Robert Margulies

Parlament

1946
Verfassungsgebende Landesversammlung Württemberg-Baden (DVP, Wahlkreis 3 Mannheim)

1949
Landtag Württemberg-Baden (DVP, Wahlkreis 3 Mannheim)

1949
Deutscher Bundestag (FDP, Landesliste)

Partei vor 1933 -
nach 1945 Demokratische Volkspartei (DVP)
Freie Demokratische Partei (FDP)
Geburt 29.09.1908, Düsseldorf
Ehe 1934 Gertrud, geb. Steinbacher
Beruf Getreidehändler
Kinder Kinderlos
Konfession Jüdisch, ab 1930 konfessionslos
Verstorben 31.12.1974, Mannheim

Verfolgung

1936
Aufgrund seiner jüdischen Abstammung gilt Margulies bei den NS-Behörden als »jüdischer Mischling ersten Grades«. Als Konsequenz wird er in seiner Tätigkeit als Getreidehändler benachteiligt: Die NS-Behörden verbieten Margulies ab 1936 den Besuch der Mannheimer Börse.

nach Oktober 1941
Nach seiner Entlassung aus der Wehrmacht im Oktober 1941 ist Margulies einige Monate arbeitslos. Aufgrund seiner jüdischen Abstammung weigert sich das Arbeitsamt jedoch, ihn zu vermitteln.

Januar 1945
Margulies wird im Januar 1945 zur Zwangsarbeit für die Organisation Todt eingezogen. Er wird bis zum 10. April 1945 als Wald- und Bauhilfsarbeiter in Thüringen eingesetzt.

Biografie

Sohn eines Kaufmanns

Realschule

Kaufmännische Lehre

ab 1926
Kaufmännischer Angestellter im Getreidehandel in Mannheim

1929
Mitglied der Jungdemokraten (Jugendverband, der der Deutschen Demokratischen Partei nahestand)

Mitglied des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold

ab 1933
Mitarbeiter, Gesellschafter und ab 1935 Geschäftsführer der Mannheimer Niederlassung der Getreidehandlung Elingra GmbH

1936
Die Mannheimer Niederlassung der Getreidehandlung Elingra GmbH wird aufgelöst. Margulies versucht daraufhin erfolglos, eine eigene Getreidehandlung aufzubauen.

1938
Militärdienst bzw. Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg

Februar 1942
Anstellung in Neustadt im Schwarzwald

Dezember 1942
Anstellung in Berlin

1945
Erneute Tätigkeit im Getreidegroßhandel

Geschäftsführer des Württembergisch-Badischen Importrings

Stellvertretender Vorsitzender des Zentralverbandes des deutschen Getreide-, Futter- und Düngemittelhandels

Fachbeirat der Außenhandelsstelle für Getreide

Präsident der Mannheimer Produktenbörse

Beirat der Industrie- und Handelskammer Mannheim

1949
Präsident des Gesamtverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels

1958
Mitglied des Europäischen Parlaments

1961
Bezirksvorsitzender der nordbadischen FDP

ab September 1964
Mitglied der Kommission der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM)

Rezeption

1963
Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

1965
Ehrenmitglied des Großhandelsverbandes Baden-Württemberg

Literatur

Schumacher 2000, S. 262.

Vierhaus Herbst 2002, S. 535.

Christian Peters: »Glücklicherweise bilden wir eine Ausnahme«. Mannheim in den fünfziger Jahren, Stuttgart 2002, S. 44, 100, 103.

Weik 2003, S. 96.

Kühnel 2009, S. 17, 25.