Wilhelm Schwarz

Verfolgung
11.05.1933
Schwarz ist Erster Verwaltungsschreiber der Stadt Mosbach. Anfang Mai 1933 befindet er sich im Urlaub und beabsichtigt, am 15. Mai 1933 seine Arbeit wieder aufzunehmen. Am 11. Mai 1933 erhält Schwarz jedoch eine schriftliche Mitteilung der Stadt Mosbach, ihm werde weiterer Urlaub bis zum 31. Mai 1933 gewährt. Am 31. Mai 1933 wird Schwarz' erzwungener Urlaub erneut schriftlich verlängert. Am 9. September 1933 teilt die Stadt Mosbach Schwarz schließlich mit, dass er am 25. August 1933 auf Vorschlag des badischen Staatsministeriums und mit Entschließung des badischen Gauleiters Robert Wagner entlassen wurde. Die rechtliche Grundlage für die Entlassung bietet das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums.
1939
Schwarz wird 1939 zur Gendarmeriereserve eingezogen, dort aber nach kurzer Zeit wegen »politischer Unzuverlässigkeit« wieder entlassen.
Biografie
Sohn eines Wagners
Volksschule
Lehre bei der Buchdruckerei Eiermann in Mosbach (Dort erschien die Zentrumszeitung »Mosbacher Volksblatt«, so ergaben sich erste Kontakte zur Zentrumspartei.)
1905
Gehilfenprüfung als Drucker
Wanderschaft als Drucker in Pforzheim, Heidelberg und Karlsruhe
Mitglied der Zentrumspartei
1907
Militärdienst beim Feldartillerieregiment Nr. 14 in Karlsruhe
Auftritte als Redner für die Zentrumspartei und den Volksverein für das katholische Deutschland (christliche Gewerkschaftsbewegung)
1909
Tätigkeit bei der Druckerei Eiermann in Mosbach
1910
Vorsitzender des Gutenbergbunds (Zusammenschluss der zentrumsnahen Drucker)
1912
Zweimonatiger volkswirtschaftlicher Kurs an der Voksvereinszentrale in Mönchengladbach
1912
Leiter des Volksbüros des Volksvereins für das katholische Deutschland in Mosbach
1919
Mitglied des Stadtrats in Mosbach
1922
Erster Verwaltungsschreiber der Stadt Mosbach
Vorsitzender der Mosbacher Ortsgruppe des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold
nach 1933
Versicherungsvertreter
1945
Bürgermeister in Mosbach, zunächst von der amerikanischen Militärregierung kommissarisch ernannt, ab 1946 gewählt
1946
Mitglied des Kreistags
Gründungsmitglied der CDU
bis 1950
Kreisvorsitzender der CDU
Rezeption
1957
Ehrenbürger der Gemeinde Mosbach
1957
Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
Literatur
Karl Heinz Neser: Unser Landkreis. Beiträge zur politischen Geschichte und Kultur des Neckar-Odenwald-Kreises, Buchen-Walldürn 1996, S. 21.
Markus M. Wieland: Wilhelm Schwarz und die Anfänge der christlichen Gewerkschaften in Mosbach 1910-1922, in: Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung in Odenwald, Bauland und Taubergrund, hrsg. von Markus M. Wieland, Mosbach 2001, S. 22-26.
Weik 2003, S. 139.
Karl Heinz Neser: Politisches Leben im Neckar-Odenwald-Kreis – gestern und heute, Heidelberg, Ubstadt-Weiher, Basel 2005, S. 107-108.
Karl Heinz Neser: Der Mosbacher Ehrenbürger Bürgermeister Wilhelm Schwarz, in: Mosbacher Jahresheft, 15, 2005, S. 209-213.