Dr. Rudolf Horn

Parlament

1929
Landtag der Republik Baden (DVP, Wahlkreis 20 Heidelberg)

Partei vor 1933 Deutsche Volkspartei (DVP)

nach 1945 -
Geburt 29.03.1878, Heidelberg
Ehe Claire geb. Cantor (1904)
Beruf Lehrer, Schuldirektor
Kinder 1
Konfession Evangelisch
Verstorben 06.04.1939, Karlsruhe

Verfolgung

Ende 1933
Horn ist Lehrer und Direktor der Realschule in Emmendingen. Ende 1933 wird er aus politischen Gründen als Direktor abgesetzt, er bleibt jedoch Lehrer. Die rechtliche Grundlage für seine Absetzung bildet das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums.

Dezember 1934
Horns Sohn Otto-Hans ist Apotheker und gilt bei den NS-Behörden als »Halbjude«. Im Dezember 1934 wird er deshalb als Vertrauensapotheker des Reichsverbands der Allgemeinen Ortskrankenkassen entlassen. 1944 erhält Otto-Hans zudem Berufsverbot, er kann jedoch weiterhin als Apotheker tätig sein, da der damalige Apothekerführer von Baden, Pharmazierat Best, die entsprechende Anordnung zurückhält.

01.11.1937
Horns Ehefrau Claire Horn ist Jüdin. (Sie ist die Tochter des Heidelberger Mathematikprofessors Moritz Cantor.) Horn gilt bei den NS-Behörden daher als »jüdisch versippt«. Aus diesem Grund wird er zum 1. November 1937 als Lehrer der Realschule Emmendingen vorzeitig in den Ruhestand versetzt.

09.01.1944
Horns Ehefrau Claire Horn wird als Jüdin am 9. Januar 1944 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Dort bleibt sie bis zum Mai 1945 in Haft.

Biografie

1883
Volksschule

1887
Oberrealschule

1896
Studium der Geografie, Chemie, Mathematik und Physik in Heidelberg und Karlsruhe

ab April 1900
Lehrer im öffentlichen Schuldienst

1902
Promotion

ab 1907
Lehrer in Weinheim

August 1914
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg, zuletzt als Hauptmann, im August 1918 verwundet und bis Mai 1919 im Lazarett

ab 1915
Professor an der Mädchenrealschule in Heidelberg

Mitglied der Heidelberger Freimaurerloge Ruprecht zu den fünf Rosen, von 1920 bis 1926 sowie von 1929 bis 1933 deren Meister vom Stuhl

Mitglied im Vorstand der Josephine und Eduard von Portheim-Stiftung in Heidelberg

1932
Lehrer der Realschule in Emmendingen, bis Ende 1933 dort auch Direktor

Literatur

Groß 1933, S. 156.

Weik 2003, S. 295.

Frank Engehausen: Die Josefine und Eduard von Portheim-Stiftung für Wissenschaft und Kunst 1919-1955. Heidelberger Mäzenatentum im Schatten des Dritten Reiches, Heidelberg, Ubstadt-Weiher, Basel 2008, S. 80.

Braun 2009, S. 418, 430.