Wilhelm Schwarz

Parlament

1930
Landtag der Republik Baden (Zentrumspartei, Wahlkreis 21 Adelsheim-Mosbach)

1946
Verfassungsgebende Landesversammlung Württemberg-Baden (CDU, Wahlkreis 22 Mosbach-Sinsheim)

Partei vor 1933 Deutsche Zentrumspartei

nach 1945 -
Geburt 19.12.1887, Neudenau
Ehe Verheiratet (1918)
Beruf Drucker, Bürgermeister
Kinder 8
Konfession Römisch-katholisch
Verstorben 18.05.1966, Mosbach

Verfolgung

11.05.1933
Schwarz ist Erster Verwaltungsschreiber der Stadt Mosbach. Anfang Mai 1933 befindet er sich im Urlaub und beabsichtigt, am 15. Mai 1933 seine Arbeit wieder aufzunehmen. Am 11. Mai 1933 erhält Schwarz jedoch eine schriftliche Mitteilung der Stadt Mosbach, ihm werde weiterer Urlaub bis zum 31. Mai 1933 gewährt. Am 31. Mai 1933 wird Schwarz' erzwungener Urlaub erneut schriftlich verlängert. Am 9. September 1933 teilt die Stadt Mosbach Schwarz schließlich mit, dass er am 25. August 1933 auf Vorschlag des badischen Staatsministeriums und mit Entschließung des badischen Gauleiters Robert Wagner entlassen wurde. Die rechtliche Grundlage für die Entlassung bietet das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums.

1939
Schwarz wird 1939 zur Gendarmeriereserve eingezogen, dort aber nach kurzer Zeit wegen »politischer Unzuverlässigkeit« wieder entlassen.

Biografie

Sohn eines Wagners

Volksschule

Lehre bei der Buchdruckerei Eiermann in Mosbach (Dort erschien die Zentrumszeitung »Mosbacher Volksblatt«, so ergaben sich erste Kontakte zur Zentrumspartei.)

1905
Gehilfenprüfung als Drucker

Wanderschaft als Drucker in Pforzheim, Heidelberg und Karlsruhe

Mitglied der Zentrumspartei

1907
Militärdienst beim Feldartillerieregiment Nr. 14 in Karlsruhe

Auftritte als Redner für die Zentrumspartei und den Volksverein für das katholische Deutschland (christliche Gewerkschaftsbewegung)

1909
Tätigkeit bei der Druckerei Eiermann in Mosbach

1910
Vorsitzender des Gutenbergbunds (Zusammenschluss der zentrumsnahen Drucker)

1912
Zweimonatiger volkswirtschaftlicher Kurs an der Voksvereinszentrale in Mönchengladbach

1912
Leiter des Volksbüros des Volksvereins für das katholische Deutschland in Mosbach

1919
Mitglied des Stadtrats in Mosbach

1922
Erster Verwaltungsschreiber der Stadt Mosbach

Vorsitzender der Mosbacher Ortsgruppe des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold

nach 1933
Versicherungsvertreter

1945
Bürgermeister in Mosbach, zunächst von der amerikanischen Militärregierung kommissarisch ernannt, ab 1946 gewählt

1946
Mitglied des Kreistags

Gründungsmitglied der CDU

bis 1950
Kreisvorsitzender der CDU

Rezeption

1957
Ehrenbürger der Gemeinde Mosbach

1957
Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Literatur

Karl Heinz Neser: Unser Landkreis. Beiträge zur politischen Geschichte und Kultur des Neckar-Odenwald-Kreises, Buchen-Walldürn 1996, S. 21.

Markus M. Wieland: Wilhelm Schwarz und die Anfänge der christlichen Gewerkschaften in Mosbach 1910-1922, in: Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung in Odenwald, Bauland und Taubergrund, hrsg. von Markus M. Wieland, Mosbach 2001, S. 22-26.

Weik 2003, S. 139.

Karl Heinz Neser: Politisches Leben im Neckar-Odenwald-Kreis – gestern und heute, Heidelberg, Ubstadt-Weiher, Basel 2005, S. 107-108.

Karl Heinz Neser: Der Mosbacher Ehrenbürger Bürgermeister Wilhelm Schwarz, in: Mosbacher Jahresheft, 15, 2005, S. 209-213.