Otto (Karl) Vollmer

Verfolgung
Februar 1933
Vollmer ist Sekretär der Revolutionären Gewerkschafts-Opposition (RGO). Im Februar 1933 wird er im Zuge der Gleichschaltung der Gewerkschaften von den NS-Behörden aus dieser Stellung entlassen.
05.04.1933
Um einer Verhaftung zu entgehen, emigriert Vollmer am 5. April 1933 in die Schweiz nach Zürich. Am 22. September 1934 kehrt er mit Genehmigung der politischen Landespolizei wieder nach Württemberg zurück. Da ihm eine Anstellung in seinem erlernten Beruf als Eisendreher durch die NS-Behörden verweigert wird, arbeitet Vollmer als Hilfsarbeiter beim Autobahnbau und in verschiedenen Metall verarbeitenden Betrieben. Im Juni 1935 eröffnet er mit seiner Ehefrau Anna Vollmer (geb. Kleindienst) ein Lebensmittelgeschäft in Weinsberg.
22.08.1944
Vollmer wird am 22. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« verhaftet und befindet sich ab dem 23. August 1944 im Konzentrationslager Dachau in »Schutzhaft« (Häftlingsnummer 93065). Am 2. Oktober 1944 wird Vollmer aus der Haft entlassen.
Biografie
Volksschule
Lehre als Eisendreher bei den NSU-Motorenwerken in Neckarsulm
1913
Eintritt in die SPD und Leiter der Arbeiterjugend in Neckarsulm
1916
Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg an der Westfront
1918
Eintritt in die USPD
1920
Eintritt in die KPD
Eisendreher in Neckarsulm und Mitglied des Betriebsrats
1922
Geschäftsführer des Deutschen Metallarbeiter-Verbands (DMV) in Heilbronn und Leiter des KPD-Unterbezirks Heilbronn
ab 1924
Parteisekretär der KPD Heilbronn und Mitglied der Bezirksleitung der KPD Württemberg
1933
Parteisekretär der KPD in Stuttgart
1932
Erfolglose Kandidatur bei der Oberbürgermeisterwahl in Schwäbisch Gmünd
Sekretär der Revolutionären Gewerkschafts-Opposition (RGO)
Übersiedelung nach Weinsberg
Juni 1935
Gemeinsam mit seiner Ehefrau Anna Eröffnung eines Lebensmittelgeschäfts in Weinsberg
1935
Wohnhaft in Heilbronn
Mai 1936
Tätigkeit bei den Karosseriewerken Weinsberg GmbH
1945
Parteisekretär der KPD Heilbronn, maßgeblich beteiligt am Wiederaufbau der Heilbronner Gewerkschaften
November 1946
Vorsitzender des Arbeitsgerichts Heilbronn
1952
Vorsitzender des Arbeitsgerichts Göppingen
1955
Ruhestand
März 1963
Übersiedelung nach Waltenhofen (Kempten)
Literatur
Hermann Weber: Die Wandlung des deutschen Kommunismus. Die Stalinisierung der KPD in der Weimarer Republik, Frankfurt am Main 1969, 2, S. 333-335.
Röder 1980, 1, S. 785.
Siegfried Mielke (Bearb.): Quellen zur Geschichte der deutschen Gewerkschaftsbewegung im 20. Jahrhundert. Organisatorischer Aufbau der Gewerkschaften 1945-1949, 6, Bonn 1987, S. 607.
Markus Dieterich: Es kann uns den Kopf kosten. Antifaschismus und Widerstand in Heilbronn 1930-1939, Heilbronn 1992, S. 19.
Susanne Stickel-Pieper (Bearb.): Trau! Schau! Wem? Dokumente zur Geschichte der Arbeiterbewegung im Raum Heilbronn-Neckarsulm 1844-1949, Heilbronn 1994, S. 485, 516.
Schumacher 1995, S. 168.
Raberg 2001, S. 958.
Weik 2003, S. 322.
Weber Herbst 2008, S. 973.