Willy (Rudolf) Boepple

Parlament

1946
Landtag Württemberg-Baden (KPD, Wahlkreis 2 Karlsruhe)

Partei vor 1933 Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)

nach 1945 Kommunistische Partei Deutschlands (KPD)
Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Geburt 09.07.1911, Ludwigshafen
Ehe Berta geb. Wilhelm (1947)
Beruf Hotelkaufmann, Parteifunktionär, Schriftleiter, Getränkevertreter, kaufmännischer Angestellter, Übersetzer
Kinder Kinderlos
Konfession Konfessionslos
Verstorben 22.09.1992, Weinheim

Verfolgung

08.10.1933
Boepple wird am 8. Oktober 1933 in »Schutzhaft« genommen und im Gefängnis Mannheim inhaftiert. Am 20. Oktober 1933 wird er in das Konzentrationslager Heuberg, später in das Konzentrationslager Kislau überstellt. Am 6. Dezember 1933 wird Boepple aus dem Konzentrationslager Kislau »probeweise« entlassen. Er muss eine Loyalitätserklärung abgeben und alles vermeiden, »was auch nur den Anschein einer illegalen Handlung der Regierung gegenüber erwecken könnte«. Außerdem muss sich Boepple jeden Dienstag und Freitag beim Polizeirevier Mannheim melden und jede beabsichtigte Änderung seines Wohnsitzes mitteilen.

Biografie

Anfang der 1920er-Jahre Oberrealschule in Mannheim

Ende der 1920er-Jahre Lehre im Hotel- und Gaststättengewerbe

1931
Eintritt in die Rote Hilfe (Organisation zur Unterstützung linker Aktivisten), später Eintritt in die KPD

Mitte der 1930er-Jahre Tätigkeit im Gastronomiegewerbe in Mannheim

1937
Hotelfachschule, dort Erwerb eines Diploms

Herbst 1940
Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg in der Wehrmacht, eingesetzt unter anderem in Frankreich, Rumänien, der UdSSR und Italien, kurz vor Kriegsende Fahnenflucht

Ende 1945
KPD-Vertreter in der Redaktion der »Badischen Neuesten Nachrichten«

1945
Beteiligung am Wiederaufbau der KPD in Mannheim

Herbst 1946
Landesbezirksvorsitzender der KPD (Nord-)Baden und Mitglied des Zentralkomittees der KPD und des vereinigten Parteivorstands von SED und KPD

April 1948
Niederlegung des Landtagsmandats und sämtlicher KPD-Parteiämter

1949
Mitarbeit bei der Gruppe Arbeiterpolitik und Mitarbeit an der Bildung der Unabhängigen Arbeiterpartei Deutschlands (UAPD)

März 1949
Austritt aus der KPD

1951
Mitarbeit bei der Zeitschrift »pro und contra«

April 1951
Eintritt in die deutsche Sektion der Vierten Internationalen (Verbund trotzkistischer Parteien und Gruppen)

1953
Eintritt in die SPD im Rahmen des trotzkistischen Entrismus (taktisches Eintreten in Parteien, um dort Einfluss auszuüben)

1954
Mitarbeit an der Redaktion der Zeitschrift »Sozialistische Politik«

Ende der 1950er-Jahre Unterstützung des algerischen Befreiungskampfs

ab 1963
Tätigkeit als Getränkevertreter, später als kaufmännischer Angestellter bei einem Siedlungswerk

1966
Austritt aus der SPD

1969
Eintritt in die Gruppe Internationaler Marxisten

1972
Austritt aus der deutschen Sektion der Vierten Internationalen

1977
Tätigkeit als Übersetzer für den ISP-Verlag

1991
Wiedereintritt in die deutsche Sektion der Vierten Internationalen

Literatur

Wolfgang Alles (Hrsg.): Gegen den Strom. Texte von Willy Boepple (1911-1992), Köln 1997.

Weik 2003, S. 23.

Wolfgang Alles: In memoriam Willy Boepple (1911-1992), in: Mannheims »andere« Arbeiterbewegung, hrsg. von Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union Mannheim, Mannheim 2014, S. 120-123.