Prof. Kurt Angstmann

Verfolgung
1935
Wegen seines Engagements in der Sozialistischen Arbeiter-Jugend (SAJ) wird Angstmann nach dem Abitur 1935 von den NS-Behörden nicht zum Studium zugelassen. Er besucht deshalb die höhere Handelsschule und beginnt eine kaufmännische Lehre bei der Zellstofffabrik Waldhof in Mannheim.
1944
Nach eigenen Angaben wird Angstmann 1944 wegen des Hörens ausländischer Radiosendern denunziert und von der Gestapo verhört.
März 1945
Im März 1945 wird Angstmann vermutlich aus politischen Gründen als Hilfsarbeiter dienstverpflichtet und in ein Lager in Sachsen in der Nähe von Zittau gebracht.
Biografie
Sohn eines Arbeiters
1921
Volksschule in Mannheim
1926
Oberrealschule mit Handelsrealschule, später Tulla-Oberrealschule in Mannheim
1932
Eintritt in die Sozialistische Arbeiter-Jugend (SAJ)
1933
Eintritt in den Sozialistischen Schülerbund
1935
Höhere Handelsschule und kaufmännische Lehre bei der Zellstofffabrik Waldhof in Mannheim
1938
Kaufmannsgehilfenbrief
1938
Reichsarbeitsdienst und Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg
1941
Leiter einer Kontingentabteilung der Zellstofffabrik Waldhof in der Hauptverwaltung in Berlin
1945
Eintritt in die SPD
1945
Ausbildungslehrgang an einer Hochschule für Lehrerbildung in Mannheim
1946
Lehrer an verschiedenen Mannheimer Volksschulen
1956
Dozent an der Ingenieursschule in Mannheim, ab 1969 als Professor
1966
Finanzminister des Landes Baden-Württemberg
Mitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Mitglied im Rundfunkrat des SDR
Mitglied in den Beiräten der Universitäten Freiburg und Mannheim sowie der Technischen Hochschule Stuttgart
Rezeption
Ehrensenator der Wirtschaftshochschule Mannheim (später Universität Mannheim)
Ehrensenator der Landwirtschaftlichen Hochschule Hohenheim
1965
Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
1976
Ehrenring der Stadt Mannheim
Literatur
Brach 1984, S. 19.
Wolfgang Münkel, Franz Bernhard: Die Friedhöfe in Mannheim. Wegweiser zu den Grabstätten bekannter Mannheimer Persönlichkeiten, Mannheim 1992, S. 210.
Weik 2003, S. 15.
Dokumente
Meldebogen zur Entnazifizierung
Im Rahmen der nach 1945 durchgeführten Entnazifizierung musste Angstmann - wie jede und jeder Deutsche über 18 Jahren - in einem Meldebogen seine eventuelle Zugehörigkeit zu NS-Organisationen und seine Aktivitäten in der NS-Zeit darlegen. Ziel dieser Maßnahme war es NS-Täter und belastete Personen zu finden, aus öffentlichen Ämtern und Behörden zu entfernen und gegebenenfalls zur Rechenschaft zu ziehen.