Philipp Martzloff

Parlament

1919
Verfassunggebende Landesversammlung der Republik Baden (SPD, Wahlkreis 2 Freiburg)

1925
Landtag der Republik Baden (SPD, Wahlkreis 3 Freiburg, ab 1929 Wahlkreis 6 Freiburg-Stadt)

1946
Beratende Landesversammlung Baden (SPD)

1947
Landtag Baden (SPD, Wahlkreis 12 Rastatt-Baden-Baden)

Partei vor 1933 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

nach 1945 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Geburt 07.03.1880, Drulingen (Elsass)
Ehe Marie geb. Ehret (1900)
Beruf Schneider, Gewerkschaftsfunktionär
Kinder 5
Konfession Freireligiös
Verstorben 13.11.1962, Freiburg im Breisgau

Verfolgung

März 1933
Martzloff ist Arbeitersekretär der Freien Gewerkschaften in Freiburg. Im Zuge der Gleichschaltung der Gewerkschaften durch die NS-Behörden wird er im März 1933 entlassen. In der Folge bleibt Martzloff bis 1939 arbeitslos.

17.03.1933
Martzloff wird am 17. März 1933 verhaftet und in »Schutzhaft« genommen. Zunächst ist er im Gefängnis in Freiburg, dann im Konzentrationslager Ankenbuck inhaftiert. Dort wird er am 9. März 1934 aus der Haft entlassen. Nach seiner Haftentlassung steht Martzloff einige Zeit unter Polizeiaufsicht.

22.08.1944
Martzloff wird am 22. August 1944 im Rahmen der »Aktion Gewitter« verhaftet und im Konzentrationslager Dachau in »Schutzhaft« genommen. Am 17. Oktober 1944 wird er aus der Haft entlassen.

Biografie

Sohn eines Gerichtssekretärs

Volksschule und Gewerbeschule

1894
Lehre als Schneider in Freiburg

1896
Eintritt in den Schneiderverband

1898
Eintritt in die SPD

1899
Bevollmächtigter der Filiale Baden-Baden des Schneiderverbandes und Vorsitzender des Ortskartells Baden-Baden der Gewerkschaften

1909
Arbeitersekretär bei den Freien Gewerkschaften in Freiburg

1910
Mitglied des Bürgerausschusses in Freiburg

1918
Mitglied der Badischen Vorläufigen Volksregierung, dort Minister für Übergangswirtschaft, Wohnungswesen und Soziales

1932
Wiedererwerb der im Zusammenhang mit dem Friedensvertrag von Versailles verlorenen deutschen Staatsangehörigkeit

1933
Arbeitslos

1945
Mitbegründer der SPD in Baden (Martzloff bemüht sich um den Zusammenschluss von KPD und SPD zu einer Einheitspartei.)

Oktober 1945
Tätigkeit bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse Freiburg

1945
Präsident des Landesarbeitsamtes in Freiburg im Breisgau und Leiter der Abteilung Arbeit im südbadischen Ministerium für Wirtschaft und Arbeit

1952
Ruhestand

Rezeption

1952
Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Literatur

Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten, Kreis Freiburg (Hrsg.), Henri Büttner (Red.): Verfolgung, Widerstand, Neubeginn in Freiburg, Freiburg o. J., S. 15-16, 30.

Christoph Clasen: Philipp Martzloff, in: Baden-Württembergische Biographien, 1, 1994, S. 221-224.

Schumacher 1995, S. 101.

Walter Preker: Philipp Martzloff, in: Freiburger Biographien, hrsg. von Peter Kalchthaler und Walter Preker, Freiburg im Breisgau 2002, S. 234-235.

Weik 2003, S. 96.

Heiko Haumann: Schicksale. Menschen in der Geschichte. Ein Lesebuch, Wien, Köln, Weimar 2012, S. 462-464.