Robert Klausmann

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Parlament

1929
Landtag der Republik Baden (KPD, Wahlkreis 18 Stadt Mannheim)

1946
Vorläufige Volksvertretung Württemberg-Baden (Vertreter der KPD)

1946
Verfassungsgebende Landesversammlung Württemberg-Baden (KPD, Wahlkreis 2 Karlsruhe)

1948
Landtag Württemberg-Baden (KPD, Wahlkreis 2 Karlsruhe)

Partei vor 1933 Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)

nach 1945 Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)
Geburt 15.05.1896, Essen
Ehe Margareta geb. Moll (1916)
Beruf Lederarbeiter
Kinder 2
Konfession Konfessionslos
Verstorben 27.12.1972, Karlsruhe

Verfolgung

25.03.1933
Klausmann wird am 25. März 1933 in »Schutzhaft« genommen und im Gefängnis Karlsruhe inhaftiert. Am 27. April 1933 wird er in das Konzentrationslager Kislau überstellt. Während Klausmann inhaftiert ist, beschlagnahmt die Gestapo einen Teil seiner privaten Bücher. Außerdem wird Klausmann, während er sich im Konzentrationslager Kislau befindet, auf politischen Druck hin von seinem Arbeitgeber, der Firma C. Freudenberg in Weinheim, als Lederarbeiter entlassen. Des Weiteren bereiten die NS-Behörden gegen Klausmann ein Verfahren wegen der Vorbereitung zum Hochverrat vor. Am 15. Oktober 1933 gelingt Klausmann die Flucht aus dem Konzentrationslager Kislau. Er flieht nach Straßburg, wo er die nächsten Jahre illegal lebt und Grenzarbeit für die KPD leistet.

1937
Klausmann wird 1937 von den NS-Behörden ausgebürgert.

September 1939
Der in Straßburg lebende Klausmann wird im September 1939 nach Beginn des Zweiten Weltkrieges als Deutscher von den französischen Behörden festgenommen und bis Juni 1940 in den Internierungslagern Périgueux und Libourne (bei Bordeaux) interniert. Während seiner Internierung kommt die Gestapo in Klausmanns Wohnung in Straßburg und beschlagnahmt seine Wohnungseinrichtung.

Juni 1940
Nach seiner Entlassung aus der französischen Internierung geht Klausmann im Juni 1940 zunächst nach Talence (bei Bordeaux). Von dort aus zieht er nach Tarbes nahe der spanischen Grenze, um einer Verhaftung durch die deutschen Besatzungsbehörden zu entgehen. In Tarbes arbeitet Klausmann von 1941 bis 1943 unter falschem Namen in einer Seifenfabrik. Im November 1943 schließt sich Klausmann der französischen Widerstandsgruppe Forces françaises de l‘Intérieur an, der er bis zur Befreiung der Stadt Tarbes im August 1944 angehört.

Biografie

1902
Volksschule

1910
Lederarbeiter bei der Firma C. Freudenberg in Weinheim, dort auch als Betriebsrat tätig

1915
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg

1920
Eintritt in die KPD

1922
Mitglied des Bürgerausschusses in Weinheim

1926
Mitglied des Kreistags in Mannheim

Besuch einer Gewerkschaftsschulung der KPD in Berlin

Sekretär für Gewerkschaftsfragen in der KPD-Bezirksleitung Baden

April 1932
Politischer Leiter des KPD-Bezirks Baden-Pfalz

1933
Illegaler Aufenthalt in Straßburg

Während sich Klausmann illegal in Straßburg aufhält, lebt seine Familie vom Gehalt des Sohns Hans, der - wie der Vater zuvor - bei der Firma C. Freudenberg in Weinheim beschäftigt ist. Ab 1939 arbeitet auch Klausmanns Ehefrau Margareta (geb. Moll) als Näherin und Putzfrau bei der Firma Freudenberg.

1940
Aufenthalt in Talence bei Bordeaux und Tarbes nahe der spanischen Grenze

Juni 1945
Gewerkschaftssekretär in Weinheim

1946
Ernennung zum Landesdirektor für Arbeit und soziale Fürsorge in Karlsruhe

nach August 1948
Direktor für Sozialversicherung in Stuttgart

Parteisekretär der KPD in Stuttgart und in Karlsruhe

Literatur

Fritz Salm: Im Schatten des Henkers. Vom Arbeiterwiderstand in Mannheim gegen faschistische Diktatur und Krieg, Frankfurt am Main 1973, S. 64-65, 119.

Jürgen Gross: Vorwärts, und nicht vergessen. Dokumente zur Geschichte der Arbeiterbewegung in Gaggenau, Rastatt, Baden-Baden 1832-1984, Kösching 1988, S. 491.

Schumacher 1995, S. 81.

Kühnle 2002, S. 22, 29, 39.

Christian Peters: »Glücklicherweise bilden wir eine Ausnahme«. Mannheim in den fünfziger Jahren, Stuttgart 2002, S. 280-281.

Weik 2003, S. 76.

Weber Herbst 2008, S. 451-452.

Joachim Scholtyseck: Freudenberg. Ein Familienunternehmen in Kaiserreich, Demokratie und Diktatur, München 2016, S. 99, 476, 488.

Dokumente

Antrag auf Wiedergutmachung

Als politisch Verfolgter stellte Klausmann am 23. Oktober 1948 einen Antrag auf Wiedergutmachung. Darin nennt er seine Verfolgung sowie seine finanzielle Schädigung.