Dr. Wilhelm Hoch

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Parlament

1946
Beratende Landesversammlung Baden (BCSV)

Partei vor 1933 Deutsche Zentrumspartei

nach 1945 Badische Christlich-Soziale Volkspartei (BCSV)
Geburt 23.12.1893, Kollnau (Waldkirch)
Ehe Gertrud geb. Mürb (1925)
Beruf Rechtsanwalt
Kinder 8
Konfession Römisch-katholisch
Verstorben 03.10.1954, Schopfheim

Verfolgung

nach 1933
Hoch arbeitet als Rechtsanwalt in Schopfheim. 1937 weigert er sich in die NSDAP einzutreten. Außerdem vertritt er bis 1939 jüdische Mandanten. Deshalb wird Hoch in der nationalsozialistischen Presse als »Judenanwalt« verleumdet. Ferner wird ihm von den NS-Behörden die Zulassung als Fachanwalt für Steuerrecht verweigert. Auf Anweisung des Landgerichtspräsidenten Oskar Schmoll darf Hoch zudem nicht mehr als Armenrichter bestellt werden.

11.06.1942
Hoch wird am 11. Juni 1942 durch die Gestapo verhaftet und im Gefängnis Lörrach inhaftiert. Grund dafür ist ein Verstoß gegen das sogenannte Heimtückegesetz (Gesetz gegen heimtückische Angriffe auf Staat und Partei und zum Schutz der Parteiuniformen): Hoch hatte einen Angeklagten wegen eines »Rundfunkverbrechens« bzw. des Hörens ausländischer Radiosender vor dem Sondergericht Freiburg verteidigt. Während seines Plädoyers kritisierte Hoch die NS-Justiz mit den Worten: »Ein Mann vom Fach hat mir erst gesagt, heute sitzen bei uns in Deutschland mehr anständige Menschen im Zuchthaus als Verbrecher.« Am 3. Juli 1942 wird Hoch aus der Haft entlassen. Am 13. Oktober 1942 erhält er wegen des Vorfalls einen Verweis der Rechtsanwaltskammer in Karlsruhe.

August 1944
Im Rahmen der »Aktion Gewitter« soll Hoch im August 1944 verhaftet werden. Er kann sich jedoch der Verhaftung entziehen, indem er sich zehn Tage versteckt hält.

Biografie

Sohn eines Landwirts

Volksschule

1906
Friedrich-Gymnasium in Freiburg

1914
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg, zwischen 1915 und 1917 wegen einer Verwundung nicht an der Front

Nach dem Ersten Weltkrieg Studium der Rechtswissenschaften in Freiburg und München

1921
Rechtsreferendar

1922
Promotion zum Dr. jur. in Freiburg

1923
Gerichtsassessor

ab 1924
Tätigkeit als Rechtsanwalt zunächst in Waldshut, dann in Schopfheim

Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg als Gefreiter im Flugwachkommando Schopfheim

1945
Beteiligt an der Gründung der Badischen Christlich-Sozialen Volkspartei (BCSV)

1946
Stadtrat in Schopfheim

1949
Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Badener, die sich für die Wiederherstellung des Landes Baden einsetzt

Engagement in der Friedensbewegung

Literatur

Heiner Anton Baur: Dr. Wilhelm Hoch. Schopfheimer Politiker, Mann der ersten Stunde, engagierter Gegner der Wiederbewaffnung, in: Stadt Schopfheim Jahrbuch, Schopfheim 1985, S. 52-59.

Weik 2003, S. 67.

Kühnel 2009, S. 53.

Dokumente

Verweis der Rechtsanwaltskammer Karlsruhe

Am 13. Oktober 1942 verhängte die Rechtsanwaltskammer Karlsruhe einen Verweis gegen den Rechtsanwalt Hoch, weil dieser während eines Plädoyers die NS-Justiz kritisiert hatte.