Paul (Traugott) Bausch

Parlament

1928
Landtag des freien Volksstaates Württemberg (CSVD, Landesliste)

1930
Reichstag (CSVD, Reichswahlvorschlag)

1946
Verfassunggebende Landesversammlung Württemberg-Baden (CDU, Wahlkreis 20 Ludwigsburg)

1946
Landtag Württemberg-Baden (CDU, Wahlkreis 20 Ludwigsburg)

1949
Deutscher Bundestag (CDU, Wahlkreis 167 Böblingen)

Partei vor 1933 Christlich-Sozialer Volksdienst (CSVD)

nach 1945 Badische Christlich-Soziale Volkspartei (BCSV)
Geburt 27.05.1895, Korntal
Ehe Hedwig geb. Keuler (1919)
Beruf Verwaltungsangestellter, Beamter
Kinder 5
Konfession Evangelisch
Verstorben 01.05.1981, Korntal

Verfolgung

nach 1933
Bausch wird nach 1933 von den nationalsozialistischen Behörden überwacht. Vermutlich wird auch sein Telefon abgehört.

März 1934
Auf Betreiben des württembergischer Ministerpräsidenten Christian Mergenthaler wird im März 1934 gegen Bausch ein dienstliches Untersuchungsverfahren eingeleitet. Bausch soll als Beamter des württembergischen Arbeits- und Ernährungsministeriums 1923 während der Wirtschaftskrise Staatsgelder veruntreut und dem Christlich-Sozialen Volksdiensts zugeführt haben. Das Verfahren bleibt jedoch ohne Ergebnis und wird im September 1934 eingestellt.

Juni 1939
Der Sicherheitsdienst des Reichsführers SS verzeichnet Bausch in der Liste »Erfassung führender Männer der Systemzeit«. Die Liste enthält Personen, die vor 1933 Ämter und wichtige öffentliche Positionen bekleidet hatten und als politische Gegner des Nationalsozialismus eingestuft werden.

November 1943
Bausch wird im November 1943 wegen politischer Unzuverlässigkeit aus dem Reserveoffizierskorps entlassen.

Biografie

1902
Volksschule in Korntal

1903
Latein- und Realschule sowie Realgymnasium in Korntal

1910
Ausbildung als Schreiber im höheren Verwaltungsdienst in Korntal

April 1914
Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger beim Infanterieregiment Nr. 124 in Weingarten

August 1914
Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg, zuletzt als Kompanieführer

1919
Prüfung für die Zulassung zum mittleren Verwaltungsdienst

ab 1920
Hilfsarbeiter im württembergischen Arbeits- und Ernährungsministerium

1924
Mitgründer der Christlich-Sozialen Gesinnungsgemeinschaft in Württemberg, später Christlich-Sozialer Volksdienst (CSVD)

ab 1926
Tätigkeit im württembergischen Wirtschaftsministerium, zunächst als Obersekretär, ab 1925 als Rechnungsrat und ab 1937 als Oberrechnungsrat

03.07.1933
Bausch stellt den Antrag, als Hospitant in die NSDAP-Reichstagsfraktion aufgenommen zu werden. Der Antrag wird abgelehnt.

Bausch wird gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zu einer Art »Volkssturm« einberufen. Er kommandiert eine Gruppe von »Volkssturmmännern« und führt diese von Korntal nach Schwäbisch Gmünd. Allerdings haben Bausch und seine Männer keine Uniformen und keine Waffen. Der Divisionskommandeur in Schwäbisch Gmünd, den sie eigentlich unterstützen sollten, schickt Bauschs Einheit daher wieder zurück. Bausch entlässt seine Männer daraufhin und taucht für zwei Wochen bei einem Freund in Stuttgart unter.

1945
Oberregierungsrat im Wirtschaftsministerium Württemberg-Baden

September 1945
Mitbegründer der nordwürttembergischen Christlich-Sozialen Volkspartei

1946
Stellvertretender Vorsitzender der CDU Nordwürttemberg

Juni 1946
Weil er als Reichstagsabgeordneter 1933 für das »Ermächtigungsgesetz« gestimmt hatte, wird gegen Bausch ein Verfahren nach dem »Gesetz Nr. 104 zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus« eingeleitet. Bausch muss während dieses Verfahrens von Juni 1946 bis April 1948 sein Landtagsmandat ruhen lassen, er erhält keine Abgeordnetenbezüge. Das Verfahren ergibt, dass Bausch vom Gesetz Nr. 104 nicht betroffen ist.

Februar 1947
Mitglied des Parlamentarischen Rats beim Länderrat der US-Zone

1948
Stellvertretender Vorsitzender der CDU Nordwürttemberg

Rezeption

1976
Ehrenbürger der Stadt Korntal-Münchingen

1976
Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg

November 2013
Paul Bausch wird - zusammen mit anderen Persönlichkeiten, die auf dem Korntaler Friedhof bestattet sind - auf einer Stele am Eingang des Korntaler Friedhofs geehrt.

Literatur

Paul Bausch: Lebenserinnerungen und Erkenntnisse eines schwäbischen Abgeordneten, Korntal 1969.

Raberg 2001, S. 36-37.

Frank Raberg: Paul Traugott Bausch, in: Baden-Württembergische Biographien, 3, 2002, S. 14-17.

Ernst Wolfgang Becker, Thomas Rösslein: Politischer Irrtum im Zeugenstand. Die Protokolle des Untersuchungsausschusses des Württemberg-Badischen Landtags aus dem Jahr 1947 zur Zustimmung zum »Ermächtigungsgesetz« vom 23. März 1933, Stuttgart, München 2003, S. 414.

Weik 2003, S. 17.