Robert Margulies

Verfolgung
1936
Aufgrund seiner jüdischen Abstammung gilt Margulies bei den NS-Behörden als »jüdischer Mischling ersten Grades«. Als Konsequenz wird er in seiner Tätigkeit als Getreidehändler benachteiligt: Die NS-Behörden verbieten Margulies ab 1936 den Besuch der Mannheimer Börse.
nach Oktober 1941
Nach seiner Entlassung aus der Wehrmacht im Oktober 1941 ist Margulies einige Monate arbeitslos. Aufgrund seiner jüdischen Abstammung weigert sich das Arbeitsamt jedoch, ihn zu vermitteln.
Januar 1945
Margulies wird im Januar 1945 zur Zwangsarbeit für die Organisation Todt eingezogen. Er wird bis zum 10. April 1945 als Wald- und Bauhilfsarbeiter in Thüringen eingesetzt.
Biografie
Sohn eines Kaufmanns
Realschule
Kaufmännische Lehre
ab 1926
Kaufmännischer Angestellter im Getreidehandel in Mannheim
1929
Mitglied der Jungdemokraten (Jugendverband, der der Deutschen Demokratischen Partei nahestand)
Mitglied des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold
ab 1933
Mitarbeiter, Gesellschafter und ab 1935 Geschäftsführer der Mannheimer Niederlassung der Getreidehandlung Elingra GmbH
1936
Die Mannheimer Niederlassung der Getreidehandlung Elingra GmbH wird aufgelöst. Margulies versucht daraufhin erfolglos, eine eigene Getreidehandlung aufzubauen.
1938
Militärdienst bzw. Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg
Februar 1942
Anstellung in Neustadt im Schwarzwald
Dezember 1942
Anstellung in Berlin
1945
Erneute Tätigkeit im Getreidegroßhandel
Geschäftsführer des Württembergisch-Badischen Importrings
Stellvertretender Vorsitzender des Zentralverbandes des deutschen Getreide-, Futter- und Düngemittelhandels
Fachbeirat der Außenhandelsstelle für Getreide
Präsident der Mannheimer Produktenbörse
Beirat der Industrie- und Handelskammer Mannheim
1949
Präsident des Gesamtverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels
1958
Mitglied des Europäischen Parlaments
1961
Bezirksvorsitzender der nordbadischen FDP
ab September 1964
Mitglied der Kommission der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM)
Rezeption
1963
Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
1965
Ehrenmitglied des Großhandelsverbandes Baden-Württemberg
Literatur
Schumacher 2000, S. 262.
Vierhaus Herbst 2002, S. 535.
Christian Peters: »Glücklicherweise bilden wir eine Ausnahme«. Mannheim in den fünfziger Jahren, Stuttgart 2002, S. 44, 100, 103.
Weik 2003, S. 96.
Kühnel 2009, S. 17, 25.