Otto (Karl) Vollmer

Parlament

1928
Landtag des freien Volksstaates Württemberg (KPD, Wahlverband Heilbronn-Neckarsulm)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD)
Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)

nach 1945 Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)
Geburt 01.11.1894, Neckargartach (Heilbronn)
Ehe Anna geb. Kleindienst
Beruf Eisendreher, Parteifunktionär
Kinder 1
Konfession Evangelisch
Verstorben 06.05.1978, Kempten

Verfolgung

Februar 1933
Vollmer ist Sekretär der Revolutionären Gewerkschafts-Opposition (RGO). Im Februar 1933 wird er im Zuge der Gleichschaltung der Gewerkschaften von den NS-Behörden aus dieser Stellung entlassen.

05.04.1933
Um einer Verhaftung zu entgehen, emigriert Vollmer am 5. April 1933 in die Schweiz nach Zürich. Am 22. September 1934 kehrt er mit Genehmigung der politischen Landespolizei wieder nach Württemberg zurück. Da ihm eine Anstellung in seinem erlernten Beruf als Eisendreher durch die NS-Behörden verweigert wird, arbeitet Vollmer als Hilfsarbeiter beim Autobahnbau und in verschiedenen Metall verarbeitenden Betrieben. Im Juni 1935 eröffnet er mit seiner Ehefrau Anna Vollmer (geb. Kleindienst) ein Lebensmittelgeschäft in Weinsberg.

22.08.1944
Vollmer wird am 22. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« verhaftet und befindet sich ab dem 23. August 1944 im Konzentrationslager Dachau in »Schutzhaft« (Häftlingsnummer 93065). Am 2. Oktober 1944 wird Vollmer aus der Haft entlassen.

Biografie

Volksschule

Lehre als Eisendreher bei den NSU-Motorenwerken in Neckarsulm

1913
Eintritt in die SPD und Leiter der Arbeiterjugend in Neckarsulm

1916
Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg an der Westfront

1918
Eintritt in die USPD

1920
Eintritt in die KPD

Eisendreher in Neckarsulm und Mitglied des Betriebsrats

1922
Geschäftsführer des Deutschen Metallarbeiter-Verbands (DMV) in Heilbronn und Leiter des KPD-Unterbezirks Heilbronn

ab 1924
Parteisekretär der KPD Heilbronn und Mitglied der Bezirksleitung der KPD Württemberg

1933
Parteisekretär der KPD in Stuttgart

1932
Erfolglose Kandidatur bei der Oberbürgermeisterwahl in Schwäbisch Gmünd

Sekretär der Revolutionären Gewerkschafts-Opposition (RGO)

Übersiedelung nach Weinsberg

Juni 1935
Gemeinsam mit seiner Ehefrau Anna Eröffnung eines Lebensmittelgeschäfts in Weinsberg

1935
Wohnhaft in Heilbronn

Mai 1936
Tätigkeit bei den Karosseriewerken Weinsberg GmbH

1945
Parteisekretär der KPD Heilbronn, maßgeblich beteiligt am Wiederaufbau der Heilbronner Gewerkschaften

November 1946
Vorsitzender des Arbeitsgerichts Heilbronn

1952
Vorsitzender des Arbeitsgerichts Göppingen

1955
Ruhestand

März 1963
Übersiedelung nach Waltenhofen (Kempten)

Literatur

Hermann Weber: Die Wandlung des deutschen Kommunismus. Die Stalinisierung der KPD in der Weimarer Republik, Frankfurt am Main 1969, 2, S. 333-335.

Röder 1980, 1, S. 785.

Siegfried Mielke (Bearb.): Quellen zur Geschichte der deutschen Gewerkschaftsbewegung im 20. Jahrhundert. Organisatorischer Aufbau der Gewerkschaften 1945-1949, 6, Bonn 1987, S. 607.

Markus Dieterich: Es kann uns den Kopf kosten. Antifaschismus und Widerstand in Heilbronn 1930-1939, Heilbronn 1992, S. 19.

Susanne Stickel-Pieper (Bearb.): Trau! Schau! Wem? Dokumente zur Geschichte der Arbeiterbewegung im Raum Heilbronn-Neckarsulm 1844-1949, Heilbronn 1994, S. 485, 516.

Schumacher 1995, S. 168.

Raberg 2001, S. 958.

Weik 2003, S. 322.

Weber Herbst 2008, S. 973.