Maria Walter (geb. Harm)

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Parlament

1932
Landtag des freien Volksstaates Württemberg (KPD, Wahlverband Groß-Stuttgart)

Partei vor 1933 Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)

nach 1945 -
Geburt 27.09.1895, Stuttgart
Ehe Ludwig Walter (1916)
Beruf Schärferin, Parteifunktionärin, Hausfrau
Kinder 1
Konfession Evangelisch
Verstorben 01.05.1988, Stuttgart

Verfolgung

01.03.1933
Um einer Verhaftung zu entgehen, flieht Walter am 1. März 1933 in die Schweiz nach Zürich, wo sie zeitweise illegal lebt. Anfang September 1934 kehrt sie nach Stuttgart zurück.

04.03.1933
Walters Ehemann Ludwig Walter wird vor dem 4. März 1933 in »Schutzhaft« genommen, und die Wohnung des Paars wird von den NS-Behörden durchsucht. Am 3. April 1933 muss sich Ludwig Walter wegen eines Vergehens gegen das Schusswaffengesetz vor Gericht verantworten. In der Folge wird er in den Konzentrationslagern Heuberg und Oberer Kuhberg inhaftiert. Am 19. Mai 1934 wird Ludwig Walter aus der Haft entlassen.

09.11.1939
Walter wird am 9. November 1939 aus unbekannten Gründen zusammen mit ihrem Ehemann Ludwig Walter verhaftet. Maria Walter wird in Stuttgart in »Schutzhaft« genommen und am 10. Dezember 1939 aus der Haft entlassen. Ludwig Walter wird in das Konzentrationslager Welzheim gebracht, wo er am 6. Dezember 1939 aus der Haft entlassen wird.

Juli 1944
Walter wird im Juli 1944 (mutmaßlich anlässlich des missglückten Attentats auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944) verhaftet und in Stuttgart in »Schutzhaft« genommen. Sie wird aus gesundheitlichen Gründen nach kurzer Zeit wieder entlassen.

Biografie

1901
Volksschule in Degerloch und Cannstatt

Berufsausbildung als Schärferin (Fachausbildung im Schuhmacherhandwerk)

1909
Tätigkeit bei der Firma Haueisen in Cannstatt

ab 1920
Mitglied der KPD

Mitglied der Gauleitung des Roten Frauen- und Mädchenbunds (RFMB), kurzzeitig dessen Vorsitzende

1928
Leiterin des Frauensekretariats der KPD

ab 1928
Mitglied des Gemeinderats in Stuttgart

April 1929
Mitglied der württembergischen Bezirksleitung der KPD

1930
Teilnahme an einem Kurs für Funktionärinnen an der KPD-Reichsparteischule in Berlin-Fichtenau

1933
Emigration in die Schweiz, dort Gelegenheitsarbeiten

Frühjahr 1936
Heimarbeiterin für die Firma Carl Hepting & Co. in Stuttgart

Frühjahr 1943
Bürotätigkeit bei der Allgemeinen Versicherungsaktiengesellschaft Stuttgart, Aufgabe der Beschäftigung aus gesundheitlichen Gründen

nach 1945
Walter kehrt nach 1945 nicht in die politische Öffentlichkeit zurück. Sie führt ein zurückgezogenes Leben in Stuttgart.

Literatur

Raberg 2001, S. 985.

Weik 2003, S. 322.

Weber Herbst 2008, S. 990.

Hochreuther 2012, S. 92-93.

Dokumente

Auszug aus dem Antrag auf Wiedergutmachung von Maria Walter

Walter schilderte 1959 in ihrem Antrag auf Wiedergutmachung ihre prekäre Situation als politisch Verfolgte in der NS-Zeit.