberg

Mitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

Mitglied im Rundfunkrat des SDR

Mitglied in den Beiräten der Universitäten Freiburg und Mannheim sowie der Technischen Hochschule Stuttgart

Rezeption

Ehrensenator der Wirtschaftshochschule Mannheim (später Universität Mannheim)

Ehrensenator der Landwirtschaftlichen Hochschule Hohenheim

1965
Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

1976
Ehrenring der Stadt Mannheim

Literatur

Brach 1984, S. 19.

Wolfgang Münkel, Franz Bernhard: Die Friedhöfe in Mannheim. Wegweiser zu den Grabstätten bekannter Mannheimer Persönlichkeiten, Mannheim 1992, S. 210.

Weik 2003, S. 15.

Dokumente

Meldebogen zur Entnazifizierung

Im Rahmen der nach 1945 durchgeführten Entnazifizierung musste Angstmann - wie jede und jeder Deutsche über 18 Jahren - in einem Meldebogen seine eventuelle Zugehörigkeit zu NS-Organisationen und seine Aktivitäten in der NS-Zeit darlegen. Ziel dieser Maßnahme war es NS-Täter und belastete Personen zu finden, aus öffentlichen Ämtern und Behörden zu entfernen und gegebenenfalls zur Rechenschaft zu ziehen.