Dr. Wilhelm Eckert

Verfolgung
28.03.1934
Eckert ist Geschäftsführer der badischen Handwerkskammer in Freiburg im Breisgau. Am 28. März 1934 wird er aus politischen Gründen und auf Veranlassung des badischen Reichsstatthalters Robert Wagner entlassen.
01.01.1938
Eckert findet 1937 eine Stelle als Verwaltungschef der Exportgemeinschaft deutscher Automobilfabriken AG (Zusammenschluss deutscher Automobilhersteller) in Berlin. Als die NSDAP-Gauleitung Karlsruhe von Eckerts Anstellung erfährt, übt sie Druck auf die Automobilfabriken AG aus und erwirkt Eckerts Entlassung am 30. September 1938.
01.04.1939
Eckert ist 1939 als selbstständiger Steuersyndikus und Wirtschaftstreuhänder in Freiburg im Breisgau tätig. Am 1. April 1939 wird er von der NSDAP-Kreisleitung Freiburg und der NSDAP-Gauleitung Karlsruhe gezwungen, diese freiberufliche Tätigkeit aufzugeben.
Biografie
Sohn eines Schriftsetzers
ab 1909
Rotteck-Oberrealschule in Freiburg
1917
Notabitur, danach Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg, Einsatz an der Westfront
1919
Entlassung aus der Armee im Rang eines Unteroffiziers
1919
Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an der Universität Freiburg
1922
Promotion an der Universität Freiburg über das Thema »Der Familienlohn«
1922
Volontär beim städtischen Arbeitsamt und beim Schlichtungsausschuss in Freiburg
1923
Tätigkeit im Büro des Syndikus Otto Fehrenbach in Freiburg
1925
Geschäftsführer des badisch-pfälzischen Zimmermeisterverbands und des Fachblatt-Verlags in Freiburg
1929
Erfolglose Kandidatur für den Landtag der Republik Baden
1930
Stellvertretender Syndikus der badischen Handwerkskammer in Freiburg
1931
Erster Geschäftsführer der badischen Handwerkskammer in Freiburg
1934
Selbstständiger Steuersyndikus und Wirtschaftstreuhänder in Freiburg
1937
Verwaltungschef der Exportgemeinschaft deutscher Automobilfabriken AG (Zusammenschluss deutscher Automobilhersteller) in Berlin
1939
Kurzzeitig selbstständiger Exportsyndikus in Berlin
1939
Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg als Unteroffizier der Wehrmacht
1940
Kriegsverwaltungsrat beim Heereswaffenamt in Berlin
um 1943
Heereskriegsrat der Reserve
1945
Amerikanische Kriegsgefangenschaft in England
1945
Syndikus der Badischen Handwerkskammer in Freiburg
1946
Mitglied des Stadtrats in Freiburg
1947
Ernennung zum Professor für Arbeits- und Sozialwissenschaften an der Verwaltungsakademie Speyer
ab 26.01.1948
(Süd-)Badischer Minister der Finanzen
1952
Tätigkeit im Regierungspräsidium in Freiburg
18.02.1952
Austritt aus der badischen CDU und der CDU-Landtagsfraktion wegen Differenzen in der Südweststaatsfrage
06.03.1952
Rücktritt als (Süd-)Badischer Minister der Finanzen
1954
Ministerialdirektor im baden-württembergischen Finanzministerium
Rezeption
Ehrensenator der Universität Freiburg
Literatur
Weik 2003, S. 39.
Martin Stingl: Wilhelm Eckert, in: Baden-Württembergische Biographien, 4, 2007, S. 58-60.
Tobias Wöhrle: Leo Wohleb. Eine politische Biographie. »Treuhänder der alten badischen Überlieferung«, Karlsruhe, Leinfelden-Echterdingen 2008, S. 189, 396-397.