Richard Stark

Verfolgung
27.04.1933
Stark ist illegal für die KPD tätig und hilft bei der Verbreitung illegaler Schriften. Er wird deshalb am 27. April 1933 verhaftet und im Gefängnis in Hamburg in Untersuchungshaft genommen. Am 20. August 1934 verurteilt ihn der Volksgerichtshof in Berlin wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu zwei Jahren Haft. Nach seiner Verurteilung wird Stark in das Konzentrationslager Hamburg-Fuhlsbüttel überstellt. Dort wird er am 20. Juni 1935 aus der Haft entlassen.
1935
Das Arbeitsamt weigert sich 1935, den arbeitslosen Stark zu vermitteln, weil er als »politisch unzuverlässig« gilt. Daher bleibt Stark bis Januar 1936 arbeitslos.
01.09.1939
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wird Stark am 1. September 1939 verhaftet und für zwei Tage in »Schutzhaft« genommen.
1944
Stark ist bis 1944 als »wehrunwürdig« vom Dienst in der Wehrmacht ausgeschlossen. 1944 wird er zur Wehrmacht eingezogen und leistet Kriegsdienst bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.
Biografie
1908
Volks- und Mittelschule in Lübeck
1917
Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ)
1918
Lehre als Schlosser in Lübeck
ab 1920
Mitglied des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes (DMV)
1921
Wanderschaft als Schlossergeselle durch Deutschland und Italien
1924
Besuch des Technikums in Hamburg
1924
Mitglied der SPD
1926
Ingenieurexamen
1927
Konstrukteur im Schiffsmaschinenbau bei der AG Weser in Bremen
1928
Ingenieur bei der Vulkan-Werft in Hamburg
1929
Ingenieur bei der Mannheimer AG Brown, Bovery & Cie (BBC) in Baden (Schweiz)
1930
Mitglied der Roten Hilfe
ab 1931
Eintritt in die KPD
nach 1933
Illegale Tätigkeit für die KPD in der Gruppe um Franz Jakob in Hamburg
Juni 1935
Arbeitslos
ab Januar 1936
Ingenieur bei der Firma Nordseewerke in Emden
ab August 1936
Ingenieur bei der Firma Brown, Boveri & Cie. in Mannheim
1944
Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg
1945
Vorsitzender der KPD Neckarstadt-Ost
1948
Mitglied des Mannheimer Gemeinderats
1953
Vorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes in Mannheim
Literatur
Brach 1984, S. 117-118.
Weik 2003, S. 143.
Kühnel 2009, S. 22, S. 26, S. 32.
Dokumente
Bescheinigung der Firma Brown, Boveri & Cie (BBC)
Das Arbeitsamt weigerte sich 1935 den arbeitslosen Stark zu vermitteln, weil er als »politisch unverlässig« galt. 1951 bestätigte die Mannheimer Firma Brown, Boveri & Cie (BBC), dass sie Stark seinerzeit eingestellt hätte, wenn er ihr vermittelt worden wäre.