Willy (Rudolf) Boepple

Verfolgung
08.10.1933
Boepple wird am 8. Oktober 1933 in »Schutzhaft« genommen und im Gefängnis Mannheim inhaftiert. Am 20. Oktober 1933 wird er in das Konzentrationslager Heuberg, später in das Konzentrationslager Kislau überstellt. Am 6. Dezember 1933 wird Boepple aus dem Konzentrationslager Kislau »probeweise« entlassen. Er muss eine Loyalitätserklärung abgeben und alles vermeiden, »was auch nur den Anschein einer illegalen Handlung der Regierung gegenüber erwecken könnte«. Außerdem muss sich Boepple jeden Dienstag und Freitag beim Polizeirevier Mannheim melden und jede beabsichtigte Änderung seines Wohnsitzes mitteilen.
Biografie
Anfang der 1920er-Jahre Oberrealschule in Mannheim
Ende der 1920er-Jahre Lehre im Hotel- und Gaststättengewerbe
1931
Eintritt in die Rote Hilfe (Organisation zur Unterstützung linker Aktivisten), später Eintritt in die KPD
Mitte der 1930er-Jahre Tätigkeit im Gastronomiegewerbe in Mannheim
1937
Hotelfachschule, dort Erwerb eines Diploms
Herbst 1940
Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg in der Wehrmacht, eingesetzt unter anderem in Frankreich, Rumänien, der UdSSR und Italien, kurz vor Kriegsende Fahnenflucht
Ende 1945
KPD-Vertreter in der Redaktion der »Badischen Neuesten Nachrichten«
1945
Beteiligung am Wiederaufbau der KPD in Mannheim
Herbst 1946
Landesbezirksvorsitzender der KPD (Nord-)Baden und Mitglied des Zentralkomittees der KPD und des vereinigten Parteivorstands von SED und KPD
April 1948
Niederlegung des Landtagsmandats und sämtlicher KPD-Parteiämter
1949
Mitarbeit bei der Gruppe Arbeiterpolitik und Mitarbeit an der Bildung der Unabhängigen Arbeiterpartei Deutschlands (UAPD)
März 1949
Austritt aus der KPD
1951
Mitarbeit bei der Zeitschrift »pro und contra«
April 1951
Eintritt in die deutsche Sektion der Vierten Internationalen (Verbund trotzkistischer Parteien und Gruppen)
1953
Eintritt in die SPD im Rahmen des trotzkistischen Entrismus (taktisches Eintreten in Parteien, um dort Einfluss auszuüben)
1954
Mitarbeit an der Redaktion der Zeitschrift »Sozialistische Politik«
Ende der 1950er-Jahre Unterstützung des algerischen Befreiungskampfs
ab 1963
Tätigkeit als Getränkevertreter, später als kaufmännischer Angestellter bei einem Siedlungswerk
1966
Austritt aus der SPD
1969
Eintritt in die Gruppe Internationaler Marxisten
1972
Austritt aus der deutschen Sektion der Vierten Internationalen
1977
Tätigkeit als Übersetzer für den ISP-Verlag
1991
Wiedereintritt in die deutsche Sektion der Vierten Internationalen
Literatur
Wolfgang Alles (Hrsg.): Gegen den Strom. Texte von Willy Boepple (1911-1992), Köln 1997.
Weik 2003, S. 23.
Wolfgang Alles: In memoriam Willy Boepple (1911-1992), in: Mannheims »andere« Arbeiterbewegung, hrsg. von Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union Mannheim, Mannheim 2014, S. 120-123.